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Konzerthighlights im Gewandhaus zu Leipzig

- Anzeige -Konzerthighlights im Gewandhaus zu Leipzig

Sie erwarten Quatuor Danel mit ihrem Schostakowitsch-Zyklus, zwei ungewöhnliche Trio-Rezitale in Starbesetzung und wunderbare Große Concerte!

Konzerthighlights im Gewandhaus zu LeipzigFoto: Gewandhaus Gert Mothes

Quatuor Danel

Das Quatuor Danel gab im Dezember 2019 Debüt im Gewandhaus zu Leipzig. Schon da standen Werke von Schostakowitsch auf dem Programm. Das Publikum reagierte begeistert. Auch die Quartettmusiker waren von Atmosphäre und Akustik des Mendelssohn-Saales so angetan, dass sie den Wunsch äußerten, hier den kompletten Schostakowitsch-Zyklus aufzuführen und dabei erneut aufzunehmen. Dieser Wunsch geht nun in Erfüllung: Für dieses Ausnahmeprojekt wird die Reihe »Quartettgesellschaft« auf zwei Wochen im Februar und Mai konzentriert.

Termine:

SO 06. FEB 2022 | 18 UHR

Dmitri Schostakowitsch:  2. Streichquartett A-Dur op. 68, Streichquartett (»Das Unvollendete«) | 9. Streichquartett Es-Dur op. 117

DI 08. FEB 2022 | 18 UHR:

Dmitri Schostakowitsch: 6. Streichquartett G-Dur op. 101 | 15. Streichquartett es-Moll op. 144

DO 10. FEB 2022 | 20 UHR:

Dmitri Schostakowitsch: 11. Streichquartett f-Moll op. 122 | 10. Streichquartett As-Dur op. 118 | 8. Streichquartett c-Moll op. 110

Am 01.,03. und 5. Mai 2022 erklingen weitere Streichquartette Schostakowitschs. Der Ticketverkauf für die Mai-Termine startet am 15. April.

Quator Danel
Foto: Marco Borggreve

Trio-Rezitale

Zwei besondere Trio-Rezitale erwartet die Konzertbesucher im Januar und Februar im Leipziger Gewandhaus. Zwei unterschiedliche Musikergenerationen, zwei grundverschiedene Programme garantieren zwei hochspannende Kammermusik-Erlebnisse im Großen Saal. 

SA | 22. Januar 2022, 20 Uhr | Großer Saal

Rezital mit Gidon Kremer Violine, Mischa Maisky Violoncello und Martha Argerich Klavier

Es erklingt Dmitri Schostakowitschs 2. Trio für Klavier, Violine und Violoncello e-Moll op. 67 und weitere Werke.

FR | 11. Februar 2022, 20 Uhr | Großer Saal

Rezital mit Jean-Yves Thibaudet Klavier, Lisa Batiashvili Violine und Gautier Capuçon Violoncello

Neben Joseph Haydns Trio E-Dur Hob. XV:28 hören Sie Anton Arenski 1. Trio für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll op. 32 und Johannes Brahms‘ 2. Trio für Klavier, Violine und Violoncello C-Dur op. 87.

Lisa Batiashvili
Foto: Chris Singer

Große Concerte

DO/FR | 20./21. Januar, 20 Uhr

Fokus Arthur Nikisch zum 100. Todestag

Gewandhausorchester

Andris Nelsons Dirigent

Julius Klengel

Hymnus für zwölf Violoncelli op. 57

Arthur Nikisch

Orchester-Fantasie über Themen aus Viktor Neßlers Oper »Der Trompeter von Säckingen«

Anton Bruckner

7. Sinfonie E-Dur WAB 107

Präsentiert von Leipziger Volkszeitung

ÜBERFLIEGER

Als einflussreichster Dirigent seiner Generation genoss Gewandhauskapellmeister Arthur Nikisch weltweite Bekannt- und Beliebtheit. Fürs Komponieren ließ sein rastloser Alltag kaum Muße. Eines der wenigen Werken aus seiner Feder ist die Fantasie über Victor Neßlers Der Trompeter von Säckingen. Neßlers Oper hatte sich nach der Uraufführung am Leipziger Theater unter Nikisch als sensationeller Erfolg entpuppt. Nikischs Suite auf populäre Themen der Oper wurde ähnlich begeistert aufgenommen.

Zu den herausragenden Gewandhausorchestermusikern der Ära Nikisch zählt Julius Klengel. Er prägte am Konservatorium Generationen von Cellisten, verfolgte eine Solistenlaufbahn und gehörte dem Gewandhaus-Quartett an, das 1919 in der Schweiz gastierte. Klengels Konzertkalender dokumentiert: Eisenbahner-Streik! mit Auto nach Berlin; von dort mit dem Zeppelin nach der Schweiz. Auf diesem Flug entstand der Hymnus für 12 Violoncelle. Zu Nikischs 65. Geburtstag brachte Klengel sein Opus 57 zur Uraufführung. Zwei Jahre später erklang der Nikisch gewidmete Hymnus zur Trauerfeier des vor 100 Jahren in Leipzig verstorbenen Stardirigenten.

DO/FR | 27./28. Januar, 20 Uhr

Fokus Arthur Nikisch zum 100. Todestag

Gewandhausorchester

Andris Nelsons Dirigent

Erich Wolfgang Korngold

Ouvertüre zu einem Schauspiel op. 4

Ferruccio Busoni

Sinfonisches Tongedicht op. 32a

Peter Tschaikowski

6. Sinfonie h-Moll op. 74 (»Pathétique«)

TAKTSTOCKMAGIER

Arthur Nikisch hatte ein untrügliches Gespür für Hochbegabung und förderte Künstler lange bevor sie anerkannt waren. Die Ouvertüre des 14-jährigen Korngold brachte Nikisch 1911 im Gewandhaus zur Uraufführung. Mit dem Boston Symphony Orchestra hob er das Sinfonische Tongedicht seines Freunds Ferruccio Busoni aus der Taufe. Eine ältere Fassung hatte Nikischs Vorgänger Carl Reinecke in Leipzig uraufgeführt. Reinecke erschloss dem Gewandhausorchester auch die Musik Tschaikowskis. Doch zu Publikumslieblingen wurden dessen Sinfonien erst unter Nikisch; seine Aufführungen der Pathétique waren legendär. Tschaikowski hatte bereits bei seinem Leipzig-Aufenthalt 1887/8 erkannt: Nikisch dirigiert nicht, sondern es scheint, als gäbe er sich einer geheimnisvollen Zauberei hin. Seine poesievollen Augen müssen magische Macht besitzen, die das Orchester zwingt, bald wie tausend Posaunen von Jericho zu donnern, bald wie eine Taube zu gurren, bald zu erstarren in atemberaubender Mystik!

DO/FR | 03./04. Februar, 20 Uhr

Fokus Arthur Nikisch zum 100. Todestag

Gewandhausorchester

Andris Nelsons, Dirigent

Sol Gabetta Violoncello

Dora Pejačević

Sinfonie fis-Moll op. 41

Antonín Dvořák

Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104

Präsentiert von EnBW

FÜR IMMER VERSTUMMT

Nikischs Tod vor 100 Jahren kam unerwartet. Eine Grippe zog das Herz in Mitleidenschaft und der Kapellmeister musste der Gewandhausdirektion vom Sterbebett melden: Seit 26 Jahren die erste abgesagte Probe! Sie hätte der Einstudierung von Dora Pejačevićs Sinfonie gegolten. Nikischs Tod kam der Aufführung zuvor, das Konzert wurde seinem Gedenken geweiht und der einspringende Furtwängler dirigierte Brahms und Beethoven.

Pejačević entstammte slawonischem Adel und führte bei Soiréen im Schloss der Familie bereits eigene Werke auf. Die in sechs Sprachen gewandte Künstlerin studierte Violine und Komposition in Budapest, Zagreb, Dresden und München – auch bei Gewandhauskonzertmeister Henri Petri. Die fis-Moll-Sinfonie widmete sie ihrer Mutter, einer Pianistin und Sängerin. Am 25. Januar 1918 wurden die Mittelsätze im Wiener Musikvereins-Saal uraufgeführt, zwei Jahre später erklang in Dresden erstmals die gesamte Sinfonie. Im Gewandhaus war das Werk bis heute nicht zu hören.

DO/FR | 17./18. Februar, 20 Uhr

Gewandhausorchester

Daniele Gatti Dirigent

Frank Peter Zimmermann Violine

Robert Schumann

Ouvertüre zur Oper »Genoveva« op. 81

Konzert für Violine und Orchester d-Moll WoO 1

Johannes Brahms

3. Sinfonie F-Dur op. 90

VERSÖHNUNGSBEDÜRFTIG

Schumanns einzige Oper Genoveva musste nach der Leipziger Uraufführung, die der Komponist selbst dirigierte, vernichtende Kritik einstecken. Der Ouvertüre erging es zuvor im Gewandhaus kaum besser. Am härtesten traf es sein 1853 in Windeseile komponiertes Violinkonzert. Witwe Clara, der berühmte Geiger Joseph Joachim und Johannes Brahms, die sich nach Schumanns Tod für die Verbreitung seiner Musik einsetzten, zweifelten an der Qualität. Nach einer enttäuschenden Probe mit dem Gewandhausorchester wurde kein Gedanke mehr an Aufführung oder Publikation verschwendet. Bis es 1937 plötzlich als Ersatz für Mendelssohns beliebtes, gewaltsam zum Verstummen gebrachtes Pendant herhalten musste. Das Gewandhausorchester weckte Schumanns Violinkonzert unter Kurt Masur mit Konzertmeister Karl Suske als Solist 1988 aus dem Dornröschenschlaf. Auch mit Brahms’ Musik fremdelte das Leipziger Publikum lange. Als er wenige Wochen nach der Wiener Premiere seine mitreißend, tragisch, melancholisch und warm tönende, leise verklingende 3. Sinfonie im Gewandhaus leitete, brach das Eis.

Sol Gabetta
Foto: Julia Wesely
Unbekanntes Element
11.01.2022