Wann darf ich ein Fundstück behalten?

Historisches Fundstück gefunden und nun?

wann-darf-ich-ein-fundstück-behalten © Adobe Stock/denisgo
Beim Gartenumgraben stößt man auf einmal auf eine antik aussehende Münze. Doch was nun: darf man die behalten oder muss man sie abgeben? Die verblüffende Antwort: es kommt aufs Bundesland an.

Antike Fundstücke - wem gehören sie?

Wenn man auf der Straße einen Geldbeutel oder ein Smartphone findet - sollte klar sein: das muss ins Fundbüro, damit es der eigentliche Besitzer wieder findet. Doch wie ist das bei Gegenständen, die offensichtlich niemand verloren hat und die vielleicht schon seit Jahrhunderten auf ihre Entdeckung warten? Franz Eppli, Sachverständiger für Schmuck und Uhren aus Stuttgart gibt eine ganz klare Antwort: "Alles was man findet, muss man eigentlich melden und abgeben. Tut man das nicht, ist es Fundunterschlagung. Ob das jetzt ein Geldbeutel ist oder ein historischer Fund ist dabei egal." Manchmal tauchen solche Fundstücke auch an ungewöhnlichen Orten auf - so wurde zum Beispiel auch in einem Klavier ein Schatz gefunden.

Fundstücke gehören meist automatisch dem Staat

Ein Fundstück, dass dem Besitzer nicht mehr zugeordnet werden kann, weil es so lange verschollen war, nennt man auch einen "Schatzfund". Und der unterliegt dem sogenannten "Schatzregal" - das besagt: so ein Fundstück gehört automatisch dem Staat. Mit etwas Glück bekommt der Finder einen Finderlohn, doch das ist nicht oft der Fall. Das gilt in ganz Deutschland. Hintergrund dieser Regelung ist, dass der Staat verhindern möchte, dass Hobby-Schatzsucher mit Metalldetektoren den Boden an historischen Stätten bspw. am Limes, dem römischen Grenzwall, entlang absuchen. So fällt ein Fund automatisch dem Staat zu, egal, wo er gefunden wurde. Das gilt auch für Gewässer, also das Meer, Seen und Flüsse. Einzige Ausnahme: das Bundesland Bayern.

Sonderfall für Fundstücke: Bayern

Dort gibt es kein sogenanntes "Schatzregal", sondern es gilt die hadrianische Teilung. Das bedeutet: die Hälfte des Fundes gehört dem Finder, die andere Hälfte, demjenigen, auf dessen Grund und Boden der Fund gemacht worden ist. Also beispielsweise, dem Bauern, auf dessen Acker man die Münze gefunden hat. Das führt nun in Grenzgebieten teilweise dazu, dass der Fundort von "Schätzen" oft verschleiert bzw. falsch angeben wird, so dass er sich noch haarscharf in Bayern befindet und der Finder ihn behalten kann. Für Wissenschaftler und Historiker ein schlimmer Nebeneffekt.

Ist mein Fundstück historisch?

"Antik bedeutet, genau genommen etwas, das mindestens 100 Jahre alt ist. Bei Dingen, die tausend und mehr Jahre alt sind spricht man schon von "Antiken". Es wird für Finder immer schwierig sein, das einzuordnen. Diese Einordnung nimmt deshalb das Denkmalamt vor. Grundsätzlich gilt für jede Privatperson: wenn ich etwas finde, und es hat einen höheren Wert, dann bin ich verpflichtet, das zu melden und das Stück abzugeben." So Franz Eppli. Die gute Nachricht ist: wenn das Denkmalamt keinen Anspruch erhebt und der Besitzer sich nicht meldet, fällt das Fundstück nach 6 Monaten dem Finder zu. Und diese Schätze haben Klassik Radio-Hörer entdeckt.



   

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