Spaziergänge mit Audioguide

Das kleine bisschen Museumsfeeling für unterwegs

spaziergänge-mit-audioguide © Stefanie Krebs
Einen Audioguide assoziieren die meisten wahrscheinlich eher mit dem Museumsbesuch als mit einem Spaziergang. Dr. Stefanie Krebs von der Leibniz Universität Hannover nutzt das Medium, um alltägliche Ausflüge in die Natur oder in die Stadt spannender zu gestalten.
Deshalb hat sie für verschiedene Orte sogenannte Hörspaziergänge entwickelt. Im Gespräch mit Klassik Radio hat sie uns etwas über das Projekt erzählt.

Ideenfindung mit Studenten

Auf die Idee sei Krebs durch ihren Beruf gekommen: „Ich bin ja Landschaftsarchitektin und lehre auch seit vielen Jahren an der Universität. Die Audioguides waren zunächst mal eine Idee, die in der Lehre mit den Studierenden aufkam, dass man so das Wissen über einen Ort vermittelt. Wir haben dann einfach mal damit angefangen, erste Audiowalks mit Studierenden zu entwickeln. Zu dieser Zeit sind wir noch mit MP3-Playern losgelaufen. Mittlerweile ist es technische natürlich wesentlich einfacher geworden, die Verknüpfung zwischen Ort und Audiodatei herzustellen.“

Spaziergang mit Smartphone

Die Audiotouren können ganz einfach durchgeführt werden: „Wir produzieren Hörspaziergänge, die man über das eigene Smartphone abhören kann. Das, was ich höre, ist immer auf einen bestimmten Ort bezogen. Vor Ort finde ich dann meistens einen QR-Code, mit dem ich direkt zur Audiodatei gelange und diese dann direkt abspielen kann.“ Die Besonderheit dabei sei, dass man nicht wie im Museum still an einem Ort abwarten müsse, bis die Audiodatei zu Ende sei. Vielmehr könne man auch beim Gehen oder Radfahren hören und so einen Dialog zwischen den Orten und dem Gehörten schaffen.

Inhalte zu verschiedenen Themen

Zu den einzelnen Orten bekäme man durch die Audioguides dann verschiedene Infos auf die Ohren: „Ich bin ja Landschaftsarchitektin und habe aus diesem Zusammenhang heraus damit begonnen, erste Themen zu entwickeln. Da geht es dann viel um Landschaftsarchitektur und Umweltschutz, mittlerweile aber auch über diese Themenbereiche hinaus. Zurzeit entwickeln wir zum Beispiel einen literarischen Audiowalk für die Stadt Hannover.“

In Zukunft vielleicht auch musikalisch

In diesem Zusammenhang könne sich Krebs auch Hörspaziergänge mit musikalischem Bezug vorstellen: „Das würde sich bei dem Medium natürlich anbieten. Wenn man etwa eine Stadtführung konzipiert, ist es natürlich naheliegend, nicht nur trockene Texte einzusprechen, sondern das auch mit Musik von Komponisten zu verbinden, die dort beispielsweise geboren sind.“ Musik sei sowieso ein wichtiger Bestandteil der Audioguides und die Idee, diese auch direkt mit den Orten aus den Hörspaziergängen zu verknüpfen, fände sie toll.

Spontaner Start ins Hören

Einen solchen Audiowalk müsse man gar nicht einmal zwingend planen. Idealerweise stolpere man quasi durch Zufall darüber: „Im Idealfall sind Sie gerade an dem Ort, für den es so einen Hörspaziergang gibt und finden spontan ein kleines Infoschild mit einem QR-Code, über den Sie dann direkt los hören können. Sie können das Ganze aber natürlich auch planen. Dazu gibt es verschiedene Apps, auf denen diese Hörspaziergänge eingestellt sind.“ Die Audioguides seien völlig kostenlos verfügbar.

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