Kritikerin wird mit Hundekot beschmiert

Wie man nicht mit Kritik umgehen sollte:Kritikerin wird mit Hundekot beschmiert

Der Ballettchef der Staatsoper Hannover hat nach einer schlechten Kritik eine Journalistin mit Hundekot beschmiert.

Marco Goecke - (c) Regina BrockeFoto: Regina Brocke

Wegen einer schlechten Kritik

Es klingt ein bisschen wie in einem schlechten Film. Wer denkt sich sowas aus? Der Ballettchef der Staatsoper Hannover, Marco Goecke hat tatsächlich und eindrucksvoll gezeigt, wie man nicht mit Kritik umgehen sollte: Er beschmierte die Kritikerin Wiebke Hüster mit Hundekot. Goecke hatte sich wohl von einem Verriss einer seiner Inszenierungen verletzt gefühlt. Die Kritikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hatte über den Ballettabend »In the Dutch Mountain« geschrieben: Das Publikum werde »abwechselnd irre und vor langer Weile umgebracht«. 

Während der ersten Pause der Premiere seines Stücks "Glaube – Liebe – Hoffnung" ist der prämierte Choreograf ausgerastet und attackierte die Journalistin erst verbal, indem er ihr vorwarf, für Abonnementskündigungen in Hannover verantwortlich zu sein und wurde schließlich handgreiflich: Er zog eine Papiertüte mit Tierkot hervor und schmierte diesen in das Gesicht der Tanzkritikerin.

Reaktion des Opfers

Die Journalistin hat mittlerweile Strafanzeige erstattet und auch die Staatsoper Hannover stellt sich nach entschuldigenden Worten gegen ihren Ballettchef. Er wurde bereits suspendiert und eventuelle weitere Konsequenzen werden geprüft. Mittlerweile hat sich auch Marco Goecke schriftlich über sein Management entschuldigt und führte seine Tat vor allem auf eine starke nervliche Belastung durch zwei kurz aufeinander folgende Premieren zurück.

Gleichzeitig machte er aber auch Wiebke Hüster erneut für ihre vorangegangenen Kritiken Vorwürfe. Die Journalistin zeigte sich diesbezüglich in einem Interview mit der „Kulturzeit“ auf dem Sender 3sat entrüstet: «Was für eine Art von Entschuldigung soll denn das bitte sein? Das ist eine Rechtfertigung. Plus: Wir reden hier über einen Straftatbestand. Das ist Beleidigung und Körperverletzung.»

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Kleiner Star auf großer Bühne: André Rieu sucht junges Gesangstalent
André Rieu LiveFoto: © André Rieu Productions

Kleiner Star auf großer Bühne: André Rieu sucht junges Gesangstalent

Einmal vor mehr als 12.000 Menschen singen – und das gemeinsam mit André Rieu und seinem Johann Strauss Orchestra? Für ein Nachwuchstalent mit großer Stimme könnte dieser Traum schon in diesem Winter wahr werden.

Von schwierigen Freundschaften und Papierkämmen - die unbekannten Seiten des Claude Debussy
 Claude DebussyFoto: Félix Nadar (Gemeinfrei)

Zum 164. Geburtstag
Von schwierigen Freundschaften und Papierkämmen - die unbekannten Seiten des Claude Debussy

Debussy gilt heute als einer der großen Erneuerer der europäischen Musik. Sein Privatleben wirkt dagegen erstaunlich wenig feierlich: Er konnte sich langweilen, beleidigt sein, sich mit Freunden anlegen und über musikalische Konventionen lästern. Ein paar kleine Episoden zeigen einen Mann, der deutlich eigenwilliger war als das übliche Bild vom eleganten Pariser Komponisten.

Klassik Radio schenkt Ihnen Kino: Erleben Sie „Vaterland“ auf der großen Leinwand
Vaterland SzeneFoto: Agata Grzybowska/Neue Visionen Filmverleih GmbH

Klassik Radio schenkt Ihnen Kino: Erleben Sie „Vaterland“ auf der großen Leinwand

Thomas Mann, Erika Mann und eine Reise durch ein Deutschland in Trümmern: Klassik Radio lädt Sie ins Kino ein und schenkt Ihnen die Möglichkeit, „Vaterland“ von Oscar-Preisträger Paweł Pawlikowski auf der großen Leinwand zu erleben. Freuen Sie sich auf ein eindrucksvolles Historien-Drama mit Sandra Hüller, Hanns Zischler und August Diehl.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national