Wie ist die Stimmung an der Oper Cottbus?

Probenmarathon und geplanter Premierenreigen

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Gerade müssen Opern-und Konzerthäuser wieder eine Pause einlegen. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Wir haben bei der Oper Cottbus nachgefragt. Kürzere Spielzeiten, spezielle Formate, geänderte Sitzkonzepte: in den letzten Monaten haben sich Opern- und Konzerthäuser einiges einfallen lassen, um die Kultur weiterleben zu lassen. Und auch jetzt stecken Sie den Kopf nicht in den Sand.

Motiviert durch Probenbetrieb

Stephan Märki ist Intendant und Operndirektor des Staatstheaters Cottbus erklärt, wie er es schafft, motiviert zu bleiben: "Das bin ich grundsätzlich und jetzt erst recht, da klar ist, dass wir zumindest proben dürfen. Denn das ist zwingend, dass wir im Dezember spielen können. Jetzt proben wir eben rund um die Uhr und versuchen, die Produktionen bis zur Premierenreife fertigzustellen, um sie dann im Dezember nachholen zu können. Da wird es einen Premierenreigen geben."

Nähe in Distanz herstellen

Das Proben läuft im Rahmen eines umfassenden Hygienekonzepts, unter anderem werden Masken getragen und es gibt ein Testprogramm. "Wir kommunizieren viel mit und untereinander, immer auf der Suche nach dem bestmöglichen Umgang mit dem Virus zum bestmöglichen künstlerischen Resultat und dem Paradox, Nähe in der Distanz herzustellen und das Unmögliche möglich zu machen", erläutert Märki.

Motiviertes Ensemble

Für die Musikerinnen und Musiker sei es dabei schon Motivation genug, überhaupt noch arbeiten zu können. Dennoch sei es eine sehr herausfordernde Zeit und es sei wichtig, dass man konzentriert bleibe, Ruhe bewahre und sorgsam miteinander umgehe, um diese Krise so gut wie möglich zu meistern. 

Muss die Kultur laut sein?

Stephan Märki findet nicht, dass die Kultur angesichts der aktuellen Lage zu leise sei: "Muss sie laut sein? Beweist sie mit Lautstärke Relevanz? Ich glaube nicht, dass Schreien hilft. Natürlich sind wir eine künstlerische Institutionen und klar, die Sache mit der Lobby ist nicht vergleichbar wie z.B. beim Sport. Andererseits unsere Lobby ist unser Publikum und das hat jetzt vielleicht echte Sorgen, weil die Kurzarbeit nicht ausreicht oder überhaupt nicht greift. Wir sollten unsere eigene Situation reflektieren. Wir Festangestellten sind sehr privilegiert, das sollten wir nicht vergessen."  

"Wir sind nicht systemrelevant" 

"Wir sind nicht systemrelevant, wären wir das, wären wir keine künstlerische Institution mehr. Aber wir sind lebensrelevant, wie die Liebe auch. Man braucht sie nicht zum physischen Überleben, doch kaum jemand möchte wohl ohne Liebe leben. Niemand spricht uns unsere Bedeutung ab, aber essen und gesund bleiben kann man von Kunst eben nicht", erläutert der Intendant seine Meinung.4

Wunsch: das die Zahlen sinken

Er wünscht sich vor allem Folgendes: "Dass die Sorge füreinander so lange durchhält, bis wir wieder sorglos sein können. Dann freue ich mich darüber, dass sich alle wieder über den eigentlichen Theaterabend freuen oder auch aufregen können. Und ganz konkret hoffe ich natürlich sehr, dass die Zahlen durch diese Schließungen wirklich so sinken, dass wir es uns als Gesellschaft im Dezember werden leisten können, vielleicht etwas differenziertere Schließungen vorzunehmen, die beides möglich machen: Infektionsschutz und ein gewisses öffentliches Leben."

(K.Jäger)


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