Zum Geburtstag Charles Darwins

zum-geburtstag-charles-darwins
Seine Forschungen zur Entstehung der Arten revolutionierten die Geschichte der Menschheit. Heute vor 210 Jahren wurde der britische Naturforscher geboren.

Gottes Werk

Charles Darwin kommt am 12. Februar 1809 in englischen Shrewsbury zur Welt, hineingeboren in eine Familie von Ärzten und Naturforschern. Zu Charles‘ Zeit herrscht die Ansicht, dass die Welt und alle Arten darin, so natürlich auch der Mensch, von Gott geschaffen wurde. Charles Vater zumindest galt als ungläubig, dennoch wurde Charles in der anglikanischen Kirche getauft.

Der Theologiestudent

Zunächst studiert Darwin Medizin an der Universität Edinburgh. Während seines Studiums beschäftigt er sich viel mit Meereszoologie und mit dem Präparieren von Vögeln. Das Medizinstudium allerdings langweilt Charles, und so bricht er nach drei Jahren ab und nimmt ein Theologiestudium in Cambridge auf. Aus Briefen geht hervor, dass Darwin gläubig war, dennoch strebt er das Amt des Pfarrers mehr aus Pragmatismus als aus Überzeugung an.

Sein naturwissenschaftliches Interesse verfolgt er weiterhin mit Exkursionen in England, von denen er besonders häufig Käfer mit nach Hause bringt, um sie zu identifizieren. Gemeinsam mit dem Geistlichen John Steven Henslow trifft Darwin sich jeden Freitag in einer Gruppe für Naturwissenschafts-Begeisterte.

Inspiriert von Humboldt

Es ist auch sein Kollege Henslow, der Darwin fragt, ob er ihn auf eine Expedition der britischen Marine begleiten wolle. Darwin ist zu dieser Zeit begeistert von den Reiseberichten Alexander von Humboldts, die in ihm das Bestreben wecken, auch einen Beitrag für die Naturwissenschaften zu leisten. Darwin ist 22 Jahre jung und hat sein Studium noch nicht abgeschlossen, als er im Dezember 1831 die „Beagle“ betritt, das Schiff, mit dem sie die Küsten Südamerikas bereisen wollen, um diese genauer zu vermessen.

Die Beagle ist nur knapp 30 Meter lang und etwa sieben Meter breit, seine zehn Quadratmeter große Kabine teilt er sich mit einem Kameraden.

Über vier Jahre lang ist die Forschergruppe unterwegs. In dieser Zeit sammelt Darwin zahlreiche Pflanzen, Tiere und Gesteinsproben. Darwin ist mittlerweile in seiner Heimat England zu einer gewissen Bekanntheit in der Naturwissenschaft geworden, denn sein Freund Henslow schickte zehn Darwins Briefe nach England, um diese als Buch veröffentlichen zu lassen.

Im September 1835 erreichen sie schließlich die Galapagosinseln, wo Darwin seine bahnbrechenden Beobachtungen machen sollte.

Die natürliche Auslese

Zunächst schien Darwin gar nicht bemerkt zu haben, von welchem Wert seine Beobachtungen auf den Galapagos-Inseln waren. In dieser Zeit trägt Darwin in seine Notizen ein, dass es scheinbar auf jenen Inseln Tierarten gab, die er nirgendwo zuvor gesehen hatte. Vor allem aber erkennt er: auf den einzelnen Inseln leben Vogelarten, die scheinbar miteinander verwandt sind, deren Körperbau sich aber unterschiedlichen Nahrungsnischen angepasst hat. Die Natur ließ nur jene Vögel überleben, die sich am besten ihrer Umgebung angepasst hatten. Später schlussfolgert Darwin daraus, dass der Konkurrenzkampf die positiven Veränderungen über die negativen Veränderungen siegen lässt, indem die negativen Veränderungen nicht überleben und damit ausgelöscht werden. Darwin nannte diese Erscheinung die natürliche Auslese.

1836 kehrt die Truppe nach England zurück, und Darwin widmet sich zunächst einem Ziel, über das er neben der Natur auch viel schreibt; seinen Plan, nicht nur eine „geschlechtslose Arbeitsbiene“ zu sein und zu heiraten. Drei Jahre später feiert er tatsächlich Heirat mit Emma Wegdewood, der Tochter einer befreundeten Familie. Zusammen bringen sie zehn Kinder zur Welt.

Die Entstehung der Arten

Es sollte viele Jahre verstreichen, bis Darwin sein berühmtes Buch „Zur Entstehung der Arten“ veröffentlicht. Der Grund für sein Zögern war Angst. In einem Brief vergleicht Darwin die Veröffentlichung seiner Theorien mit dem Zugeben eines Mordes. Seine Evolutionstheorien widersprechen den Erklärungen der Kirche, dass nämlich Gott die Welt erschuf.

Zunächst beginnt Darwin damit, seine über 2000 Seiten an Notizen, die er während seiner sechsjährigen Expedition angefertigt hatte, zu sortieren und zu analysieren. Anhand dieser Notizen versucht Darwin, zu belegen, dass die verschiedenen Arten sich über die Zeit hinweg entwickelt haben, und die Entstehung der Arten naturwissenschaftlich und nicht wie bisher geschehen durch die Darlegungen in der Bibel zu erklären seien. Der Grundstein der Evolutionslehre wird damit gesetzt: Lebewesen entwickeln sich genetisch weiter, indem die Gene mutieren.

Als er 1859 im Alter von 50 Jahren seine Theorien zur Evolution der Natur veröffentlicht, geht er einen äußerst entscheidenden Weg der Unterscheidung zwischen Religion und Wissenschaft.

Während viele Geistliche seine Theorien angreifen, werden sie von vielen Naturwissenschaftler wiederum verteidigt.

Der Agnostiker

Darwin betonte zeit seines Lebens, dass seine Evolutionstheorie und Gottesglauben sich keineswegs ausschließen. Die Evolution müsse nicht unbedingt als atheistisch angesehen werden, wenn auch Darwins Theorie Wasser auf den Mühlen der Atheisten war.

Drei Jahre vor seinem Tod schreibt Darwin: „In meinen extremsten Gedanken war ich nie ein Atheist in dem Sinne, dass ich die Existenz Gottes verneint hätte. Ich glaube meistens, aber nicht immer (doch je älter ich werde, desto öfter), dass ‚Agnostiker’ eher auf mich zutrifft.“

Sein Leben lang arbeitete Darwin an seinen Evolutionstheorien weiter. Unter anderem beschäftigte er sich damit, ob erworbene Fähigkeiten auch vererbt werden konnten.

Im Alter von 73 stirbt Charles Darwin am 19. April 1882.

Darwin kritisch betrachtet

Zwar hat Darwin seine Theorien zur Evolution größtenteils auf die Tier- und Pflanzenwelt bezogen, er beschäftigte sich dennoch auch mit der Evolution der Menschen, sowohl auf dem Gebiet der Rasse als auch im Geschlecht.

Darwin sah die Menschen aller Hautfarben als Vertreter einer Art, die er dennoch in unterschiedliche Entwicklungsstufen unterteilte. Diese Unterschiede sah er als Beweis, dass alle zivilisierten Nationen einst Barbaren waren.

Darwin war davon überzeugt, dass der Mann der Frau biologisch überlegen sei. So schreibt er in seinem Buch „Die Abstammung des Menschen“: „Der hauptsächlichste Unterschied in den intellectuellen Kräften der beiden Geschlechter zeigt sich darin, dass der Mann zu einer größeren Höhe in Allem, was er nur immer anfängt, gelangt, als zu welcher sich die Frau erheben kann, mag es nun tiefes Nachdenken, Vernunft oder Einbildungskraft, oder bloß den Gebrauch der Sinne und der Hände erfordern."

Seine Theorie erklärt Darwin damit, dass der Mann mehr Leistung erbringen musste, weil er einem stärkeren Selektionsdrucks als die Frau ausgesetzt war. Der Mann müsse um die Frau werben und die Frau müsse lediglich wählen. Der Ausbau der Fähigkeiten beim Manne sei dadurch unerlässlich, während es bei der Frau keine Notwendigkeit dafür gegeben habe.

 

 

 

 

   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Indem Sie auf den „OK“ Button klicken, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie unter Datenschutz & Sicherheit
Weitere Informationen Ok