Zum Tode Franz Schuberts

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Unter Freunden gesellig, in der Öffentlichkeit scheu, fleißig im Komponieren und gefühlt stets am Scheitern. Franz Schuberts Leben war kurz und voll Melancholie. Hinterlassen hat es die wundervollste Musik der Wiener Klassik.


Der scheue Schwammerl

Franz Schubert wächst in Wien als Sohn eines Volksschullehrers und einer Köchin auf. Er hat fünf Geschwister, obwohl seine Mutter eigentlich 14 Kinder zur Welt gebracht hatte, von denen die meisten nicht überlebt hatten. Franz‘ musikalische Begabung wird früh entdeckt, und so lernt Franz im Alter von fünf Jahren das Geigenspiel, bekommt vom Bruder Klavierunterricht und singt in der kaiserlichen Hofkapelle unter Antonio Salieri.

In seiner Zeit als Sängerknabe lebt Franz in einem Internat, im Stadtkonvikt. Hier muss man nicht für die Ausbildung zahlen, aber das Leben ist straff getaktet, die Kinder lernen auf dem Akademischen Gymnasium und singen bei den Gottesdiensten in der Augustinerkirche.

Auf dem Internat fällt er als Eigenbrötler und mit schlechten Schulnoten auf. Franz interessiert sich für kaum etwas anderes als für das Komponieren. Stets hat er ein kleines Büchlein bei sich, auch nachts liegt es direkt neben dem Bett, und er schläft mit seiner Brille auf der Nase, damit er sofort die Melodien niederschreiben kann, die sich andauernd in seinen Kopf schleichen.

Schwammerl sollte zum liebevollen Spitznamen Schuberts werden: er war klein, blass und etwas beleibt.

Ein anständiger Beruf

Das Leben nimmt für Franz eine unangenehme Wendung, als er in den Stimmbruch kommt. Er kann nun nicht mehr als Sängerknabe singen und damit auch nicht mehr kostenlos auf dem Internat leben. Sein Vater nimmt ihn von der Schule und sorgt dafür, dass Franz einen „ordentlichen Beruf“ lernt, nämlich seinen eigenen des Lehrers. Franz besucht ein Schulseminar und wird zum Hilfslehrer seines Vaters, als er gerade einmal siebzehn Jahre ist.

Trotz seiner Arbeit als Lehrergehilfe komponiert Schubert weiter und etabliert sich im Wiener Musikleben als Komponist. Über die Grenzen seiner Heimatstadt Wien, die er so gut wie nie verließ, wurden seine Werke aufgeführt und geschätzt, dennoch blieb er dabei mehr ein Geheimtipp für Kenner.

Schubertiaden

So scheu Schubert in der Öffentlichkeit war, umso geselliger war er unter Freunden. Diese schätzten Schubert für seine Kompositionen und sorgten dafür, dass Schubert durch deren finanzielle Hilfe seinen Lehrerberuf aufgeben sich aufs Komponieren konzentrieren konnte. Teilweise leiteten sie in die Wege, dass Schuberts Werke gedruckt werden konnten, wie etwa „Der Erlkönig“. Und nicht zuletzt sorgten seine Freunde dafür, dass Schubert einen Ort finden würde, um seine Musik zu präsentieren.

Es entstanden dabei Musikabende, die abwechselnd im Hause verschiedener Freunde veranstaltet wurden und sich um die Kunst drehten. Es wurde gelesen, getanzt, musiziert, gesungen. Diese Treffen wurden schließlich Schubertiaden genannt, denn diese Abende wurden zur Plattform Schuberts für seine zahlreichen Kompositionen, vor allem seine Kammermusik.

Der Liederfürst

Mit Franz Schubert brach die Musik auf in Richtung Romantik. Er wurde zum Liederfürst, denn durch Schubert wurde das Kunstlied, Gesang mit meist Klavierbegleitung, populär. Über 600 Lieder schrieb er in seinem kurzen Leben, das bereits mit 31 Jahren endete.

Zu seinen bekannten Liederzyklen gehören „Die schöne Müllerin“ oder „Die Winterreise“.

Schubert als Symphoniker

Neben seinen meist melancholischen Klavierzyklen und Liedern darf aber die andere Seite Schuberts nicht vergessen werden: die des Symphonikers, mit der Schubert mitunter auch seine heitere Seite ausgelebt hat. Auch in seinen Sinfonien mischt er Formen der Klassik mit denen der Romantik. Von seinen acht Sinfonien gehören vor allem die 7., „die Unvollendete“ und die große C-Dur-Sinfonie zum Standardrepertoire der Orchester.

Schubert als erfolgloser Bühnenmusikkomponist

Neben Opern schreibt Schubert auch zahlreiche Bühnenmusiken; achtzehn insgesamt, von denen nur vier aufgeführt und auch jene keine Publikumserfolge werden.

Früher Tod

Im Alter von nur 31 Jahren stirbt Franz Schubert am 19. November 1828. Er war schon längere Zeit zuvor krank gewesen, litt an Syphilis, die in den letzten fünf Jahren seines Lebens eine schwere Form annimmt. Schuberts Haar fällt aus, so dass er teilweise Perücken trägt, seine Haut hat Ausschlag. Zudem erkrankt Schubert zusätzlich an Typhus.

Bestattet wurde er neben dem Grab Ludwig van Beethovens, dem Komponisten, den Schubert sehr verehrt hatte und bei dessen Beerdigung nur kurze Zeit vor seinem eigenen Tod er Fackelträger gewesen war.
   

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