Was bringt Bayerns Ausfallfonds

Bayern hat den Ausfallfonds des Bundes aufgestockt - das sagt die Filmbranche dazu

was-bringt-bayerns-ausfallfonds © Fotolia/ fergregory
Bayern stockt als erstes Bundesland den 50 Millionen Euro großen Ausfallfonds des Bundes um weitere 5 Millionen auf. Durch den Fonds soll die Produktion von Kinofilmen und High-End-Serien vor Unterbrechungen durch die Pandemie geschützt werden.

Wofür ist der Ausfallfonds eigentlich gedacht?

Jens Steinbrecher, Pressesprecher der deutschen Filmförderungsanstalt, hat im Gespräch mit Klassik Radio die Situation erörtert: „Die Fertigstellung von Filmproduktionen wird grundsätzlich versichert. Durch diese Versicherung werden zusätzliche Kosten abgedeckt, die durch Ausfälle bei der Produktion entstehen können. Davon ausgenommen sind allerdings Ausfälle, die durch höhere Gewalt herbeigeführt werden, also auch pandemiebedingte Ausfälle. Für Produzentinnen und Produzenten ist das ein riesiges Problem!“

Aus diesem Grund wurde von der Staatsministerin für Kultur und Medien der Corona-Ausfallfonds mit 50 Millionen Euro ins Leben gerufen, der auch durch Corona herbeigeführte Ausfälle versichert.

Warum beteiligt sich Bayern jetzt am Ausfallfonds?

„Das Geld kommt vom Bund und ist demnach nicht für Produktionen, die von den einzelnen Ländern gefördert werden. Bayern ist jetzt das erste Bundesland, das sich mit 5 Millionen Euro anteilig an dem Fonds beteiligt, um auch Produktionen abzudecken, die von Bayern selbst gefördert werden“, erklärt Steinbrecher. Dem Vorbild Bayerns könnten sich zeitnah auch andere große Filmstandorte im Land anschließen.

Inwiefern hilft der Fonds der deutschen Filmbranche?

„Die Produzentinnen und Produzenten bekommen dadurch Sicherheit. Wenn sie diese Sicherheit nicht hätten, wäre der Beginn jeder Produktion ein riesiges Wagnis, das Produktionsfirmen tatsächlich ruinieren könnte. Der Ausfallfonds sorgt also dafür, dass Dreharbeiten überhaupt erst stattfinden können!“, so Steinbrecher. In nächster Zeit ist somit also der Nachschub deutscher Produktionen in den Kinos gesichert. Die sind momentan für die Kinobetreiber auch besonders wichtig, denn viele internationale Filme wurden verschoben und gerade kleinere Kinos kämpfen ums Überleben.

Wie wird der Ausfallfonds von der Filmbranche angenommen?

Uli Aselmann, Filmproduzent und stellvertretender Vorsitz der Produzentenallianz, hat uns seinen Blickwinkel auf die Maßnahmen geschildert: „Der Ausfallfonds deckt zwar nicht das gesamte unternehmerische Risiko, es ist aber natürlich eine wahnsinnige Beruhigung, wenn man sowohl in der Bundespolitik als auch in Bayern sieht, dass das Risiko den Unternehmen nicht allein aufgebürdet wird. Das finde ich schon mal grundsätzlich anerkennenswert!“

Wo liegen Schwachstellen?

„Der Fonds ist am 11. September dieses Jahres gestartet. Weiter davor liegende Filme sind nicht mit berücksichtigt worden. Es sind auch die Risiken bei einem möglichen Dreh im Ausland nicht mit versichert. Das ist sicherlich noch ein großes Problem, mit dem wir uns zu beschäftigen haben! Bayern finanziert ja auch Kinofilme, die in anderen Ländern gedreht werden, und das Risiko kann man natürlich im Moment nicht versichern. Das führt dazu, dass die Filme nicht in dem Umfang hergestellt werden können, wie wir das natürlich gerne wollen würden“, erklärt Aselmann.

Gibt es Kritik an der Politik?

 „Ich hätte mir gewünscht, dass das alles etwas einfacher zu organisieren gewesen wäre. Zum Beispiel über einen abgesicherten KfW-Kredit, der auch eher mit 500 Millionen Euro ausgestattet worden wäre und nicht so viele föderale und bundespolitische Fragen aufgeworfen hätte. Es wäre auch gut gewesen, wenn man eine große Lösung gefunden hätte, die unmittelbar nach dem Lockdown gegriffen hätte. Da war man nicht pragmatisch, und gemessen an der Zahl der Menschen, die in der Bewegtbildindustrie beschäftigt werden, hat man uns da im Vergleich zu anderen Branchen nicht genug Aufmerksamkeit gegeben und zu langsam reagiert“, so Aselmann.

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(N. Meier)
   

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