Starker Einbruch: Musikwirtschaft in Zahlen

Der Bundesverband Musikindustrie veröffentlicht Studien zu Musikwirtschaft und Musiknutzung

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157.800 Menschen arbeiteten Ende 2019 in der Musikwirtschaft und wie man sich denken kann, ist diese Branche dieses Jahr ordentlich eingebrochen. Der Bundesverband Musikindustrie hat dazu Zahlen veröffentlicht.
Die bis ins Jahr 2019 stetig wachsende Musikwirtschaft befindet sich aufgrund der Corona-Pandemie aktuell in einer noch nie dagewesenen Situation von Ungewissheit und Einnahmeeinbußen, die den Umsatz in vielen Fällen seit Monaten auf null reduzieren. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass seit März 2020 aufgrund der Veranstaltungsverbote und Abstandsregeln Musikveranstaltungen nicht mehr stattfinden können und damit ein wichtiger Antrieb für viele Sektoren der Musikwirtschaft ausfällt.

Durch die eng verflochtenen Dienstleistungs- und Verwertungsketten der Branchensektoren untereinander sind deshalb tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Dies spiegelt sich in den Umsatzerwartungen der Musikwirtschaft wider, die aufgrund der Corona-Pandemie signifikant eingebrochen sind. So erwarten die Akteure nach Eintritt der Corona-Pandemie einen Umsatzrückgang von knapp 29 Prozent für das Jahr 2020. Damit liegen die Umsatzerwartungen für 2020 knapp 7 Milliarden Euro unter den ursprünglichen Prognosen.

Musikkonsum sinkt

Beim Blick auf die Zeit, die die Menschen in Deutschland mit dem Konsum von Musik verbringen, ist ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen. Seit dem Start der Studie im August 2018 hat der wöchentliche Musikkonsum um acht Prozent (eine Stunde und 46 Minuten) abgenommen: Er fiel von 21 Stunden und 29 Minuten auf mittlerweile 19 Stunden und 43 Minuten.

Als konstant rückläufig schlägt hier insbesondere das herkömmliche Radio mit einem Minus von 15 Prozent zu Buche, was allerdings teilweise durch starke Zugewinne der Online-Radios kompensiert wird. Letztere verzeichnen einen Zuwachs von 73 Prozent. Eine mögliche Erklärung für den rückläufigen Musikkonsum ist aus Sicht der Forscher in der eingeschränkten Mobilität und dem Fokus auf Nachrichten in Zeiten der Corona-Pandemie zu suchen.

Streaming hält sich

Mit 29 Prozent auf konstant hohem Niveau bleibt nach anfänglichem Wachstum die Nutzerreichweite von kostenpflichtigem Streaming. Dabei verliert der „Besitz“ von Musik an Relevanz, was sich daran zeigt, dass immer mehr Teilnehmer der Studie keine physischen Tonträger und keine digitalen Musikdateien mehr besitzen. Untersucht wurde auch die Nutzung von technischen Geräten. Hier sticht vor allem das Wachstum im Bereich Smart Speaker hervor. So benutzen bereits 19 Prozent der Teilnehmer ein solches Gerät. Das bedeutet ein Plus von 96 Prozent im Vergleich zur Auswertung der ersten Befragungswelle im August 2018.

Hintergrund

Die von DIW Econ durchgeführte Studie „Musikwirtschaft in Deutschland“ basiert auf einer zwischen dem 11. Mai und dem 29. Juni 2020 getätigten Online-Befragung, an der sich 861 Unternehmen und Selbstständige beteiligt haben. Zu den daraus resultierenden wichtigsten Ergebnissen gehört die Erkenntnis, dass der Wirtschaftszweig seinen gesamtwirtschaftlichen Beitrag zwischen 2015 und dem Jahr 2019 deutlich erhöhen konnte. So gab es bis Ende 2019 bei den Gesamterlösen einen Umsatzanstieg von 18 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro.

Dies entspricht einem Zuwachs der Bruttowertschöpfung von 29 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro. Damit ist der Musikbereich nun der zweitstärkste Wirtschaftszweig, nach den Fernsehveranstaltern, innerhalb der gesamten Medienindustrie und gemessen an den Zahlen von 2015 aufgrund einer absoluten Steigerung von rund einer Milliarde Euro gleichzeitig das am stärksten gewachsene Segment.

(Quelle: https://www.musikindustrie.de/presse/presseinformationen/studien-zu-musikwirtschaft-und-musiknutzung-in-hamburg-vorgestellt)

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