Vor 34 Jahren: Semperoper öffnet wieder

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225 Millionen Mark ließ die DDR dafür springen. Heute vor 34 Jahren feiert die „dritte Semperoper“ ihre Wiedereröffnung.
40 Jahre nach der fast vollständigen Zerstörung durch einen Luftangriff der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs wird die Semperoper am 13. Februar 1985 feierlich wiedereröffnet. Im Beisein von DDR-Chef Erich Honecker und Bundeskanzler Helmut Schmidt wird die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber aufgeführt. Der Abend ist einer der aufwändigsten Großeinsätze für die Staatssicherheit der DDR. Über 1700 Stasi-Mitarbeiter sind im Einsatz.

Semperoper Dresden

Die Semperoper Dresden gehört zu den bekanntesten Opernhäusern Deutschlands und ist Heimstätte für eines der weltweit renommiertesten Orchester: der Sächsischen Staatskapelle.

Dresden stieg während der dreißigjährigen Amtszeit Johann Adolph Hasses (1699-1783) als Hofkapellmeister zur großen Musikmetropole Europas auf.

Der Architekt Gottfried Semper baute ab 1838 drei Jahre lang am Opernhaus, welches damals das Königliche Hoftheater Dresden hieß. 1841 wurde es schließlich eröffnet mit Carl Maria von Webers Jubelouvertüre und Goethes Drama „Torquato Tasso“.

Zwei Jahre später wurde Richard Wagner Hofkapellmeister und führte eigene Opern wie „Der fliegende Holländer“ oder „Tannhäuser“ in der Semperoper urauf.


Zuschauerraum der Semperoper © Klaus Gigga

Ein gebeuteltes Opernhaus

1869 sollten am Opernhaus Reparaturmaßnahmen getroffen werden, in Zuge derer das gesamte Opernhaus durch einen Fehler abbrannte. Es war Gottfried Sempers Sohn, der nun den Bau des neuen Opernhauses koordinierte. Gottfried Semper selbst kehrte nicht nach Sachsen zurück, da er an den Maiaufständen 1849 teilgenommen hatte. Er wurde danach für vierzehn Jahre lang steckbrieflich gesucht und hatte der Stadt Dresden den Rücken zugekehrt. Nach dem Brand sammeln die Bürger Dresdens Unterschriften, um Gottfried Semper zum  Wiederaufbau der Semperoper zu bewegen, und so lieferte der mittlerweile 67-Jährige aus dem Ausland zumindest die Baupläne für den Neuaufbau. Dieser orientierte sich nicht an der alten Semperoper.

1878 konnte die Oper wiedereröffnet werden in der Form, wie wir sie heute auch kennen. Die Wiedereröffnung wird erneut mit Webers „Jubelouvertüre“ und erneut mit Goethe gefeiert, dieses Mal mit seinem Drama „Iphigenie auf Tauris“.

Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs

Das Opernhaus sollte 1945 ein weiteres Mal zerstört werden. Monate zuvor hatte man den Spielbetrieb aufgrund der Kriegssituation eingestellt. Während der verheerenden Bombardierungen der Stadt Dresden durch britische und US-amerikanische Flieger wurde auch die Semperoper schwer getroffen. Während das Innere des Opernhauses vollständig abbrannte, blieb die Außenhülle erhalten und konnte in den ersten Jahren nach dem Krieg notdürftig vor dem Verfall gerettet werden. Für aufwändige Reparaturmaßnahmen fehlt allerdings das Geld.





Wiederaufbau zu DDR-Zeiten

Fast 40 Jahre lang sollte die Semperoper eine Ruine bleiben. 1977 wurden dann die ersten Baumaßnahmen für die neue und damit dritte Semperoper aufgenommen, für die rund 225 Millionen DDR-Mark flossen. Auch hier waren es Dresdens Bürger, die sich für den Wiederaufbau stark machten und eineinhalb Million DDR-Mark spendeten.

Acht Jahre lang wurde am Opernhaus gebaut, wobei auf den originalgetreuen Nachbau nach dem Entwurf Gottfried Sempers geachtet wurde. Man orientierte sich an Briefen des Architekten, welche fast jedes Detail seines damaligen Entwurfes wiedergaben. Dabei entstanden durch 56 Maler und 24 Bildhauer unter anderem erneut die Bilder der antiken Götter Dionysios und Ariadne, begleitet von aufwändigem Stuckmarmor und Verzierungen. Auch die hochgelobte Akustik der Semperoper sollte wiederhergestellt werden.


Vestibül der Semperoper  © Klaus Gigga

Wiedereröffnung unter Stasi-Einsatz

Die Eröffnung der Semperoper am 13. Februar 1985 war ein Festakt, für die Staatssicherheit allerdings eine Mammutaufgabe. Monatelang bereitete die Stasi die Eröffnungsfeier vor. Über 1700 Stasi-Mitarbeiter, 1200 Volkspolizisten und 500 Kampfgruppen-Mitglieder waren vor Ort.

Hunderte von Gäste aus dem In- und Ausland waren geladen. Bei höchster Sicherheitsstufe saßen die Partei- und Staatsführung der SED im Publikum, darunter Staatschef Erich Honecker oder Stasi-Chef Erich Mielke. Aber auch Politiker aus Westdeutschland waren im Publikum, wie etwa Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der Geheimdienst war angehalten, die Gäste aus dem Ausland zu überwachen und auch auf so genannte „Störer“ zu achten. Auch wurde penibel darauf geachtet, dass „Ost“ und „West“ getrennt saßen, und die Königsloge blieb der DDR-Staatsführung vorbehalten.

Erneut war es Musik von Carl Maria von Weber, mit der die Wiedereröffnung am 13. Februar 1985 gefeiert wurde. Auf dem Programm stand seine Oper „Der Freischütz“, das Werk, welches erklang, bevor der Spielbetrieb 1944 eingestellt und das Opernhaus später zerbombt wurde.

Nach der Wiedereröffnung ist der Sturm auf die Semperoper enorm: es werden Sonderzüge von der Reichsbahn eingeführt, so dass die Berliner zu Opernaufführung ins berühmte Opernhaus gelangen können.

Hier sehen Sie Wiederöffnungsfeier der Semperoper Dresden:


 

 

   

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