München trennt sich von Valery Gergiev

Schwere Entscheidung: München trennt sich von Valery Gergiev

Die Entscheidung ist gefallen: der russische Dirigent Valery Gergiev ist nicht länger Chef der Münchner Philharmoniker!

München trennt sich von Valery Gergiev        Foto: Judith Buss

Ultimatum ausgelaufen

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich heute mit sofortiger Wirkung von Gergiev getrennt. Eigentlich war das Ultimatum schon gestern abend ausgelaufen, wurde aber nochmals verlängert. Doch auch die verlängerte Frist hat der Chefdirigent ohne Reaktion verstreichen lassen. Ebenso, wie er es bereits bei der Mailänder Scala getan hatte.

Auch Schweigen hat eine Botschaft

Ein eindeutiges Zeichen für OB Reiter - mit dementsprechenden Konsequenzen: "München trennt sich von Chefdirigent Valery Gergiev. Es wird damit ab sofort keine weiteren Konzerte der Münchner Philharmoniker unter seiner Leitung geben. Valery Gergiev hat sich trotz meiner Aufforderung, 'sich eindeutig und unmissverständlich von dem brutalen Angriffskrieg zu distanzieren, den Putin gegen die Ukraine und nun insbesondere auch gegen unsere Partnerstadt Kiew führt', nicht geäußert", so Reiter. " Ich hätte mir erwartet, dass er seine sehr positive Einschätzung des russischen Machthabers überdenkt und revidiert. Das hat er nicht getan."

In der aktuellen Situation wäre aber ein klares Signal für das Orchester, sein Publikum, die Öffentlichkeit und die Stadtpolitik unabdingbar gewesen, um weiter zusammenarbeiten zu können. Nachdem dies nicht erfolgt ist, bleibt nur eine sofortige Trennung. Alles weitere werden wir so schnell wie möglich klären.

Münchner Philharmoniker möchten sich nicht äußern

Auf Anfrage von Klassik Radio, möchten sich die Münchner Philharmoniker nicht zusätzlich zu der Trennung von Gergiev äußern: "Oberbürgermeister Dieter Reiter spricht für die Stadt München und damit auch für das Orchester. Daher wird es von den Münchner Philharmoniker keine ergänzenden Äußerungen geben."

Gergiev gemeinsam mit den Münchner Philharmonikern

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Lawine von Absagen

Schon vor dem zweiten "Rauswurf" in München hat es eine Reihe von Absagen für Gergiev gegeben: gestern trennte sich seine Künstleragentur in München von ihm, amerikanische, italienische, britische, holländische und österreichische Häuser hatten Termine mit ihm gestrichen, gestern Abend folgten mehrere Festivals, darunter das Edinburgh Festival und das Lucerne Festival. Auch die Elbphilharmonie in Hamburg und die Philharmonie in Paris haben nun die Konzerte mit Gergiev gecancelt.

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