"Wir sind froh, dass wir arbeiten dürfen!"

So sieht es aktuelle an deutschen Filmsets aus

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Eine Bar...Fremde, die sich zur Begrüßung die Hand schütteln, Freude, die sich umarmen, und kein Mensch trägt Mundschutz?! Solche Bilder sieht man aktuell nur noch in Filmen...oder aber bei den Dreharbeiten für neue Kino- und TV-Produktionen.
Lange durfte gar nicht gedreht werden, aber inwischen laufen die Dreharbeiten an den deutschen Filmsets auf Hochtouren. Im Gespräch mit Klassik Radio hat uns Regieassistent Elliot Eckmann etwas über das Drehen unter besonderen Bedingungen erzählt.

Arbeitspensum

Schon seit dem Ende des ersten Lockdowns im Frühjahr wird wieder gedreht und das momentan sogar überdurchschnittlich viel: „Es wird mehr gedreht, als sonst zu dieser Jahreszeit. Das liegt daran, dass die Sender ein gewisses Budget im Jahr zur Verfügung haben, welches sie auch ausgeben müssen, damit sie im nächsten Jahr wieder genau so viel Geld bekommen. Dementsprechend laufen gerade sehr viele Produktionen parallel, so dass es sogar fast keine Leute mehr gibt, die das alles bewerkstelligen können. Also eigentlich ist unsere Lage gerade sehr gut.“

Hygienemaßnahmen

Die Dreharbeiten laufen natürlich alle unter strengen Hygienebestimmungen ab: „Das fängt damit an, dass die ganzen Komparsen eine Stunde früher am Set sein müssen, weil sie vor dem Dreh alle noch einmal schnellgetestet werden müssen. Die Teammitglieder und Schauspieler müssen auch einmal die Woche getestet werden, es gilt überall Maskenpflicht und es muss viel gelüftet werden.“ Diese Richtlinien können sich allerdings von Produktion zu Produktion unterscheiden. Einheitliche Vorgaben für die Arbeit am Filmset, die für alle Dreharbeiten gelten, gibt es nämlich nicht: „Wir halten uns jeweils an das Hygienekonzept, das uns der Sender respektive die Produktionsfirma vorgibt.“

Einschränkungen

Die Hygienemaßnahmen sind selbstverständlich notwendig, bringen aber auch einige Einschränkungen mit sich, die sich rückwirkend auch auf das Drehbuch auswirken können: „Was auf jeden Fall umgeschrieben werden muss, sind Massenszenen mit vielen Komparsen.“ Eine Bar mit einer Kapazität von 35 bis 40 Plätzen, könne man beispielsweise nur noch mit maximal 15 bis 20 Schauspielern und Komparsen besetzen. Ein Defizit, welches auch mit Kameratricks nicht mehr ausgeglichen werden könne. „Damit sieht das Bild dann natürlich gehörig anders aus und man kann schlichtweg keine volle Bar mehr erzählen.“

Auch was verschiedene Bildeffekte betrifft, gibt es Abstriche: „Man darf beispielsweise keinen Nebel mehr benutzen, weil sich darin die Viren länger in der Luft halten als sonst. Das ist tatsächlich eine große visuelle Einschränkung, die wir leider tragen müssen.“ Der Nebel sorge, auch wenn ihn der Zuschauer nicht direkt sieht, stets für Stimmung im Bild.

Motivation

Trotz dieser Einschränkungen ist die Stimmung aber durchaus positiv: „Es ist natürlich das Thema Nummer eins. Am Anfang war es demotivierend, aber wir machen das ja jetzt schon seit sechs Monaten und wir haben uns damit abgefunden. Wir sind einfach froh, dass wir überhaupt arbeiten dürfen! Ganz viele Leute, die wie wir Freiberufler sind, dürfen das nämlich gerade nicht.“

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(N.Meier)
   

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