Die Wahre Geschichte der Woche: Hammond Orgel

Ausgewählt von Florian SchmidtDie Wahre Geschichte der Woche: Hammond Orgel

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Hammond Orgel Foto: Photo by Cinescope Creative on Unsplash

Sie kann 253 Millionen Klänge erzeugen, die „Schweineorgel“ oder „Kinoorgel“, wie sie manchmal etwas despektierlich genannt wird. „Hemmungsorgel“ ist ein weiterer Spitzname des Instruments, das gar keine Pfeifen hat und insofern auch gar keine Orgel ist, sondern eigentlich die Weiterentwicklung der elektronischen Uhr des Amerikaners Laurens Hammond. Und da haben wir dann auch endlich den Namen dieses Instruments: Hammond-Orgel.

Ein "Erweckungserlebnis"

Mein erstes „Erweckungserlebnis“ mit einem der stilprägenden Instrumente vor allem des Jazz hatte ich mit etwa 16, 17 Jahren. Ich war damals ein begeisterter Rapmusik-Hörer und begann mit meinen Kumpels auch eigene deutschsprachige Texte zu schreiben, das war so Anfang der 90er-Jahre. Ein schöner Nebeneffekt meiner intensiven Beschäftigung mit diversen Hip-Hop-Alben war die daraus wachsende Begeisterung für alte Jazz-, Funk- und Soulplatten, die oftmals das musikalische Fundament amerikanischer und deutscher Rapmusik bildeten. Und so lernte ich eben auch immer mehr Jazzplatten kennen, vor allem die etwas funkigeren Aufnahmen des legendären Jazzlabels „Blue Note Records“ sorgten bei mir für große Augen und den ein oder anderen Aha-Effekt („Das gibts doch nicht, das Stück haben doch die Jungle Brothers gesampelt!“).

Man will einfach lostanzen

Bis heute drehen sich Scheiben von Jimmy Smith, seinem (nicht verwandten) Namensvetter Lonnie Smith oder auch von anderen großen (Hammond)-Organisten wie Jack McDuff, Brian Auger oder Richard „Groove“ Holmes auf meinem Plattenspieler. Ihre teilweise recht langen Hammondorgel-Soli sorgen zwar familienintern nicht immer für große Begeisterung (meistens signalisieren entweder meine beiden Kinder, meine Frau oder oft auch alle gleichzeitig ihre leider nur marginale Zustimmung zu dieser Art von Musik), aber wenn der „Muhammad Ali des Jazz“ (so wurde Jimmy Smith manchmal genannt) oder Richard „Groove“ Holmes loslegen, dann sorgt das bei mir fast automatisch für zuckende Körperteile.

"Groovin' for Mr. G"

Hören Sie sich mal „Groovin' for Mr. G“ von Richard „Groove“ Holmes an: 

Richard 'Groove' Holmes - Groovin' For Mr. G. (1971)

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

– ist schon ziemlich groovig, oder?

Dieses Stück übrigens haben wir damals gesampelt und in unseren Kinderzimmern dazu gerappt. Ich glaube, auf einer mittlerweile eingestaubten Kassette müssten unsere Bemühungen noch dokumentiert sein. Müsste ich eigentlich mal suchen gehen…

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Der Klang des Jahres: Wie die Jahreszeiten unseren Musikgeschmack prägen
Frau Kopfhörer Regen FensterFoto: @pexels/canva

Der Klang des Jahres: Wie die Jahreszeiten unseren Musikgeschmack prägen

Haben Sie sich je gefragt, warum eine Melodie, die im Winter Trost spendet, im Sommer plötzlich deplatziert wirkt? Unser Musikgeschmack ist so wandelbar wie die Natur selbst. Das bestätigt inzwischen auch die Wissenschaft: Wir wählen Musik nicht nur nach Gefühl – wir gestalten mit ihr aktiv mit, wie wir eine Jahreszeit erleben. Begleiten Sie uns auf eine Reise durch den Klang der vier Jahreszeiten.

Kleiner Star auf großer Bühne: André Rieu sucht junges Gesangstalent
André Rieu LiveFoto: © André Rieu Productions

Kleiner Star auf großer Bühne: André Rieu sucht junges Gesangstalent

Einmal vor mehr als 12.000 Menschen singen – und das gemeinsam mit André Rieu und seinem Johann Strauss Orchestra? Für ein Nachwuchstalent mit großer Stimme könnte dieser Traum schon in diesem Winter wahr werden.

Von schwierigen Freundschaften und Papierkämmen - die unbekannten Seiten des Claude Debussy
 Claude DebussyFoto: Félix Nadar (Gemeinfrei)

Zum 164. Geburtstag
Von schwierigen Freundschaften und Papierkämmen - die unbekannten Seiten des Claude Debussy

Debussy gilt heute als einer der großen Erneuerer der europäischen Musik. Sein Privatleben wirkt dagegen erstaunlich wenig feierlich: Er konnte sich langweilen, beleidigt sein, sich mit Freunden anlegen und über musikalische Konventionen lästern. Ein paar kleine Episoden zeigen einen Mann, der deutlich eigenwilliger war als das übliche Bild vom eleganten Pariser Komponisten.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national