Wildunfälle vermeiden

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Hier erfahren Sie, wie Sie der Gefahr von Wildunfällen vorbeugen können und sich verhalten, wenn es zum Ernstfall kommt.

Hohe Zahl an Unfällen

Wildunfälle sind leider keine Seltenheit: alle zweieinhalb Minuten stößt in Deutschland ein Auto mit einem Wildtier zusammen. Die Gefahr, die von einem Wildunfall ausgeht, wird oft unterschätzt: Ein 20 Kilogramm schweres Reh bekommt ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne, wenn es bei Tempo 100 mit einem Auto kollidiert. Damit kommt es zu etwa 650 Wildunfällen am Tag mit zwanzig Verkehrstoten im Jahr.

Auf Seiten der Tiere sind die Zahlen verheerend: pro Jahr sterben 220.000 Rehe und 12.000 Wildschweine. Die große Zahl an Wildunfällen sorgt teilweise sogar für eine Gefährdung eines gesamten Tierbestands: 80 Prozent aller Wildkatzen sterben durch Autounfälle, genauso wie 70 Prozent der Fischotter.

Wann die Gefahr am größten ist

Die meisten Wildunfälle passieren in den Morgen- und Abendstunden, denn zu dieser Zeit sind die Tiere besonders aktiv. Die Gebiete entlang Wäldern und Felder sind besonders betroffen und meist mit entsprechenden Warnschildern gekennzeichnet.
Besonders dann, wenn eine Straße neu gebaut wurde, welche die Tiere deswegen noch nicht gut kennen, ist die Gefahr einer Kollision mit einem Wildtier hoch.

Besondere Vorsicht gilt in den Monaten der Zeitumstellung. Im März und April sind die Wildtiere besonders aktiv, da sie zu dieser Zeit vermehrt auf Futtersuche sind. Im Oktober wiederum sind die Tiere zumeist damit beschäftigt, ein Winterquartier zu finden und bewegen sich daher mehr. Von September bis Januar ist auch die so genannte Blatt- oder Brunftzeit, die Tiere sind auf Partnersuche und deswegen aktiv und weniger vorsichtig unterwegs.


Wie Sie den Wildunfall vermeiden

Sollten Sie auf ein Warnschild „Wildwechsel“ treffen, so fahren Sie langsamer und konzentriert. Halten Sie bremsbereit auch die Wald- und Straßenränder im Auge. In den meisten Fällen taucht das Wild erst in zwanzig Meter Entfernung vor dem Auto auf. Insofern es möglich ist, schalten Sie das Fernlicht an, denn dadurch werden die Augen der Tiere zu Reflektoren und können schneller gesehen werden.

Sollte Ihnen ein Tier begegnen, ist besondere Vorsicht wichtig, denn oft sind Tiere in Gruppen unterwegs und es könnten somit Nachzügler dabei sein.

Selbst wenn Sie nicht im Auto unterwegs sind, können Sie dabei helfen, Wildunfälle zu vermeiden: halten Sie sich in Waldgebieten auf Rastplätzen und den Wegen auf. Vermeiden Sie es, Wildtiere zu beunruhigen, um andere Autofahrer und die Tiere nicht zu gefährden.

Wenn es zum Ernstfall kommt

Wenn sich die Kollision mit einem Wildtier nicht mehr vermeiden lässt, sollten Sie auf keinem Fall ausweichen. Halten Sie das Lenkrad gut fest und bremsen Sie mit voller Kraft. Ausweichmanöver sind besonders gefährlich, denn hierbei gerät der Wagen ins Schleudern und es werden häufig auch noch andere Verkehrsteilnehmer in den Unfall verwickelt. Experten gehen davon aus, dass die meisten Unfalltoten durch Ausweichmanöver und Kollisionen mit Bäumen zustande kommen.

Machen Sie keine Vollbremsung bei Kleintieren. Wer einen Autounfall durch Vollbremsung bei einem Hasen, Igel oder Fuchs auf der Straße macht, trägt oft eine Mitschuld. Versicherungen zahlen oft nicht, wenn durch Ausweichmanöver Schäden entstanden sind. Dies gilt nicht für Motorradfahrer, denn hier kann bereits der Zusammenstoß mit einem Hasen Maschine und Fahrer zum Sturz bringen.

Nach einem Unfall schalten Sie die Warnblinkanlage an und sichern den Unfall ab. Melden Sie sich bei der Polizei und verlassen Sie den Unfallort nicht. Die Polizei stellt Ihnen eine Bescheinigung über den Wildunfall aus, was wichtig für Schadensersatzansprüche wird.

Auf keinen Fall sollten Sie das Tier mit bloßen Händen anfassen, denn es besteht Tollwutgefahr. Dennoch ist es gut, das tote Tier an den Randstreifen zu bringen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Ein totes Tier darf niemals mitgenommen werden, sonst macht man sich der Wilderei strafbar.

Ein verletztes Tier allerdings sollten Sie nicht anfassen, es könnte sich wehren. Halten Sie Abstand, um das Tier nicht noch weiter zu ängstigen.
Sollte ein angefahrenes Tier nach dem Unfall fliehen, merken Sie sich die Laufrichtung und melden es der Polizei. Mithilfe Ihrer Angaben können später Förster oder Jäger mit einem ausgebildeten Hund das Tier suchen.

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