Musikalisches Zusammenspiel von Hopfen und Malz

Eine Bieroper Musikalisches Zusammenspiel von Hopfen und Malz

Die meisten Opern handeln von Liebe, Kampf und Intrigen. Die Oper vom Komponisten Peter Androsch thematisiert allerdings Bier.

Musikalisches Zusammenspiel von Hopfen und MalzFoto: Theater an der Rott

Wenn Hopfen und Malz aufeinander treffen

In München gibt es ein Stück der ganz besonderen Art: die Bieroper. Im historischen Brauhaussaal in Pfarrkirchen erzählt der Komponist Peter Androsch in Zusammenarbeit mit dem Theater an der Rott die Geschichte von Hopfen und Malz. „Die Bieroper beschäftigt sich mit dem Entstehen des Biers selbst: Es vereinigen sich Figuren. Das Gerstenkorn vereinigt sich mit dem Malz […] Es ist ein hoch spannender Vorgang: Wer mit wem? Wer wird ausgeschieden und wer stirbt bei diesem Vorgang? Also spannend und auch sehr lustig“, erzählt der Musiker im Gespräch mit Klassik Radio.

Die Bieroper ist historisch etwas, das wir heute Kabarett nennen würden. Bei mir ist es der Vorgang, wie Bier entsteht, weil wir sehr interessante Figuren darin finden: Die Hopfenwürze, das Malz, der Gries, das Mehl und die unbefruchtete weibliche Hopfendolde. Dieser Vorgang ist total spannend und ich versuche ihn auf die Bühne zu bringen.
Peter Androsch

Der passende Geschmack

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt entstand bereits vor einigen Jahren und stammt vom damaligen Intendanten des Theaters: „Es hat damals eine bayrische Landesausstellung zu Bier gegeben und er wollte dazu eine Oper machen […] Wir haben vor einigen Jahren die Idee wieder ausgegraben und der Anlass war jetzt, dass der wunderschöne Brauhaussaal in Pfarrkirchen zur Verfügung steht.“ Bewirtet ist der Saal allerdings nicht, wer den passenden Geschmack zur Oper möchte, muss und darf sein Bier selbst mitbringen. Die Musik der ungewöhnlichen Oper beschreibt der Komponist als eine spannende, aber auch sehr komplexe Art der Musik, bei der er sich auch mehrere Inspirationen von anderen Komponistinnen und Komponisten geholt hat: „Es gibt schöne Anknüpfungspunkte an wichtige Stücke der Musikgeschichte. Ich habe acht Stücke von Wagner über Bach und Händel in der Oper versteckt und vielleicht kommt auch jemand darauf, was darin zu hören ist.“

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Eine Wein- oder Whiskeyoper?

Schlussendlich ist das Stück mit einer ordentlichen Portion Humor zu sehen. „Es ist eine wunderbare, sehr wild und sehr direkte Inszenierung. Nachdem der Brauhaussaal relativ klein ist, sitzt man als Zuschauer mitten im Geschehen. Man kann reinrufen, man kann mitmachen und es ist ganz direkt und nahe“, erklärt Peter Androsch.

Das angebliche Lieblingsgetränk der Deutschen vertont auf die Bühne gebracht. Der Komponist kann sich aber auch vorstellen, andere Getränke wie Whiskey und Wein musikalisch zu interpretieren: „Das hängt ganz von den Anfragen und Aufträgen ab. Ich bin im Grunde für alles offen, denn mich interessiert neben dem Bier auch Wein. Beim Whiskey bin ich nicht der große Spezialist, aber man kann sich den neuen Aufgaben auch durchaus annähern.“ 

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