Holpriger Start der Bayreuther Festspiele

Umbesetzungen und teure PreiseHolpriger Start der Bayreuther Festspiele

Heute starten die Bayreuther Festspiele. Für Schlagzeilen haben sie in diesem Jahr schon Monate zuvor gesorgt. 

Festspielhaus in Bayreuth von obenFoto: FILMWELT Verleihagentur

Run auf Tickets blieb aus

Für Opernfans ist es eigentlich DAS Ereignis des Jahres. Die Bayreuther Festspiele auf dem grünen Hügel. Eine wahre Pilgerstätte für alle Wagner- und Klassikfans. Die Tickets- oft kaum zu ergattern.

Aber dieses Jahr ist alles anders. Der große Run auf die Tickets blieb aus. 

Ein Grund: die hohen Ticketpreise. Die meisten Karten kosten über 200€, in den vorderen Reihen sogar bis zu 460€. Die künstlerische Leiterin der Festspiele, Katharina Wagner, habe davor gewarnt. Sie hätte die Vorgabe umsetzt "inflationsbedingten Kostensteigerungen an die Kunden weiterzugeben". 

Dass es noch Karten gebe, sei auch "späten Vertriebsmaßnahmen" geschuldet, sagte Wagner in einem Interview mit dem Nordbayerischen Kurier. Der "Ring"-Zyklus sei für viele Interessenten deshalb nicht mehr buchbar gewesen, "da hierfür eine ganze Woche Aufenthalt in Bayreuth vonnöten ist und die Urlaubsplanungen zu einem so späten Zeitpunkt in der Regel bereits abgeschlossen sind". Auch in Sachen Marketing seien die Bayreuther Festspiele durchaus noch ausbaubar.

Viele Umbesetzungen bringen Herausforderung 

Der schleppende Ticketverkauf ist allerdings nicht die einzige Hürde, die die Bayreuther Festspiele dieses Jahr zu nehmen hatten. 

Sämtliche Sänger sind den Festspielen in diesem Jahr vor Start abhanden gekommen. Erst der Holländer, dann Tristan, Tannhäuser, Siegfried - und jetzt auch noch Parsifal mussten neu besetzt werden.

Zwei Wochen vor Beginn der Bayreuther Festspiele hatte Joseph Calleja, der für die Hauptrolle der Neuinszenierung vorgesehen war, aufgrund einer hartnäckigen Halsinfektion absagen müssen. Aber die musikalische Qualität seines Ersatzes steht außer Frage.

Andreas Schager springt ein. Nicht nur für Siegfried, jetzt auch für Parsifal. Ein Mann mit Erfahrung, der selbst 2016 in Bayreuth erstmals den Parsifal sang und auch mit der Rolle des Siegfried bestens vertraut ist.

Lange überlegt habe er nicht, erzählt uns Schager im Klassik Radio Interview. Für ihn war es Ehrensache zu helfen, wenn man helfen kann.

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Neue Wege mit AR-Brillen

Spannend wird die Neuinszenierung des Parsifal auch deshalb, weil es das erste Mal in der Geschichte der Festspiele Vorstellungen mit Augumented Reality geben wird. Dabei werden virtuelle Elemente in ein echtes Bühnenbild integriert, die nur mit einer entsprechenden Brille sichtbar sind. Allerdings wird nicht jeder in den Genuss des besonderen Erlebnisses kommen. Aus finanziellen Gründen wurden nur 330 Augmented-Reality-Brillen angeschafft, obwohl das Festspielhaus fast 2.000 Plätze bietet. 

Prominenz am grünen Hügel

Für den Auftakt der Bayreuther Festspiele am Dienstag, den 25. Juli werden wieder einige Prominente, vor allem aus der Politik erwartet. Aus der internationalen Politik kommen etwa die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, und der ungarische Generalkonsul Gabor Tordai-Lejko. Des Weiteren haben sich auch zahlreiche bayerische Landespolitiker angekündigt, darunter Ministerpräsident Markus Söder und Kunstminister Markus Blume (beide CSU). 

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), seit vielen Jahren ein treuer Gast der Bayreuther Festspiele, werde ebenfalls wieder über den roten Teppich schreiten. Gleiches gilt für die ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und Günther Beckstein sowie die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Auf der Liste der Premierengäste stehen daneben prominente Schauspieler wie Maria Furtwängler und Margarita Broich, der Entertainer Thomas Gottschalk und der Kabarettist Michl Müller, sowie Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

Auftakt schon heute

Auch wenn morgen erst die Stars über den roten Teppich laufen, um sich den neu inszenierten Parsifal anzusehen, geht es heute/am Montag schon offiziell los in Bayreuth. Und zwar mit dem Festspiel Open Air. Ganz zwanglos und kostenlos für alle. Mit dem Orchester der Bayreuther Festspiele unter Dirigent Markus Poschner und Musik von Richard Wagner, Dimitri Schostakowitsch, Alban Berg, Kurt Weill, Giuseppe Verdi bis Aerosmith.  Picknick-Stimmung in lauer Sommernacht.

Die diesjährigen Richard-Wagner-Festspiele - die 111. Ausgabe - dauern bis zum 28. August. Zum weiteren Programm gehören Wiederaufnahmen des "Ring des Nibelungen" in der Regie des Österreichers Valentin Schwarz sowie der Opern "Tannhäuser", "Der fliegende Holländer" und "Tristan und Isolde".

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