Wie geht es Musikern in den USA?

Klassik Radio im Gespräch

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Das letzte Jahr war für alle Kunstschaffende hart. Wir haben mit einem Musiker in New York gesprochen. Wie ist es als Musiker in den USA und wie schaut er in die Zukunft angesichts des neuen Präsidenten.
Jesus Rodolfo Rodrigo ist Spanier und lebt seit über 12 Jahren in den USA. Er hat Viola, Klavier und Architektur an der Yale-University studiert und war auch an der Juilliard School in New York. Im Gespräch wirkte er sehr gefasst und insgesamt positiv gestimmt. Das liegt unter anderem auch an der Hoffnung, die er in das Team um den neuen Präsidenten Joe Biden setzt.

„Die Wiedergeburt der USA.“

„Ich bin sehr optimistisch und positiv gestimmt, was die Wiedergeburt der USA betrifft“, sagt Jesus Rodolfo in Bezug auf den neuen Präsidenten. Er hofft sehr, dass sich das neue Team mehr für das Wohl der Musiker engagieren werde. Immerhin habe die Musiklandschaft in den USA auch Geschichte geschrieben.

Vielen Musikern geht es noch immer sehr schlecht

.Die Situation für Musiker ist nach wie vor schwierig. Im letzten Jahr passierte alles auf einmal und die politische Krise habe die Gesamtsituation nochmals verstärkt. Das größte Problem ist natürlich, dass die Opernhäuser und Theater weiterhin geschlossen sind. Dazu kommt, dass diese nicht vom Staat subventioniert werden. Er kenne zwar Musiker, beispielsweise von den New York Philharmonics, die noch einen kleinen Lohn bekämen, aber das reiche nicht zum Leben. Glücklicherweise hätten viele noch eine zusätzliche Jobausbildung. Trotz allem müssen viele Musiker sehr kämpfen und er erzählte mir, dass einige sogar mit Essensmarken ihren täglichen Einkauf bestritten…

Der Optimismus überwiegt trotz allem

Also im April und Mai hatte eine schwere Zeit und wusste nicht wohin mit sich. Alle seine Produktionen wurden natürlich verschoben oder abgesagt und er war frustriert. „Irgendwann gab es dann einen Punkt an dem ich dachte; okay, ich muss jetzt einfach begreifen, dass das eine globale Krise ist“, so Jesus. Er hat es geschafft sich selber neu zu motivieren und neue Dinge zu kreieren. Dazu hat er sich vermehrt um seine Schüler gekümmert, die in diesen Zeiten sehr froh um die Unterstützung waren. Zusätzlich bot er kostenlose Beratungen für Musiker an. Jetzt gehe es ihm soweit gut und er kann wieder positiver in die Zukunft blicken.

Umgang mit der Krise in der Kunst

Trotz leerer Bühnen und geschlossenen Opernhäusern haben es die Künstler geschafft, diese schwere Zeit mit ihren Mitteln zu verarbeiten. „Wir regieren auf das, was um uns herum passiert…das lässt in uns aber auch Dinge wach werden, die wir so gar nicht vermutet haben. Ungeahnte Fähigkeiten oder Interessen.“ Jesus sagte, dass er keine Zweifel habe, dass es weitergehen wird und die Menschen eben auf eine andere Art und Weise weiterhin Kunst und Musik machen werden.

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(L. Bothor)
   

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