„Ich bin Klassik Radio-Hörer der ersten Stunde“ – Medienminister Dr. Florian Herrmann im Interview

„Ich bin Klassik Radio-Hörer der ersten Stunde“ – Medienminister Dr. Florian Herrmann im Interview

Ein Rundgang durch das Studio, ein Wiedersehen mit einem Kindheitsidol und Musik, die ihn seit Jahrzehnten begleitet – Dr. Florian Herrmann, Bayerns Medienminister, nahm sich Zeit für einen persönlichen Besuch bei Klassik Radio. Im Interview spricht er über seine musikalischen Vorlieben, Mediennutzung und die Chancen neuer Technologien.

Dr. Florian HerrmannFoto: Klassik Radio AG

Am 12. September besuchte Dr. Florian Herrmann Klassik Radio in Augsburg. Durch das Sendezentrum im historischen Gebäude des ehemaligen Stadtarchivs geführt konnte er einen exklusiven Blick hinter die Kulissen seines Lieblingssenders werfen. Besonders freute ihn das Treffen mit Thomas Ohrner, dem Moderator und Schauspieler, den er seit der Serie "Timm Thaler – oder das verkaufte Lachen" als Kind bewundert hatte.

Herrmann lobte das Programm des Senders, das entspannte Klassikstücke spielt – nicht als komplette Opern, sondern als ausgewählte, bekannte Sätze. Diese Mischung habe ihn schon durch sein Studium begleitet und tue es bis heute.

Ich bin Klassik Radio-Hörer der ersten Stunde.

Dr. Florian Herrmann
iIm Gespräch mit Klassik Radio-Gründer und CEO Ulrich R.J. Kubak

Zugleich zeigte er sich beeindruckt von der Reichweite des Senders: „Es freut mich sehr, dass die Klassik Radio AG als Medienunternehmen aus Bayern nach ganz Deutschland, Österreich und in die Schweiz ausstrahlt.“ Auch die digitale Expansion über Klassik Radio Plus, die den Sender weltweit verfügbar macht, findet er bemerkenswert. Im persönlichen Interview sprach er begeistert über Musik und seine Vorliebe für Klassik Radio, Thomas Ohrner und die Möglichkeiten moderner Technik:

Über Musik im Alltag...

„Ich bin Klassik Radio-Hörer der ersten Stunde. Während Abitur und Studium war der Sender mein entspannter Begleiter. Die Auswahl einzelner Sätze statt ganzer Opern fand ich immer angenehm neben dem Lernen. (...) Ich höre meistens klassische Musik – das Schöne an Klassik Radio ist die Vielfalt quer durch die Epochen. Aber auch Pop, Schlager und Blasmusik mag ich. (...) Ich freue mich, dass Klassik Radio mich seit Jahrzehnten begleitet hat. Ich habe viel neue Musik und tolle Moderatoren kennengelernt.“

Dr. Florian Herrmann und Thomas Ohrner
Foto: Klassik Radio AG
Dr. Florian Herrmann und Thomas Ohrner

… Moderator Thomas Ohrner

„Thomas Ohrner ist ein Idol meiner Kindheit – allerdings hatte ich als Kind vor den Figuren in der Serie manchmal ein bisschen Angst. Heute weiß ich natürlich, dass Thomas Ohrner ein wunderbarer Moderator und Schauspieler ist. Die Verbindung zu Timm Thaler bleibt aber unvergessen.“

… seinen musikalischen Hintergrund und persönliche Vorlieben

„Ich habe in Freising Klavier und Orgel gelernt und sonntags in verschiedenen Gemeinden gespielt. Für einen Gottesdienst würde es heute noch reichen, für ein Konzert aber nicht mehr. (...) Besonders eindrucksvoll finde ich ‚Abends will ich schlafen gehen‘ aus Hänsel und Gretel oder den langsamen Satz aus Rachmaninows zweitem Klavierkonzert.“

… über aktuelle Filme und Filmmusik

„‚Der Schuh des Manitu‘ – originell, geistreich, beste Unterhaltung. Wer es ernster mag: ‚22 Bahnen‘. (...) Ein Klassiker ist die Musik aus ‚Schindlers Liste‘ von John Williams. Auch die Musik der Serie ‚Yellowstone‘ gefällt mir sehr.“



… seine persönliche Mediennutzung

„Das erste Medium am Morgen ist das Radio – im Bad schalte ich auf Klassik Radio um. (...) WhatsApp ist für mich die wichtigste App, um schnell Nachrichten auszutauschen. (...) Die Nummer von Ministerpräsident Markus Söder ist die prominenteste in meinem Handy.“

… Medienkompetenz, KI und junge Zielgruppen

„Der Austausch mit jungen Leuten ist mir wichtig, um zu verstehen, wie sich Mediennutzung verändert. Man muss dort präsent sein, wo der Diskurs stattfindet. (...) Ich sehe in KI große Chancen, auch für die Medienwelt. Man sollte neuen Technologien optimistisch begegnen. Natürlich gibt es Risiken, aber ich bin überzeugt, dass KI viele Herausforderungen lösen kann – auch in der Medizin.“

Raphael Doderer, Holger Hermannsen / / 11.09.2025

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