"Wir haben 15 Stunden am Stück aufgenommen"

Wettlauf gegen die Zeit vor dem Lockdown

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Sänger*innen aus aller Welt hatten sich zusammengefunden, um das Album des World Choir for Peace aufzunehmen. Dann drohte der Lockdown.

Atmosphäre wie bei Pop-Produktionen

"Da unsere Sänger ja aus der ganzen Welt angereist sind, auch aus den USA und Südafrika, hatten wir gegen Ende der Woche peu à peu Abreisen zu verzeichnen, so dass wir uns entschlossen haben, einen Tag früher aufzuhören, mit reduzierten Sängern und haben dann quasi 15 Stunden am Stück aufgenommen", beschreibt Chorleiter und Dirigent Nicol Matt den Endspurt zum ersten Album des World Choir for Peace. Die Atmosphäre sei in etwa gewesen wie bei den Aufnahmen zu einem Pop- oder Rockalbum. "Nur dass wir keine Pizza gegessen und nicht geraucht haben", erklärt Nicol Matt. "Wir haben eigentlich die ganze Zeit nur gesungen."

Studio war ein großer Saal

Damals gab es noch keine Abstands -und andere Regelungen, doch Nicol Matt denkt, auch heute wäre es ggf. möglich mit seinem Chor eine Studioaufnahme zu machen: "Abgesehen davon, dass wir die Sänger natürlich nicht kriegen würden, jetzt mit den ganzen Einreisebeschränkungen etc. Doch das Studio in Hannover, in dem wir aufgenommen haben, ist eigentlich ein großer Saal. Wir haben sowieso im Kreis aufgenommen und hatten Abstand zwischen uns und wenn wir den vergrößern würden und sich alle vorher testen lassen, müsste das unter Umständen jetzt auch gehen. 

Von der Kirche bis zum Stadion

Der Chor für die Aufnahmen bestand aus maximal 26 Menschen. Mit der Größe des Chors nehmen natürlich auch die Schwierigkeiten zu: "überhaupt einen Proberaum zu finden, der groß genug ist. Wenn dann ein Chor so 50 bis 60 Personen hat, ist es natürlich wahnsinnig schwierig. Da muss man auf Kirchen ausweichen, manche proben auch in Parkhäusern oder Stadien. DAs ist schon wahnsinnig aufwendig", erklärt Nicol Matt. 

Niemand wurde infiziert 

Am Ende aber war das Album dann fertig - mit nur minimalem Schwund: von den geplanten 20 Stücken wurden 19 fertig gestellt. Zudem kamen alle Sängerinnen und Sänger wieder wohlbehalten in ihrer jeweiligen Heimat an. Außerdem hatten sie Glück - trotz damals fehlender Testmöglichkeiten wurde niemand infiziert - auch nicht im Nachhinein.

Kein Tournee, kein Geld

Das einzige Problem: die Konzerttour, um das Album zu promoten und die Ausgaben dafür wieder einzuspielen, musste natürlich entfallen. Nun hofft der Chor durch eine Crowdfunding-Plattform Unterstützung zu finden. Das gemeinsame Singen muss zunächst warten und rein virtuell miteinander zu proben, ist schwer, denn es gibt immer eine gewisse Verzögerung.

Außergewöhnliches Video

Trotzdem waren die Chormitglieder während der akuten Krisensituation kreativ und haben ein ganz besonderes Video erstellt: jeder Sänger und jede Sängerin haben den Song "Hope" bei sich zuhause gesungen und sich dabei mit ihrem Smartphone gefilmt. Dabei hat jeder in seiner Landessprache einen Wunsch, einen Gedanken oder ein Gebet bezüglich der Pandemie geäußert. Ton und Bild wurden zusammengeschnitten und zu einer musikalischen Weltreise vereint.





(K.Jäger) 

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