UNESCO-Kulturerbe: Orgelbau und Orgelmusik

unesco-kulturerbe-orgelbau-und-orgelmusik © Maxim Schulz
Seit heute stehen Orgelbau und Orgelmusik offiziell auf der Liste des Immateriellen Kulturerbes. Heute wurde die Urkunde in Berlin überreicht.
Bei der Liste des immateriellen Erbes geht es darum, internationale Kulturen und Traditionen des Alltags, die nicht dinglich sind, zu würdigen und zu erhalten.
Nach der Falknerei und der Genossenschaftsidee sind Orgelmusik und Orgelbau nun das dritte deutsche Kulturgut auf dieser Liste. Darauf stehen weitere 72 lebendige Kulturformen wie Brotbacken, das Hebammenwesen oder das Sternsingen.

Die Orgel als Teil der deutschen Identität

Die Tradition der Orgelmusik in Kirchen und Konzerthäusern wird schon seit Jahrhunderten fortgeführt. Nach Angaben der UNESCO ist Deutschland eines der wichtigsten Länder für die Entwicklung der Orgel.
50.000 gibt es in deutschen Kirchen, jede davon einzigartig, weil eigens für den Raum entwickelt, in dem sie später erklingen soll. So beschäftigen in Deutschland um die 400 Orgelbaubetriebe rund 2500 Menschen.



Eine Jahrtausende alte Tradition

Die erste Orgel wurde in Ägypten erfunden, vom Techniker Ktesibios in Alexandrien. Im dritten Jahrhundert vor Christus baute er mehrere Pfeifenreihen, die unterschiedliche Töne erzeugen konnten. Durch einen Kolbenpumpen, der mit dem Fuß betrieben wurde, konnte dabei der notwendige Luftdruck erzeugt werden.

Die Orgel als Herrschaftssymbol

Es dauerte knapp dreihundert Jahre, bis die Orgel ihren Weg nach Rom fand durch den römischen Kaiser Nero. Für lange Zeit war die Orgel ein Statussymbol der Oberschicht, im römischen Reich gab es häufig Orgeln mit goldenen und mit Edelsteinen besetzen Pfeifen, um die Kaiserverehrung noch deutlicher zu zeigen.



Die Orgel als Kircheninstrument

So lehnten Päpste und Kirchenväter die Verwendung der Orgel bei Gottesdiensten auch lange ab, schließlich galt sie als ein weltliches, materielles Instrument.
Die ersten Orgeln in Klöstern und Kirchen tauchten schließlich nach der Jahrtausendwende auf. Im 14. Jahrhundert gab es meistens in jeder großen Stadtkirche eine Orgel.
Durch Komponisten wie Dietrich Buxtehude, Johann Pachelbel oder Johann Sebastian Bach wurde die Orgel zum Hauptbegleitinstrument bei Gottesdiensten.

   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Indem Sie auf den „OK“ Button klicken, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie unter Datenschutz & Sicherheit
Weitere Informationen Ok