Zum Tode Herbert von Karajans

Der umstrittene Jahrhundert-Dirigent Karajan

zum-geburtstag-herbert-von-karajans © Siegfried Lauterwasser / Deutsche Grammophon
Der Klangmagier: heute vor 30 Jahren starb die Dirigentenlegende Herbert von Karajan.

Die Legende

Dreißig Jahre ist es her, dass Herbert von Karajan starb. Bis heute ist die Dirigentenlegende von Karajan lebendig, denn viele seiner Interpretationen gelten zu den besten. Er setzte mit seinen Einspielungen neue Standards – von Karajan etwa ist es zu verdanken, dass die CD mit der Länge von etwa 70 Minuten festgelegt wurde – so lange brauchte Karajan für seine Interpretation Beethovens Neunter.

Herbert von Karajan war der künstlerische Leiter der Wiener Oper und der Salzburger Festspiele und trat als Gastdirigent an den weltbesten Konzert- und Opernhäusern auf.

Seine Blütezeit erlebte von Karajan in dem auf Lebenszeit angelegten Posten als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Unter seiner Führung, die jedoch auch von vielen Orchestermitgliedern als despotisch empfunden wurde, baute von Karajan das Orchester zu eines der weltbesten aus.

Auch im Bereich der Nachwuchsförderung war von Karajan äußerst aktiv. Aus seinem Umkreis traten bedeutende Musiker wie Pianist Christoph Eschenbach, Violinistin Anne-Sophie Mutter oder Sopranistin Hildegard Behrens hervor.




Ein Wunderkind aus Österreich

Herbert von Karajan wurde am 05. April 1908 in Salzburg geboren. Sein musikalisches Talent fiel früh auf, so dass Herbert bereits im Alter von vier Jahren Klavier spielte und noch als Kind beim Salzburger Mozarteum zum Studium zugelassen wurde. Später lernte er in Wien.

Mit 21 Jahren konnte er bereits sein Debüt in seiner Heimat im Mozarteum feiern. In Deutschland wurde er sogar zum jüngsten Dirigenten Deutschlands, als er mit 26 Jahren Generalmusikdirektor der Aachener Oper wurde.


„Das Wunder Karajan“

Einen entscheidenden Schritt zu seinem Ruhm machte Karajan 1937 mit seiner Aufführung der Beethoven-Oper „Fidelio“ an der Wiener Oper. Die nächsten sechs Jahre blieb von Karajan Staatskapellmeister an der Wiener Oper. Der richtige Durchbruch kam 1938 als er an der Staatsoper Berlin die Wagner-Oper „Tristan und Isolde“ dirigiert und fortan als „Wunder Karajan“ gilt.

Kontrovers war und ist von Karajan bis heute durch seine Mitgliedschaft der NSDAP. Tatsächlich trat von Karajan gleich zweimal in die NSDAP ein, das erste Mal in Salzburg 1933, zu einer Zeit, als die Zugehörigkeit zu dieser Partei für von Karajan noch nicht von Vorteil war, sondern im Gegenteil. 1933 wurde die NSDAP in Österreich verboten, so dass Karajan einen zweiten Antrag stellte und sich nach Berlin bzw. Aachen ummeldete. Später wurde angegeben, dass von Karajan kein Nazi gewesen sei, sondern ein Mitläufer, da er die Zugehörigkeit zur NSDAP zwangsläufig für seine Karriere in Kauf genommen habe.

Nach Kriegsende wurde Karajan von den Amerikanern ein Berufsverbot auferlegt. Die ersten Dirigate in seiner Heimat konnte er jedoch bald wieder leiten, so stand er 1948 bei den Salzburger Festspielen am Pult, woraufhin viele Engagements in Wien, Berlin, Mailand oder London folgten.

Nicht überall konnte man sich damit anfreunden: so weigerte sich Israel etwa, Herbert von Karajan einreisen zu lassen. Die Berliner Philharmoniker spielten zum ersten Mal 1990 in Israel, ein Jahr nach von Karajans Tod.
 

Bei den Berliner Philharmonikern

Am Ziel meiner Träume angekommen, sagte Herbert von Karajan, als er 1955 von den Berliner Philharmonikern zum Nachfolger Wilhelm Furtwänglers als Chefdirigent gewählt wird. Im Laufe der 35 gemeinsamen Jahre veränderte er den Klang der Philharmoniker erheblich und führte das Orchester an die Weltspitze. Über 1400 Konzerte gaben sie gemeinsam und veröffentlichten über 300 Einspielungen.



Ein Streit über ein Orchestermitglied führte schließlich zum Bruch zwischen den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan, dessen Posten als Chefdirigent eigentlich auf Lebenszeit angelegt war. Sein Versuch, die Klarinettistin Sabine Meyer ins Orchester aufzunehmen, ohne die Philharmoniker zu konsultieren, schadete dem Verhältnis erheblich. Von Karajan gab schließlich 1989 die Leitung der Berliner Philharmoniker auf.

Gesundheitliche Probleme; ein Bandscheibenvorfall und ein Schlaganfall, hatten den 81-jährigen Dirigenten kaum noch auftreten lassen. Seine letzten Dirigate gab er 1989 in New York. Im selben Jahr starb Herbert von Karajan während einer Probe zur Verdi-Oper „Un ballo in maschera“ in Salzburg an einem Herzinfarkt.
 

Der private Karajan

Yachten, Flugzeuge und schnelle Autos waren beliebte Orte für Karajan jenseits des Dirigentenpults. So besaß Karajan eine Privatpilotenlizenz und flog gerne mit seinem eigenen Flugzeug, so dass sogar am Flughafen Salzburg ein Terminal nach ihm benannt wurde. Karajan segelte oder fuhr – als einer von nur 300 Besitzern – den stark limitierten Porsche 959.


© Archiv Deutsche Grammophon

Herbert von Karajan war dreimal verheiratet. Aus seiner letzten Ehe mit Eliette von Karajan gingen seine beiden Töchter Isabel und Arabel hervor.

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Im Jahr 2018 wurde Herbert von Karajan auf eine ganz besondere Weise geehrt: Das berühmte Madame Tussauds Museum ließ eine Wachsfigur vom Dirigenten anfertigen, welche im Wiener Museum am Prater zu sehen ist.
   

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