Standing Ovations für Plácido Domingo

Begeisterung trotz MeToo-Vorwürfe

standing-ovations-für-plácido-domingo © Ruben Martin
Das Publikum feierte Plácido Domingo, noch bevor er überhaupt sang und demonstrierte Rückhalt in den MeToo-Vorwürfen gegen den Opernsänger.

Standing Ovations für Domingo

Trotz der schweren MeToo-Vorwürfe gegen Opernsänger und Dirigent Plácido Domingo, trat dieser am Sonntagabend wie geplant bei den Salzburger Festspielen auf. Neben Tenor Piotr Beczala sang Domingo die Rolle des Vater Millers in der konzertanten Aufführung der Verdi-Oper „Luisa Miller“.

Vor der Ouvertüre betrat das gesamte Gesangsensemble die Bühne mit Plácido Domingo in ihrer Mitte.

Domingo erntete großen Beifall, stehende Ovationen und Bravo-Rufe vom Publikum. Auch nach der Aufführung bedachte ihn das Publikum mit minutenlangem Applaus.

Unter den Gästen soll auch die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gewesen sein.




In dubio pro reo

„Im Zweifel für den Angeklagten“ hatte die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, bereits in der Woche vor dem Auftritt Domingos in Salzburg verlauten lassen. Sie halte es als Juristin für „sachlich falsch und menschlich unverantwortlich, zum derzeitigen Zeitpunkt endgültige Urteile und darauf beruhende Entscheidungen zu fällen.“

  

MeToo-Vorwürfe gegen Domingo

Neun Frauen hatten dem heute 78-jährigen Opernsänger sexuelle Belästigung vorgeworfen, welche teilweise drei Jahrzehnte zurücklag. Domingo soll sich Frauen angenähert haben und Druck auf sie ausgeübt haben, indem er ihnen entweder Rollen anbot oder mit dem Entzug ihrer Rollen drohte, wenn sie nicht auf seine Annäherungen eingingen. Andere Frauen berichteten von unerwünschten Berührungen, wie Küssen auf den Mund oder Berührungen unter dem Rock.

Domingo hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Domingo hatten vorwiegend US-amerikanische Opernhäuser seine dortigen Engagements abgesagt. Die Los Angeles Opera, deren Generaldirektor Domingo schon seit langer Zeit ist, hat eine Untersuchung gegen ihren Mitarbeiter eingeleitet. Europäische Opernhäuser dagegen zeigten sich abwartend und auch solidarisch. Auch aus der Klassikwelt sprachen viele Kollegen Domingos ihr Vertrauen aus.

 

   

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