Weltradiotag

weltradiotag
Mittlerweile steht in jeder Wohnung eines, die ersten Radios kaufte man sich vor rund hundert Jahren. Lesen Sie hier mehr zur Geschichte des Radios am Weltradiotag.

Die Erfindung des Radios

Um die Lorbeeren, wer das Radio erfunden hat, rangeln sich viele Wissenschaftler. Die Erfindung geht letztlich auf eine internationale Teamarbeit zurück. 1865 war es der englische Physiker James C. Maxwell, der zunächst die elektromagnetischen Signale entdeckte: Wellen, die ohne Drähte, sondern über die Luft Signale verbreiten. Maxwell behauptete als Erster, dass man diese auch künstlich herstellen könne, beweisen konnte er dies allerdings nicht.

Es war Heinrich Herz, dem dies 1887 gelang, so dass der deutsche Physiker vor allem bei der Erfindung des Radios genannt wird. Nach ihm sind bis heute die elektromagnetischen Wellen benannt: ein Hertz (Hz) bedeutet eine Wellen-Schwingung pro Sekunde.


Heinrich Hertz
Nikola Tesla wiederum war es, der es ermöglichte, über elektromagnetische Wellen akustische Signale zu verbreiten und diese mit einem Radio erneut in Schall umzuwandeln.

Und zuletzt war es ein italienischer Edelmann, der die Erfindung des Radios vollendete: Gugliemo Marconi verbesserte die von Hertz erfundene Anlage zum Senden elektromagnetischer Signale. Es gelang ihm, von Cornwall aus ein Signal in seine Heimat zu senden.

In der Schifffahrt wurden die Möglichkeiten als erstes genutzt: Dampfer wurden mit drahtlosen Funkgeräten ausgestattet. Mit dem Morse-Alphabet konnten Seeleute nun vom Meer aus kommunizieren. Zunächst wurde die Erfindung nicht für den kommerziellen Gebrauch, sondern zur Kommunikation genutzt, besonders beim Militär und bei der Börse.

„Hier ist Berlin, Voxhaus“



Das Radio zu Unterhaltungszwecken gibt es seit den 20er Jahren, und die Vorreiter darin waren die USA und die Niederlande. Der erste kommerzielle Sender ging 1919 in Den Haag on Air.

Mit dem Satz „Hier ist Berlin, Voxhaus“ beginnt dann am 28. Oktober 1923 die deutsche Radiogeschichte. Anschließend spielte das Berliner Voxhaus einen flotten Foxtrott. Eine Stunde lang dauerte die erste Radiosendung Deutschlands.

Zunächst wollte der Staat der Weimarer Republik die Inhalte, die übers Radio gesendet wurden, kontrollieren. Es war Hans Bredow, der Ministerialdirektor im Berliner Postministerium (welchem der Rundfunk damals unterstand), der sich dafür einsetzte, dass das Radio auch zu Unterhaltungszwecken eingesetzt wurde.

Wer sich ein Radio anschaffen wollte, musste dafür eine Genehmigung einholen und auch eine Gebühr zahlen. Der erste Deutsche, der sich ein Radio leisten konnte, war der Berliner Zigarettenhändler Wilhelm Kollhoff, der dafür 350 Milliarden Mark zahlte – Deutschland steckte tief in der Inflation. 

Wer in den 20er Jahren Radio hören wollte, der musste dies zunächst über einen Kopfhörer tun. Erst als sich später Röhrengeräte durchsetzten, konnte man in der großen Runde Radio hören. Das Programm war in den 20er Jahren sowohl in der Musik als mit seinem Programm bereits äußerst vielfältig.

Das Radio als Propagandamittel

Zu Kriegszeiten diente das Radio stets auf der einen Seite der Berichterstattung, auf der anderen Seite der Zerstreuung. Zur Zeit des Nationalsozialismus wird das Radio dabei völlig in den Dienst der Nazi-Ideologie gestellt. Es werden massenhaft günstige Radios produziert, so dass die Partei jeden Haushalt erreichen kann. Diese Radios werden Volksempfänger oder auch „die Goebbelsschnauze“ genannt. Juden dürfen keine Radios mehr besitzen. Der Rundfunk dient nun dazu, die Massen zu manipulieren und zu mobilisieren.

Das Radio war gleichermaßen beliebt und gefürchtet. Es war streng verboten, ausländische Sender zu hören, ganz besonders die britische BBC. Das Hören des „Feindsenders“  konnte mit Zuchthaus bis hin zur Todesstrafe geahndet werden, was zu Abschreckungsmaßnahmen auch geschah.

Radio nach Kriegsende - ARD

Die Alliierten übernehmen nach der Kapitulation Deutschlands die Kontrolle über den Rundfunk, und zunächst wird ein System nach Vorbild der BBC eingeführt: ein System, welches dezentral organisiert und von Gremien kontrolliert wird. Die Finanzierung erfolgte durch Gebühren.

Nach und nach gab es wieder vermehrt Hörspiele und Lesungen im Radio. Neben kulturellen Beiträgen und Musik konnte man sich allmählich auch wieder politisch informieren.

Ab 1949 standen die Sender dann wieder unter deutsche Kontrolle und wurden ein Jahr später zur Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands - zur ARD - zusammengeschlossen.

Konkurrent Fernsehen

Das Radioprogramm änderte sich stark, als ein großer Konkurrent die Unterhaltungsbühne betrat: Zuvor war Radio ein so genanntes Einschaltprogramm: man wartete, bis seine Sendung kam und schaltete sie ein. Nun übernahm diese Rolle das Fernsehen, und das Radioprogramm musste sich neu erfinden und den Hörer durch den Tag begleiten. Die Berichterstattung wurde vielfältiger, aber auch schneller.

Radio heute

Nach und nach verabschiedet sich das Radio auch vom UKW-Empfang, hingegen gewinnen das Digitalradio und das Radio auf dem Smartphone an Bedeutung. DAB+ hat eine besonders gute Klangqualität, der Empfang ist störfrei und bietet die Möglichkeit, den Hörer viele zusätzliche Informationen und Zusatzfunktionen anzubieten.

Klassik Radio hören Sie natürlich auch über DAB+. Mehr Informationen zu diesem Radio der Zukunft erhalten Sie hier.


 

 

 

 

   

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