Die Klänge der Natur und des Klimawandels

Musik mit Naturtönen Die Klänge der Natur und des Klimawandels

Das Chuchchepati Orchestra gibt der Natur eine musikalische Stimme. Sie vertonen unter anderem Insekten und Gletscher.

Die Klänge der Natur und des Klimawandels Foto: Kasimir Höhener

Chuchechepati bedeute Horizont

Beim Chuchchepati Orchestra kommen Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt in verschiedenen Besetzungen zusammen und machen Musik, Musik der besonderen Art. Bei den Konzerten bewegt sich das Publikum durch den Raum zwischen kegelförmigen Lautsprechern hindurch. „Das Chuchchepati Orchestra besteht aus acht bis 32 Lautsprechern, welche ich im Himalaya in Nepal in Kathmandu gefunden habe. Chuchchepati ist ein Stadtteil von Kathmandu und heißt übersetzt Horizont“, erzählt der Gründer und Kontrabassist Patrick Kessler im Gespräch mit Klassik Radio.

Wir arbeiten in unterschiedlichsten Besetzungen. Die Musik wird konzertant als Installation im Raum verteilt und ist begehbar.
Patrick Kessler
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Gegen die Schnelllebigkeit

In mehreren Projekten versucht das Chuchchepati Orchestra die Natur, ihre Lebewesen und den Klimawandel hörbar zu machen. Ein Beispiel dafür ist der Bumblebee Flight II, bei dem Insekten eine musikalische Stimme gegeben wird: „Beim Bumblebee Flight II versuchen wir einen Antiweltrekord aufzustellen, die langsamste Version des Hummelflugs zu spielen. Pro Konzert spielen wir genau einen Takt, das sind also acht Noten in 40 Minuten.“ Das Projekt soll der Schnelllebigkeit unserer Welt entgegengesetzt werden. „Der Weltrekord des Hummelflugs liegt derzeit bei 53 Sekunden, das sind 13 Noten pro Sekunde. Das ist doch auch irgendwie fast schon symptomatisch und mit dem Antiweltrekord wollen wir diesem Trend etwas entgegensetzen“, erklärt Kessler.

Wir wollen den Insekten eine Stimme geben.
Patrick Kessler
Ein Hörbeispiel aus Bumblebee Flight II

Wissenschaft und Musik

Für das Projekt wurde mit 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammengearbeitet. Mit speziellen Mikrofonen wurde dafür die Kommunikation von Insekten untersucht und für das menschliche Ohr hörbar gemacht. Die Aufnahmen wurden dann an das Chuchchepati Orchestra und den Sound Designer Ludwig Berger übergeben, erzählt uns Patrick Kessler: „Ludwig Berger verteilt dann diese Aufnahmen im Raum. Schlagzeug und Kontrabass treten dann mit den Insekten in einen Dialog.“

Und wie klingen die Insekten?

„Blattläuse tönen zum Beispiel wie Kühe und Moskitos erinnern an einen Synthesizerklang.“ Auch bei den Konzerten zum Bumblebee Flight II verwendet das Orchestra ihre Lautsprecher und die konzertante Instillation ist währenddessen begehbar.

Die Lautsprecher des Chuchchepati Orchestra
Foto: Musikfestival Bern

Geräusche des Wassers

Neben den Insekten wird auch der Klimawandel musikalisch dargestellt. Bei ihrem musikalischen Projekt Gletscherzungen wurden Aufnahmen aus dem Morteratschgletscher verwendet. Der Gletscher der Berninagruppe im Kanton Graubünden in der Schweiz ist durch die fortschreitende Erderwärmung von einem großen Schwund betroffen. Die Naturtöne aus dem Gletscher vermischen die Musiker im Endprodukt wieder mit Musik: „Diese Klänge bestehen ja aus Wasser, aber in allen Aggregatszuständen und wir kommunizieren mit diesem Eiskoloss.“

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