Zum Geburtstag von Clara Schumann

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In einer Männerwelt trat sie hervor als eine der herausragendsten Komponistinnen und Pianistinnen ihrer Zeit. Heute vor 199 Jahren wurde sie geboren.
Als Frau im 19. Jahrhundert war es fast unmöglich, sich beruflich zu verwirklichen. Eine Dame aus gutem Hause, die Geld verdiente, brachte nicht nur Schande über sich selbst, sondern gleich über die ganze Familie.

Ein musikalisches Wunderkind

Clara Wiecks Leben verlief anders. Ihr Vater Friedrich Wieck war ein berühmter Musikpädagoge und bildete seine Tochter schon von früh an zur Pianistin aus und gab ihr zudem Unterricht in Komposition und Improvisation. Claras unglaubliche Begabung führte dazu, dass sie schon als Kind öffentlich auftrat. Mit neun Jahren gab sie ihr erstes Konzert, mit sechszehn war sie bereits eine bekannte Pianistin, die durch ganz Europa tourte. Neben Franz Liszt war Clara die einzige Pianistin, die Beethoven-Sonaten aufführte. Sie trifft Teufelsgeiger Niccolo Paganini, der sie bewundert, und sie spielt in Weimar Goethe vor.


© Youtube_William Wolf

Robert Schumann betritt Claras Leben

Friedrich Wieck ist nicht nur Claras Vater, sondern ihr Lehrer und Manager. Er reagiert wenig begeistert, als ein junger Komponist in Claras Leben tritt. Dieser Mann ist einer seiner Schüler, der für einige Zeit auch im Haushalt der Wiecks lebt. Robert Schumann, ein finanziell ungesicherter und labil wirkender Mann, der Clara von ihrer eigenen Karriere abhalten könnte, wie der Vater befürchtet.

Die Heirat zwischen Clara und Robert muss von den beiden gerichtlich erwirkt werden, denn Friedrich Wieck weigert sich beharrlich, dieser Vereinigung zuzustimmen.

Clara Wieck wird zu Clara Schumann

Nach der Heirat 1840 plant das frisch vermählte Ehepaar, eine Künstlergemeinschaft zu bilden. Allerdings wird das Leben nach der Heirat mit Robert prosaischer, als sie es sich vorgestellt hatte. Robert Schumann möchte nicht, dass Clara weiterhin auf Tourneen geht, stattdessen soll sie ihren häuslichen Pflichten als Ehefrau nachgehen.

Sie komponiert weniger und tritt seltener auf. Zwischen 1841 und 1854 bringt sie acht Kinder zur Welt, von denen sieben das Erwachsenenalter erreichen. Ihr künstlerisches Schaffen beschränkt sich auf die Organisation von privaten Konzerten, in denen sie ihre Kompositionen präsentiert.

Sechs Lieder:

© Youtube_Lilith89ibz

Umzug nach Düsseldorf

Nachdem die Jahre in Leipzig und in Dresden des Ehepaars Schumann von vielen Krisen gezeichnet waren, dem Tod eines ihrer Kinder, Krankheiten und finanzielle Nöte, kommt mit dem Umzug nach Düsseldorf ein Neustart. Robert wird der neue Musikdirektor der Stadt. Hier bekommt Clara ein eigenes Musikzimmer.

Die Akte Johannes Brahms

In Düsseldorf lernt Clara einen Mann kennen, der bis zu ihrem Tod eine große Rolle spielen würde. Johannes Brahms, ein junger Komponist, der zur Familie Schumann nach Düsseldorf reist, um zu lernen. Hier wird er herzlich aufgenommen. Brahms ist vierzehn Jahre jünger als Clara. Er verehrt nicht nur Robert, sondern auch Clara.

Nachdem Robert Schumanns Gesundheitszustand sich verschlimmert, er von einer Brücke in die Fluten des Rheins springt, wird er in eine Nervenklinik eingewiesen. In dieser Zeit intensiviert sich der Austausch zwischen Clara und Robert, der ihr durch diese Zeit hilft.

Ob es tatsächlich eine Liebesbeziehung zwischen Clara Schumann und Johannes Brahms gegeben hat, ist bis heute nicht geklärt. Aus Briefen geht hervor, dass Brahms in Clara verliebt war. Clara wiederum bestand darauf, ihre Korrespondenz zu vernichten.

Robert Schumanns Tod

Mit nur 37 Jahren wird Clara Schumann zur Witwe. 1856 tritt sie eine Tournee nach England an. Sie brilliert mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 5. Gerade weil Beethovens Musik in dieser Zeit als besonders männlich gilt, erregt sie mit diesen Auftritten großes Aufsehen. Vor allem aber will Clara die Musik ihres Mannes aufführen. Es gelingt ihr, bereits Ende der 50er Jahre finanziell unabhängig zu sein.
Im Todesjahr Robert Schumanns, 1856, schreibt Clara ihre für die nächsten 23 Jahre letzte Komposition. Die Romanze h-moll, die erst lange nach ihrem Tod veröffentlicht wird:


© Youtube_Susanne Grützmann

Die späten Jahre in Frankfurt

Mit fast sechzig Jahren nimmt Clara eine Stelle am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt an. 1888 feiert sie hier ihr diamantenes, ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum. In ihrem Haus in Frankfurt veranstaltet sie mit 78 Jahren einen letzten Vorspielabend. Kurze Zeit später erleidet sie einen Schlaganfall, einige Wochen später einen zweiten, von dem sie sich nicht mehr erholt. Sie stirbt am 20. Mai 1896 in Frankfurt und wurde in Bonn an der Seite ihres Mannes beigesetzt.
   

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