"Vielfalt sollte normal sein"

Jurysprecherin des Musikpreis OPUS Klassik Dr. Kerstin Schüssler-Bach über Gleichberechtigung

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„Die Vielfalt und Gleichberechtigung in unser Gesellschaft sollte normal sein und nicht von Quoten abhängen müssen, egal ob in der Musik oder im Alltag“, Dr. Kerstin Schüssler-Bach ist Jury-Sprecherin des größten deutschen klassischen Musikpreises, dem OPUS Klassik.
Bei dem Musikpreis werde zwar Wert auf Diversität gelegt, am wichtigsten sei aber immer noch die Expertise und das Können.

Vielfalt in Jurys generell

Die Grammy-Akademie ging mit vor Stolz geschwellter Brust an die Öffentlichkeit: Der Preis und die Jury sollen vielfältiger werden; die Hälfte der ausgewählten Musiker und Mitarbeiter sei weiblich und ungefähr ein Drittel gehöre zu unterrepräsentierten ethnischen Gruppen.

Auch in Deutschland ist das Thema der Diversität in den letzten Jahren immer mehr zum Thema geworden. Beim größten klassischen Musikpreis Deutschlands werde Vielfalt groß geschrieben: „Der OPUS existiert nun seit 2018 und natürlich ist Vielfalt bei uns ein großes Thema. Ich finde aber Vielfalt und Gleichberechtigung sollte selbstverständlich sein und nicht von Quoten abhängen“, so Dr. Kerstin Schüssler-Bach.

Expertise zählt

Die Jury des OPUS setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen, davon vier Frauen und fünf Männer. Die Jury wird einberufen vom Verein der Förderung der klassischen Musik, darunter sind Vertreter der Klassik-Branche, Journalisten, CD-Labels, Konzerthäuser und Verlage.

„In erster Linie zählt die Expertise bei der Besetzung der Jury. Es wird trotzdem auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen geachtet“, erklärt Schüssler-Bach. Der ethnische Hintergrund hat bisher keine Rolle gespielt, aber in Zukunft soll darauf geachtet werden: „Es tut sich einiges in der Gesellschaft, wenn wir jetzt auch nach Amerika blicken und ich hoffe, dass Gleichheit bald Alltag ist.“

Diversität bei den Preisträgern

Auch im Blick auf die Preisträger und Preisträgerinnen wird auf Vielfalt geachtet. Hier habe der OPUS selbst jedoch weniger Einfluss, es kommt erstmal darauf an, wer eine Bewerbung für den Preis einreicht. „Grundsätzlich gibt es eigentlich immer mehr tolle Künstlerinnen und Künstler als Preise und hier wird dann lange diskutiert, wer den Preis verdient hat, da kommt es dann ausschließlich auf das Können an“, erzählt die Jurysprecherin.

Dr. Kerstin Schüssler-Bach hofft für die Zukunft der Klassik und der Allgemeinheit: „Es sollte ein Zustand der Normalität werden, dass jemand unabhängig von seiner ethnischen Herkunft oder seines Geschlechts eine herausragende Stimme in der Klassik besitzt. Das ist eine Aufgabe an alle, die direkt an der Basis der Gesellschaft ansetzt.“

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(A. Kohler)
   

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