Eine Festwoche für Carl Philipp Emanuel Bach

VIVAT Carl Philipp!Eine Festwoche für Carl Philipp Emanuel Bach

Carl Philipp Emanuel Bach steht mittlerweile im Schatten seines Vaters. Das will die CPEB Festwoche in Hamburg ändern.

Carl Philipp Emanuel BachFoto: Gemeinfrei

VIVAT Carl Philipp!

Carl Philipp Emanuel Bach war zu seiner Zeit berühmter als sein Vater. Der zweitälteste Sohn des großen Johann Sebastian Bach war Musikrevolutionär, Komponist und Klaviervirtuose. Er wurde damals nur „der Bach“ genannt, denn es gab neben ihm keinen bedeutenderen. Nach seinem Tod 1788 geriet er jedoch in Vergessenheit. Heute gilt sein Vater Johann Sebastian Bach als einer der größten Komponisten; seinen Sohn kennen nur noch wenige.

Das soll sich laut Hansjörg Albrecht allerdings ändern: „Carl Philipp Emanuel Bachs Musik ist es wert, viel mehr aufgeführt und gehört zu werden, weil sie alle Grenzen sprengt. Sie ist voll von Sturm und Drang, sie eckt an, sie ist sentimental, sie ist empfindsam, sie bricht permanent mit Grenzen, sie ist wahnsinnig schwer darzustellen und es ist eine schöne Sache, sich hörend auf sie einzulassen.“

Ein Fest für Carl Philipp Emanuel Bach

Mit zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen ehrt die Hansestadt den Komponisten unter dem Titel VIVAT Carl Philipp.  „Wir feiern mit viel großartiger Musik vom 18. bis zum 21. Jahrhundert über das ganze Jahr verteilt. Das Ganze gipfelt in einem großen Musikfest, welches wir in Hamburg, Leipzig und Eisennach zu Ehren von Carl Philipp Emanuel Bach veranstalten“, schwärmt Hansjörg Albrecht im Gespräch mit Klassik Radio.

Die Festwoche beginnt am 21. April mit dem Konzert „Sturm und Drang“ mit Sergej Nakariakov und Menno van Delft sowie dem Thüringer Bach Collegium in der Laeiszhalle. Das Finale bildet das Magnificat am 25. April in der Elbphilharmonie. Das vielseitige Programm rund um Musikgenie Carl Philipp Emanuel Bach lädt alle zu einer musikalischen Entdeckungsreise ein.

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CPEB Chor und Akademie

Auch der gleichnamige Carl-Philipp-Emanuel-Bach Chor in Hamburg hat Grund zu feiern: 25-jähriges Jubiläum. Für die Zukunft hat sich die Managerin des Chores viel vorgenommen. „Hier setzt auch unsere Akademie an, die einerseits als Publikumsakademie mit Einführung und Gesprächskonzerten, andererseits auch als Wissenschaftsakademie mit Anbindung an die Forschung gedacht ist“, erklärt der Vorstand und künstlerisches Management Sophie Werkmeister. Die Akademie soll einen Schwerpunkt in Hamburgs Kulturleben bilden. So kann Bach wieder ins Bewusstsein gerückt werden, seine musikalischen Werke weiterhin erforscht und weitergegeben werden.

Hamburg als Bach-Stadt

Es gibt vielerlei gute Gründe, in Hamburg regelmäßig auf diese besondere Bach-Geschichte aufmerksam zu machen. Carl Philipp Emanuel Bach war nicht nur 20 Jahre lang Kirchenmusiker an den fünf großen Hauptkirchen, sondern auch Lehrer am Johanneum. Auch Sophie Werkmeister sieht die Hansestadt als wichtige Station für Carl Philipp Emanuel. „Hamburg ist eigentlich eine Bach-Stadt, wie Leipzig. Carl Philipp Emanuel Bach ein Denkmal zu setzten, sowohl musikalisch mit diesem Fest als auch mit unserem Einsatz für die Sichtbarkeit der Musikgeschichte in unserer Stadt, ist ein ganz wichtiges Ziel. Nicht nur die Beatles an der Großen Freiheit brauchen ihren Platz, sondern auch das große musikalische Erbe Bachs. Diese Festwoche kann natürlich nur ein erster Anfang sein. Das Publikum an ein neues Kernrepertoire zu gewöhnen, ist ein längerer Prozess. Gerne investieren wir aber hier in das musikalische Erbe der Stadt Hamburg.“

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