Andy und Lance bei ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung
Channel X North and Lola Entertainment
Andy und Lance bei ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung
Schmidts Streamingtipps KW 24

"The Detectorists" - verschroben und liebenswürdig

Wenn Sie keine Lust mehr auf 22 kickende Herren haben, dann beobachten Sie doch mal zwei unscheinbare Männer mittleren Alters bei ihrem Hobby.

Klingt komisch? Ist es auch! Denn das Hobby besteht darin, auf den Feldern von Essex, der Provinz nordöstlich von London, mit Metalldetektoren nach den versunkenen Schätzen angelsächsischer Geschichte zu forschen.

Detectorists TRAILER
Detectorists TRAILER
Detectorists TRAILER

Wer Abwechslung braucht von all den Serien-Serienkillern, -Terroristen, -Bankern, -Kommissaren und -Königinnen und statt des „Game of Thrones“-Gigantismus oder der perfiden Bösartigkeit von „House of Cards“ etwas weniger Aufwühlendes sucht, der sollte sich die britische Serie „The Detectorists“ anschauen, die im englischen Original mit deutschen Untertiteln in der ARTE Mediathek zu sehen ist. Die Serie ist angenehm gemächlich inszeniert, angemessen verschroben und nerdig, aber gleichzeitig absolut liebevoll und warmherzig erzählt.

„The Detectorists“ wurde zwar schon 2014 auf BBC Four ausgestrahlt, ist in Deutschland aber immer noch ein kleiner Geheimtipp. Ausgedacht hat sich die drei Staffeln, insgesamt 18 halbstündige Folgen, Mackenzie Crook. Er wurde durch seine Rolle in der Sitcom The Office, und zwar der britischen Originalfassung von und mit Ricky Gervais, bekannt, und hat „The Detectorists“ geschrieben, Regie geführt und spielt die eine Hauptrolle, nämlich Andy. Sein nerdiger Freund Lance wird von Toby Jones gespielt. Und wie die beiden sich tagsüber beim Suchen auf dem Feld oder abends im Pub mit leisem und feinem Humor kabbeln, ist toll geschrieben und gespielt.

„The Detectorists“ - mal wieder ein Beweis dafür, dass oftmals die kleinen und leider eher unbekannten Serien ganz groß und unbedingt sehenswert sind.

Kluge Liebesromanze zwischen Mensch und Roboter

Viele Filmfans verbinden mit Maria Schrader Filme wie „Aimée & Jaguar“ oder auch die Serie „Deutschland `83“ bzw. „`86“ und „`89“; dabei hat sie in den letzten Jahren nicht nur als Schauspielerin, sondern vor allem als Regisseurin Erfolge gefeiert. Sie hat Regie geführt bei dem, wie ich fand, wunderschönen und beeindruckenden Film „Vor der Morgenröte“ über Schriftsteller Stefan Zweig (der noch bis zum 22.06. in der ARD Mediathek zu sehen ist) und bei der zu Recht hoch gelobten Netflix-Serie „Unorthodox“.

Ihren neusten Kinofilm gibt es jetzt zu sehen. Bei der digitalen Ausgabe der Berlinale im März sorgte „Ich bin dein Mensch“ bereits für so viel Furore, dass er direkt in 70 Länder verkauft wurde. Vor kurzem feierte er dann bei der Sommer-Berlinale seine Open-Air-Premiere und jetzt gehört er zu den ersten Filmen, mit denen das Kino nach dem langen Lockdown wieder eröffnet wird. Am 1. Juli startet er offiziell, aber jetzt ist er schon in bereits geöffneten Kinos zu sehen. Eine wunderbare Liebeskomödie, in der eine Wissenschaftlerin auf einen humanoiden Roboter trifft, der als perfekter Partner für sie programmiert wurde.

ICH BIN DEIN MENSCH Trailer German Deutsch (2021)
ICH BIN DEIN MENSCH Trailer German Deutsch (2021)
ICH BIN DEIN MENSCH Trailer German Deutsch (2021)

„Ich bin dein Mensch“ bietet viel Stoff zum Nachdenken und Amüsieren. Letzteres liegt an dem herrlichen Screwball-artigen Schlagabtausch zwischen Maren Eggert, die für ihre tolle Performance den Silbernen Bären der Berlinale gewonnen hat und Dan Stevens. den Sie als Matthew Crawley aus der britischen Serie "Downton Abbey" kennen könnten. Luftig, leicht und lustig, aber auch mit viel philosophischem Tiefgang.

Furchtlos in die Zivilisation

Sie gehen aufrecht wie Menschen, haben Federn wie Vögel, können aber nicht fliegen, sondern nutzen ihre Flügel zum Schwimmen. Genau: Pinguine. Nach diversen Auftritten in Filmen - wir denken an Dokus wie „Die Reise der Pinguine“ oder Animationsfilme wie „Madagascar“ und „Happy Feet“ - bekommen die watschelnden Zeitgenossen nun eine achtteilige Netflix-Doku namens „Stadt der Pinguine“.

Penguin Town | Official Trailer | Netflix
Penguin Town | Official Trailer | Netflix
Penguin Town | Official Trailer | Netflix

Erst kamen zwei, dann wurden es viele: 2500 Brillenpinguine nehmen heute jeden Sommer den Boulders Beach in Simon’s Town in Südafrika in Beschlag, um einen Partner zu finden und für Nachwuchs zu sorgen. Touristen sind begeistert, die Anwohner aber recht genervt. All das zeigt diese von Hollywoodstar Patton Oswalt erdachte und erzählte Doku-Serie.

Oswalt könnten Sie als den liebenswürdigen Nerd Spence, der noch bei seiner Mutter wohnt, aus der Serie „King of Queens“ kennen. Er sprach auch die Ratte Remy in „Ratatouille“. Nun also kümmert er sich um Pinguine, die in der Serie durchgängig vermenschlicht und z.B. als ‚Sonderlinge‘ oder ‚frustrierte Junggesellen‘ bezeichnet werden. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man viel Wissenswertes zu sehen und wird dabei noch bestens unterhalten.

 

Sehenswerte Sportdoku

Pünktlich zur Fußball-EM ist jetzt eine Fußball-Doku zu sehen, die viel mehr als nur das ist, denn es geht nicht nur um der Deutschen beliebteste Sportart, sondern auch um Rassismus und die deutsche Gesellschaft im Jahr 2021. „Schwarze Adler“ heißt die sehenswerte Sportdoku von Regisseur Torsten Körner, in der Schwarze Spieler und Spielerinnen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und der Bundesliga von den Anfängen bis heute erzählen

 

 

 

SCHWARZE ADLER Trailer German Deutsch (2021)
SCHWARZE ADLER Trailer German Deutsch (2021)
SCHWARZE ADLER Trailer German Deutsch (2021)

Erwin Kostedde, der 1974 als erster Schwarzer Spieler in der Nationalmannschaft debütierte, Jimmy Hartwig, Steffi Jones, Gerald Asamoah und Patrick Owomoyela - sie alle berichten von ihren persönlichen Erfahrungen – und das ist oft sehr bitter und traurig. „Schwarze Adler“ - eine sehr berührende, aufwühlende, teilweise sogar ziemlich erschreckende Doku, ist aktuell in der ZDF-Mediathek zu sehen.

 

Hollywoods Alleskönnerin

 

Bleiben wir beim Thema Doku. Mit drei stand sie das erste Mal vor der Kamera, mit 13 wurde sie schon für den Oscar nominiert. Inzwischen hat sie die Goldstatue zweimal gewonnen – für „Angeklagt“ und „Das Schweigen der Lämmer“. Jodie Foster. Nicht nur eine der erfolgreichsten, sondern auch eine der intelligentesten Schauspielerinnen Hollywoods, wie man in der ARTE Mediathek in der Doku „Jodie Foster – Hollywoods Alleskönnerin“ anschaulich vor Augen geführt bekommt.

Jodie Foster - Feines Gespür und großes Talent | Doku | ARTE
Jodie Foster - Feines Gespür und großes Talent | Doku | ARTE
Jodie Foster - Feines Gespür und großes Talent | Doku | ARTE

Die gut 50-minütige Doku erzählt den Werdegang des Multitalents Jodie Foster und damit von einem stetigen Kampf um Anerkennung in Hollywood und der Unterhaltungsbranche.  „Jodie Foster – Hollywoods Alleskönnerin“ – dank einiger kaum bekannter Archivaufnahmen sicherlich auch für eingefleischte Foster-Fans mit überraschenden und interessanten Erkenntnissen. Für alle anderen sowieso.

Luftig-leichte Disco-Sommerferienkomödien

Wer entweder ein großer Nino d’Angelo-Anbeter ist – erinnern Sie sich noch an diesen Erfolgsmusiker aus den 80ern? – wer gerne mal wieder einen italienischen Film im Original sehen will oder wem gerade der Sinn nach etwas aus der Zeit gefallenen luftig-leichten Disco-Sommerferienkomödien ist, der wird bei Netflix fündig. Suchen muss man allerdings schon etwas, denn der persönliche Algorithmus dürfte diese Filme nicht automatisch anzeigen.

Die Nino d’Angelos-Fans unter Ihnen wissen sicherlich, dass der Sänger auch als Schauspieler recht erfolgreich war und mit seinem Leinwand-Alter-Ego Nino Esposito in den 80ern einige Musikkomödien gedreht hat. Fünf von ihnen sind jetzt auf Netflix erschienen - zum ersten Mal überhaupt übrigens im deutschsprachigen Raum. Wer hätte gedacht, dass Netflix sich auch noch zum nischigen Arthaus-Anbieter mausert!?