Zum 90. Geburtstag Martin Luther Kings

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Seine Visionen veränderten die Welt: Heute vor 90 Jahren wurde der Menschenrechtler und Baptistensohn Martin Luther King geboren.

I HAVE A DREAM

Es ist eine seiner berühmtesten Reden, als Martin Luther King 1963 in Washington das Bild einer Gesellschaft zeichnet, die nicht durch die Rasse voneinander getrennt ist. Mit seinem gewaltfreien Kampf gegen die Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung geht er in die Geschichte ein.

Südstaaten-Kind

Schon früh lernt Martin Luther King in seinem Leben, was Rassentrennung bewirkt. Der am 16. Januar 1929 in Georgia geborene Michael King Junior lebt in einer Welt, in der Afro-Amerikaner Erniedrigungen und Demütigungen durch die weiße Bevölkerung ausgesetzt sind und durch die Gesetze der Segregation ausgegrenzt werden.

So darf auch Michael King Junior etwa in Restaurants, Bars oder Bussen nicht neben der weißen Bevölkerung sitzen oder dieselben Toiletten aufsuchen. Afro-Amerikaner dürfen keine öffentlichen Ämter bekleiden, viele sind ohnehin von den Wahlen ausgeschlossen, weil sie keine Lese- und Schreibekenntnisse vorweisen können, ein Kriterium zur Wahlberechtigung.

Ein einschneidendes Moment für King Junior weckt seinen Wunsch, sich den anhaltenden Diskriminierungen entgegenzustellen: er darf seinen besten Freund nicht mehr treffen, nachdem beide die Grundschule abschließen: die Eltern des Freundes verbieten den Kontakt zu einem afro-amerikanischen Mitschüler.

Noch als Minderjähriger nimmt der talentierte King sein Studium auf. Mittlerweile heißt er Martin Luther King, der Vater hatte ihn umbenannt, nachdem er auf einer Europareise gewesen war und so den Reformator aus Eisleben ehren wollte.
Luther King widmet sich dem Fach Soziologie mit dem Wunsch, sein eigenes Land zu reformieren und sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Besonders der gewaltfreie Widerstand Mahatma Gandhis beeindruckt den jungen Mann.

Pfarrer in Montgomery

Nach seinem Abschluss im Fach Soziologie studiert Luther King genau wie sein Vater einst Theologie. 1954 bekommt er eine Anstellung als Pfarrer in Montgomery, Alabama. Hier ist zu dieser Zeit ein Drittel der Gesamtbevölkerung afro-amerikanisch, ohne dabei wirkliche Rechte zu besitzen.

Genau hier in Montgomery, Alabama, wird der Kampf gegen die Rassentrennung entfacht, als Rosa Parks sich 1955 sich weigert, den für die „Farbigen“ vorgesehenen Plätze hinten im Bus zu beanspruchen. Beharrlich bleibt sie auf dem für Weiße vorgesehenen Platz sitzen und wird dafür verhaftet.

Montgomery Bus Boycott

In Montgomery boykottiert daraufhin die afro-amerikanische Bevölkerung die städtischen Busse. Sie wählen dabei Martin Luther King zum Anführer dieser Bewegung. Sie weitet sich schnell auf andere Städte wie Albany, Birmingham oder Selma aus. In gewaltfreien Sitzblockaden, Märschen und Gebetskreisen fordern sie das Ende der rassistischen Gesetze. Diese Boykottbewegung hält über ein Jahr an und ist erfolgreich: der oberste Gerichtshof der USA erklärt Ende 1956 die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln für verfassungswidrig.

Hilfe von John F. Kennedy

Martin Luther King kündigt seine Anstellung als Pfarrer in Montgomery, um reisen zu können und in den USA weitere friedliche Protestaktionen organisieren zu können. Die Massendemonstrationen werden häufig von der Polizei gewaltsam niedergeschlagen, und immer wieder wird King für sein Engagement festgenommen. Zwischen 1955 und 1968 landet er mehr als 30mal im Gefängnis. Es ist Präsident John F. Kennedy, der bis zu seinem Tod 1963 in zahlreichen Fällen dafür sorgt, dass King wieder entlassen wird. In dieser Zeit bis 1968 überlebte Martin Luther King drei Bombenattentate und viele tätliche Angriffe.

Marsch auf Washington

Das Jahr 1963 stellt einen der großen Höhepunkte der Freiheitsbewegung dar: aus den anfänglichen Boykotten in Montgomery kommen in diesem Jahr am 28. August 250.000 Menschen zusammen, um auf friedliche Weise für die Bürgerrechte der Afro-Amerikaner zu demonstrieren.
Hier hält Martin Luther King seine berühmte Rede: „I have a dream“:

"Ich habe einen Traum, dass eines Tages ... die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen werden. ...Und alle Kinder Gottes – ob schwarz, weiß, Juden, Nichtjuden, Protestanten und Katholiken – sich die Hände reichen und singen werden „Endlich frei!“ ... Ich habe einen Traum…dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern allein nach ihrem Charakter beurteilen wird."


Person of Interest

Die Vision Luther Kings von einer gleichberechtigten Gesellschaft und die Begeisterung, die er in den Massen auslöst, lassen spätestens jetzt das FBI aufhorchen. Der damalige Chef des Federal Bureau of Investigation lässt nach dem Marsch aus Washington Martin Luther King und weitere Bürgerrechtler bespitzeln, um die Bürgerrechtsbewegung zu schwächen.

Friedensnobelpreis

1964 kommt der große Durchbruch: mit dem „Civil Rights Act“ lässt der Kongress die Rassentrennung in jedem Staat der USA verbieten. Noch im selben Jahr wird Martin Luther King mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ein Jahr später dann erhält die afro-amerikanische Bevölkerung das Wahlrecht.

Schmutzkampagne

Nach dem „Civil Rights Act“ geht der Kampf für Martin Luther King weiter. Er erkennt, dass das Problem nicht bloß die Gesetze sind, sondern die ungleiche Verteilung des Kapitals.

Martin Luther King stellt die Verbindung zwischen der Armut und dem Krieg her, denn die meisten Fördergelder werden für den Vietnamkrieg verwendet. Mit diesem Kampf allerdings macht Luther King sich auch in den eigenen Reihen Feinde, denn viele befürchten, dass mit dieser Kampfansage gegen das Weiße Haus auch die Spendengelder wegbleiben.

Das FBI startet eine Schmutzkampagne gegen Luther King und veröffentlicht Tonbänder, auf denen der verheiratete Bürgerrechtler mit seiner Geliebten zu hören ist.

Attentat

Am 4. April 1968 stirbt Martin Luther King im Alter von 39 Jahren an den Folgen eines Attentats. Er wird auf dem Balkon eines Motels in Memphis – vermutlich vom weißen Rassisten James Earl Ray – mit einem einzigen Schuss getötet.
Weitere 40 Menschen finden den Tod, als nach Bekanntwerden des Attentats in den USA Aufstände ausbrechen.

   

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