Fahrradoper RINGDING begeistert

Mit Bewegung & A capella:Fahrradoper RINGDING begeistert

Statt stundenlangem Sitzen wird bei dieser Oper gestrampelt - und zwar gemeinsam: bei RINGDING, der ersten Fahrradoper.

Fahrradoper RINGDING begeistertFoto: Barbara Pálffy, MUSIKTHEATERTAGE WIEN

Begleitetes Radfahren - unbegleitete Stimmen

Fünf Opernsängerinnen und -sänger und ihr Publikum fahren im Pulk mit dem Rad an sieben (auch akkustisch) interssante Orte, der Stadt. Dort werden dann Ausschnitte aus berühmten Opern geboten - auf ganz besondere Art und Weise, erklärt Thomas Desi, der Initiator, der auch für Konzept und Inszenierung zuständig ist: "Die Fahrradoper RINGDING ist ein A-capella-Stück, das heißt, die Stimmen singen unbegleitet. Deshalb habe ich Bezug genommen auf die sogenannte "Madrigal-Besetzung", wie sie in der Renaissance-Zeit beliebt war. Wir haben also drei Frauen - und zwei Männerstimmen: also zwei hohe Soprane, einen tieferen Sopran bzw. Alt, einen Tenor und einen Bass."

Von Mozart bis Wagner

"Die Musik selbst beruht auf berühmten Opern. Ich wollte also querbeet Komponisten zitieren. Das beginnt bei Mozart aus dem "Don Giovanni", Rossini "Il barbiere di Siviglia", Wagner "Rheingold", Puccini "Tosca", Richard Strauß "Rosenkavalier"....", zählt Thomas Desi auf.  Ursprünglich hatte er ein Libretto gestaltet und Szenen gesucht, die mit den Librettoszenen übereinstimmten. Doch die Szenen wirkten outdoor dann leider nicht so wie gewünscht, da alles zu diffizil und zu filigran war. "Ich habe das Ganze dann überarbetiet. Der Text ist also jetzt nur noch sporadisch zu hören, aus den ersten Fassungen, wer acht gibt oder die Texte beziehen sich direkt auf die zuvor gehörten Geschichten auf dem Smartphone", erläutert Thomas Desi. Denn im Vorfeld zur Oper bekommt man zu den Stationen passende, spannende Geschichten aus dem Leben von Fahrradfahrern auf sein Handy.

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Kultur, Gemeinschaft & Vergnügen

Die Idee zu der abgefahrenen Oper kam dem Autor, Regisseur und Komponist tatsächlich auch beim Radfahren. Schließlich nutzt er den Drahtesel täglich. Während der Pandemie waren die Ausflüge mit ihm seine Möglichkeit, etwas Freiheit zu erleben. Und da kam dann auch der Gedanke, zu einer Oper im Freien und mit dem Fahrrad. Das Konzept kommt jedenfalls sehr gut an, das Feedback ist durchweg positiv. Dabei ist das Publikum nicht nur von der unkonventionellen Oper begeistert, sondern auch von dem Gemeinschaftsgefühl, dass sich durch die Fahrradtour zwischen den Teilnehmenden einstellt.

Erst Wien, dann Weimar

Uraufführung der Fahrradoper RINGDING war in Wien, schließlich ist sie auch eine Produktion der Musiktheatertage Wien. Anfang diesen Monats ist sie nun nach Weimar gekommen und feierte Deutschlandpremiere. Weitere Auftritte z.B. in Rotterdam und Kärnten sind geplant. Aktuelle Infos finden Sie auf der Website von Thomas Desi und der Musiktheatertage Wien.

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