Zum internationalen Frauentag: Frauen in der Musik

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Ein Tag, um Bilanz zu ziehen: So sind Frauen in Orchestern und Opernhäusern vertreten.

8. März

Seit fast 100 Jahren wird am 8. März der Internationale Frauentag begangen.
Angestoßen hatte diesen Tag die deutsche Sozialistin Clara Zetkin, die 1910 „keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“ forderte.
Später führten die Vereinten Nationen schließlich den internationalen Frauentag ein, der 1921 zum ersten Mal gefeiert wurde.


Clara Zetkin (1897)                                                          © Wikipedia

Stationen der Emanzipation

Seitdem hat sich in Deutschland und auf der Welt viel verändert. Nach und nach wurde in Deutschland die gesetzliche Benachteiligung der Frau abgebaut: 1919 konnten Frauen erstmals wählen, seit 1958 brauchen Frauen nicht mehr die Einwilligung ihres Ehemannes, um ein Bankkonto zu eröffnen. Seit 1977 muss eine Frau nicht mehr die Einwilligung ihres Ehemannes einholen, um zu arbeiten. Und seit 1997 ist die Vergewaltigung in der Ehe strafbar.

Noch heute greift der Frauentag internationale systematische Menschenrechtsverletzungen auf. Gewalt, Ehrenmorde, Frauenhandel und Zwangsarbeit, weibliche Genitalverstümmelung und Benachteiligung bei der Bildung stellen zentrale Formen der Unterdrückung dar.

Auch in Deutschland sind Gewalt, Gehaltsunterschiede, weniger Mitspracherecht in der Politik sowie eine ungleiche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit Formen der Ungleichheit zwischen Mann und Frau.

Frauen in der Musik

Anlässlich des Internationalen Frauentags wirft Klassik Radio einen Blick auf die Frauen in der Klassik: Die Musikwelt war jahrhundertelang ebenfalls eine Männerdomäne, die sich nur zäh auflöst.

Lange hielt sich auch in der Musik die Auffassung, dass für die Arbeit des Komponieren oder Dirigieren der Frau sowohl die Kreativität als auch die Kraft fehle. Die weiblichen Eigenschaften wurden mit Passivität, Weichheit, Charme und Grazie beschrieben, nicht mit Autorität, Dominanz und Stärke. Auch heutzutage gibt es noch Musiker, die das Komponieren für Frauen als zu große „körperliche Anstrengung“ bezeichnen oder der Meinung sind, eine Frau als Dirigentin würde sowohl die Musiker von ihrer Arbeit als auch das Publikum von der Musik ablenken.

Frauen durften so etwa bis ins 20. Jahrhundert hinein kein Cello spielen, weil die Art und Weise, das Cello zwischen den Beinen abzustellen, als unzüchtig galt.


Die erste weibliche Opernkomponistin- und dirigentin etwa war die Italienerin Francesca Caccini, die 1625 in Florenz als Hofkomponistin der Medici Cembalo spielte und von dort aus auch ihre eigenen Werke dirigierte.

Auch heute ist der Anteil an Dirigentinnen und Komponistinnen sehr gering. Bei Auswertungen von Daten großer Hochschulen und Kompositionsinstitute wurde festgestellt, dass zum Beispiel im Jahr 2014 nur zwölf Prozent der Einzelaufführungen zeitgenössischer Werke von Komponistinnen stammten.

Schlecht sieht es etwa auch in der Statistik der Regisseurinnen an deutschen Opernhäusern aus: in der Spielzeit 2018/2019 waren 80 Regisseure, aber nur 20 Opernregisseurinnen mit Inszenierungen vertreten.

In der deutschen Orchesterlandschaft hingegen haben sich die Verhältnisse fast ausgeglichen. Mittlerweile sind 40 Prozent der Orchestermitglieder weiblich. Auch hier allerdings halten sich noch geschlechtsspezifische Zuschreibungen, denn die Streichinstrumente und Instrumente wie die Flöte und die Harfe sind frauendominiert, während mehr Männer bei Pauken, Schlagzeugen oder Blechbläser anzutreffen sind.
In der Bezahlung der Musiker hat sich bis heute in Deutschland eine Gleichberechtigung eingestellt: nach den Tarifverträgen herrscht laut dem Deutschen Orchestervorstand Gleichstand.

Bei den berühmtesten Orchestern allerdings herrscht noch immer die Männerdomäne: Je berühmter ein Orchester, desto geringer die Frauenquote“ so Gerald Mertens, der Geschäftsführer des Deutschen Orchestervorstands.

 

   

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