Überlebt die CD?

Wie die Pandemie den Musikhandel beeinflusst

ueberlebt-die-cd © Fotolia_Ilarialp
Konzerte sind weitestgehend abgesagt, Kultureinrichtungen haben geschlossen und viele Menschen sitzen zu Hause. Unter diesen Umständen liegt eigentlich die Vermutung nahe, die Menschen würden mehr Tonträger kaufen, um auch daheim neue Musik zu hören.
Warum das so nicht ganz richtig ist, hat uns Matthias Lutzweiler, Geschäftsführer von Naxos Deutschland, dem weltweit größten Anbieter für klassische Musik erklärt:

Folgen des Lockdowns für den Musikhandel

„Als im Frühjahr der erste Lockdown kam, haben viele Fachgeschäfte für Tonträger geschlossen, haben dann eben nicht mehr bei uns bestellt und deswegen konnten wir CDs und Blu-Rays im Klassik-Bereich auch nicht ausliefern.“ Aber nicht nur der Einzelhandel hat auf die neuen Umstände reagiert. „Wir hatten auch die Situation, dass von großen Internethändlern gesagt wurde, klassische Musik und Tonträger seien nicht systemrelevant und deswegen gab es dann einen Bestellstopp für einige Wochen.“ Im Anschluss seien dann aber der Versandhandel und auch das digitale Geschäft deutlich angestiegen und man habe die Verluste aus dem Einzelhandel so nahezu kompensieren können, berichtet Lutzweiler.

Größere Plattform für Veröffentlichungen

Aufgrund des fehlenden Konzertbetriebs hätten neue Produktionen außerdem eine viel größere Plattform in der Presse bekommen. „Vor der Pandemie war es eben so, dass ein großer Teil des Feuilletons durch Konzertbesprechungen belegt war. Ohne Konzerte gab es dann einfach einen deutlich größeren Rahmen, dass unsere Tonträger in den Fachzeitschriften entsprechend rezensiert wurden und solche Besprechungen haben schon nach wie vor eine große Wichtigkeit für uns.“ Auch der Diskurs über Musik allgemein habe wieder zugenommen.

Stellenwert der CD

„Im Bereich klassischer Musik für uns hat die CD immer noch einen Umsatzanteil von 60 Prozent. Das ist deutlich höher als zum Beispiel im Popbereich, wo die CD vielleicht aktuell noch bei 20 bis 25 Prozent Umsatzanteil liegt.“ Die CD hat also für den klassischen Musikhandel immer noch einen sehr hohen Stellenwert. Musik in Form eines Tonträgers sei auch für viele eine schöne Geschenkidee und gerade in den letzten Monaten hätten sich viele Menschen wieder einmal die Zeit genommen, sich bewusst eine CD anzuhören, erzählt Lutzweiler.

Musik als Element des menschlichen Miteinanders

"Wenn zu dem Social Distancing auch noch die Musik wegfällt...das darf nicht sein", betont Lutzweiler und es sei eben jetzt umso wichtiger Musik zu genießen. "Viele finden Trost in der Musik!"

Auch das gemeinsame Muzieren sollte in diesen Zeiten nicht zu kurz kommen, möglich macht das ein tolles Projekt! Keine zeitliche Verzögerung, obwohl die Musiker über 600 km voneinander entfernt sind? Wie das funktioniert, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.
Und wer Musizieren will braucht Noten...wussten Sie, dass die Notenschrift seit dem 9. Jahrhundert existiert?

(N. Meier)
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Indem Sie auf den „OK“ Button klicken, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie unter Datenschutz & Sicherheit
Weitere Informationen Ok