Zum 125. Todestag Peter Tschaikowskys

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Mit ihm gewann die russische Musik Weltbedeutung. Heute vor 125 Jahren starb einer der wichtigsten Romantiker der Musik.

Jugend

Pjotr Iljitsch Tschaikowksy wurde am 7. Mai 1840 in Wotkinsk am Ural geboren. Sein Vater war ein Bergbau-Ingenieur, die Mutter eine Französin, die er vergötterte und deren früher Tod durch Cholera ihn sein Leben lang beeinflussen sollte.
Peter zeigte früh musikalisches Talent, mit bereits zwei Jahren bekam er Klavierunterricht. Mozart und Chopin hatten es Peter dabei besonders angetan.

Ausbildung zum Juristen

Peters Eltern strebten für ihren Sohn die Beamtenlaufbahn an und schicken Peter im Alter von zehn Jahren nach St. Petersburg zum Studium der Rechts- und Finanzwissenschaft.
In dieser Zeit stirbt seine Mutter an Cholera, als Peter gerade vierzehn Jahre alt ist.
Nachdem Peter sein Studium beendet, arbeitet er ohne große Begeisterung für einige Zeit im Justizministerium als Verwaltungssekretär.

Kehrtwende zur Musik

1962 – Tschaikowsky ist 22 Jahre jung – öffnet das Sankt Petersburger Konservatorium. Tschaikowksy entschließt sich dazu, seine Arbeit aufzugeben, um sich an der Musikschule zu immatrikulieren. Zusätzlich nimmt er Unterricht beim berühmten Komponist, Pianist und Dirigent Anton Rubinstein, der Tschaikowsky angeraten hatte, sich beruflich der Musik zu widmen.

Erfolg in Moskau

Nach dem Studium in St. Petersburg kommt für Tschaikowsky in Moskau die Karriere als Komponist ins Rollen. Er erhält eine Anstellung als Dozent am Moskauer Konservatorium, und die ersten Kompositionen kommen zur Uraufführung, wie seine Fantasieouvertüre „Romeo und Julia“. Sein guter Ruf als Komponist weitet sich über die Grenzen Russlands hinaus. Mit vielen seiner Werke – wie auch einem der heute berühmtesten Ballette überhaupt – dem Schwanensee, stößt er aber auch auf Ablehnung seitens Kritiker und Publikum, was Tschaikowsky immer wieder in schwere Sinnkrisen verfallen lässt.


Nadeschda von Meck

Neben Peter Tschaikowskys Bruder ist es die Brieffreundschaft zu Nadeschda von Meck, die dem Komponisten in seinem Leben viel Halt gibt.
Von Meck ist die schwerreiche Witwe eines Eisenbahnunternehmers, eine hochbegabte musikalische Dilettantin, welche die Musik Tschaikowskys verehrt. Durch ihre jährliche Pension befreit sie Tschaikowsky von finanziellen Sorgen.
In einem Zeitraum von vierzehn Jahren schreiben die beiden sich 1204 Briefe, die großen Einblick in Tschaikowskys Seelenleben geben. Persönlich haben von Meck und Tschaikowsky aber nie miteinander gesprochen. Als von Meck nach vielen Jahren die Korrespondenz abbricht, ist Tschaikowsky tief getroffen. Der Grund für den Bruch ist nicht klar. Finanziell halten sich die Auswirkungen der Entfremdung in Grenzen, da der Zar mit den Pensionszahlungen einspringt.

Viele Werke Tschaikowskys sind seiner Freundin Nadeschda gewidmet. So ist sie auch die Widmungsträgerin seiner Sinfonie Nr. 4:


Privatleben

Peter Tschaikowsky wird in Biografien oft als schwermütig und melancholisch beschrieben. Die andere, viel treffendere Seite Peter Tschaikowskys ist die eines lebenslustigen extrovertierten Mannes, der mitunter sehr glückliche Zeiten erlebt hat, bevor der große Ruhm und gleichzeitig auch vermehrt der gesellschaftliche Druck kamen.
Seine Homosexualität, die er zuvor recht offen ausgelebt hatte, wird durch seine Prominenz zum Problem: Tschaikowsky fürchtet die Enthüllung und nicht nur einen gesellschaftlichen Skandal: Im 19. Jahrhundert war Homosexualität verboten und konnte gerichtlich geahndet werden. Von seinem intimen Leben erfährt man viel und detailliert aus den Briefen und Tagebüchern des Komponisten.

Tschaikowsky beginnt, für die Öffentlichkeit eine Fassade aufzubauen und geht eine Scheinehe mit einer jungen Schülerin ein, welche den Komponisten tief verehrt. Die Ehe mit Antonina Milijukova belastet nicht nur die junge Frau, sondern auch Tschaikowsky schwer. Als „endlose moralische Folter“ bezeichnet er die Zeit mit Antonina, und ihre Ehe ist nicht von großer Dauer. Diese Zeit ist auch eng mit Tschaikowskys künstlerischem Schaffen verbunden. Nachdem er lange Zeit in einer Schaffenskrise steckte, schreibt er in seiner neu gewonnenen Freiheit durch die Scheidung innerhalb kurzer Zeit seine Sinfonie Nr. 5.


Die Musik Tschaikowskys

Russische Folklore und westliche Kunstmusik verschmelzen in der Musik von Peter Tschaikowsky. Mit seinen Sinfonien, Balletten, Opern und seiner Kammermusik setzte er das zuvor wenig beachtete Russland auf die musikalische Landkarte.

Vor allem mit Balletten wie „Schwanensee“, „Dornröschen“ und „Der Nussknacker“ ist Tschaikowsky Dauergast in den internationalen Opernhäusern. Tschaikowsky hat aber in fast allen musikalischen Gattungen erfolgreich komponiert.
Als besondere Meisterwerke gelten die letzten drei seiner sechs Sinfonien, die Opern „Eugen Onegin“ und „Pique Dame“ sowie seine Fantasieouvertüre „Romeo und Julia“. Weniger beachtet sind seine Kammermusik und seine Klaviermusik.



Neben seiner Tätigkeit als Komponist wurde Tschaikowsky mit zunehmenden Alter auch zum erfolgreichen Dirigenten, eine Tätigkeit, die ihn in fast alle größeren europäischen Länder führte.

Rätselhafter Tod

Das letzte Werk, das Tschaikowsky aufführen lässt, ist seine sechste Sinfonie, die „Ergreifende“, die „Pathétique“, die Tschaikowsky bereits als Schlussstein seines Schaffens bezeichnet.
Eine Woche, nachdem er die Pathétique in der Philharmonie von St. Petersburg uraufführen lässt, wird er mit Krämpfen ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte vier Tage lang um sein Leben kämpfen.



Im Alter von 53 Jahren stirbt Peter Tschaikowsky schließlich am 6. November 1893.
Die Todesursache konnte nie geklärt werden, es halten sich zwei Theorien, die vielleicht auch zusammenhängen: Jene, dass der schwermütige Tschaikowsky sich das Leben genommen hat, und die zweite, dass er an einer Blutvergiftung aufgrund einer nicht behandelten Choleraerkrankung starb. Der Komponist soll versuchtes Wasser der Neva getrunken haben, und zu dieser Zeit herrschte in der Tat eine Epidemie in Petersburg.
Ebenfalls hält sich die Theorie, dass Zar Alexander III. Tschaikowsky gezwungen haben soll, jenes Glas mit verseuchtem Wasser zu trinken, als Strafe für eine homoerotische Beziehung zu einem Mitglied der Zarenfamilie. Andere Forscher schließen eine solche Art von Verfolgung aus, da in den höheren Kreisen der russischen Gesellschaft damals eine große Toleranz gegenüber Homosexuellen herrschte.

Nach Tschaikowskys Tod spricht Zar Alexander III. als einer der ersten sein Beileid aus, und mit einem Staatsbegräbnis wird Tschaikowsky beigesetzt.
   

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