Wie Bach, Mozart und Beethoven den Heiligen Abend feierten 

Wie Bach, Mozart und Beethoven den Heiligen Abend feierten 

Auch die großen Komponisten der Klassik haben Weihnachten gefeiert. Klassik Radio ist auf die Suche gegangen, welche Weihnachtsbräuche bei Bach, Mozart und Beethoven üblich waren. 

Wie Bach, Mozart und Beethoven den Heiligen Abend feierten 

Weihnachten bei der Familie Bach  

Das Weihnachtsfest begann für die Familie Bach, wie im 18. Jahrhundert üblich, am 25. Dezember. Im Gegensatz zu heutigen Bräuchen war der Heilige Abend damals noch kein bedeutender Feiertag. Stattdessen feierte man die "Zwölf Heiligen Nächte" vom ersten Weihnachtstag bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Es wird vermutet, dass die Bachfamilie während der Feiertage in einem erweiterten Familienkreis zusammenkam und dabei auch das gemeinsame Musizieren eine wichtige Rolle spielte. Im 18. Jahrhundert war der Christbaum noch keine feste Tradition des Weihnachtsfestes, jedoch etablierte er sich in wohlhabenden Haushalten zunehmend. In diesen Kreisen schmückte man den Baum mit Leckereien wie Datteln, Nüssen und Äpfeln, die die Kinder am Heiligen Abend genießen durften. Es ist unklar, ob die Familie Bach ebenfalls einen Weihnachtsbaum hatte. Fest steht jedoch, dass die Bachs am Heiligen Abend einfache Gerichte wie Braten, Würstchen, Kartoffelsalat und Weihnachtsstollen auf ihrem Speiseplan hatten. Der Kirchgang war ebenfalls fester Bestandteil des Festes, auch wenn die Predigten mitunter bis zu drei Stunden dauern konnten.

Weihnachten bei der Familie Mozart 

Zu Mozarts Zeit wurde die Bescherung tatsächlich vorgezogen. Und so gab es bereits am 05. und 06. Dezember zu St. Nikolaus Geschenke. Über die weihnachtliche Tradition der Mozarts ist nicht viel bekannt, außer, dass Sie vermutlich genauso in großer Familie zusammenkamen, einfaches Essen aßen und die heilige Messe besuchten. Über Mozart ist aber dessen große Liebe zum weihnachtlichen Punsch bekannt. Das Getränk lernte er 1764 auf einer Reise nach England kennen. In Salzburg gab es das Getränk noch nicht und so schrieb Leopold Mozart in einem Brief das Rezept für seine Familie auf: „Punch, wird Punsch ausgesprochen, und ist ein Getränk von Wasser, Rhum, Zucker und Limonien gesotten. Wird warm oder kalt getruncken nach belieben … Punch und eine Pfeife Toback ist das englische Element.“ Wer weiß: Vielleicht bereiteten sich die Mozarts mit diesem Rezept ja sogar ihren eigenen Punsch an Weihnachten zu?  

Weihnachten bei der Familie Beethoven 

Anders als bei Bach und Mozart gibt es von der Familie Beethoven genaue Überlieferungen darüber, nach welcher Tradition die Familie den Heiligen Abend feierte. Um 23 Uhr wurde der festliche Abend durch die Heilige Messe unter Begleitung der kurfürstlichen Hofkapelle eingeleitet. Für die Musiker war das ein besonderer Moment im Jahr, da der gesamte höfische Adelsstand in der Schlosskapelle anwesend war. Nach dem Kirchgang kam die Familie Beethoven im großen Kreise zusammen. Nach alter Tradition wurden Würste gebraten und dazu warmer Punsch oder Kaffee getrunken. Beethovens Vater ließ dafür bereits vor Weihnachten ein Schwein schlachten, aus dem der Hofbackmeister Asbach 240 Würstchen für die Familie anfertigte. Um die Wertigkeit der Würstchen festzustellen, tauschte die Familie ein paar der Würstchen mit denen ihrer Vermieter. So konnten sich die Familien gegenseitig davon überzeugen, dass die Würstchen für den Weihnachtsabend von bester Qualität sind. 

Und wenn Sie sich fragen, wie sich Ludwig van Beethoven an die Komposition des Weihnachtshits der Neuzeit gewagt hätte: Hier eine Interpretation seiner Herangehensweise zu Last Christmas von Wham ;-)

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