Die Wahre Geschichte der Woche: Wilma Rudolph

Ausgewählt von Georg Bräutigam Die Wahre Geschichte der Woche: Wilma Rudolph

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Wilma Rudolph Foto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Georg Bräutigam:

Bei der heutigen wahren Geschichte musste ich mich echt zurückhalten, keinen Roman darüber zu schreiben. Es geht nämlich um Sport. … Naja, und um Krankheiten. Viele Krankheiten. Aber keine Sorge, die Geschichte hat ein Happy End, ich möchte Sie ja schließlich nicht zu Tränen rühren … oder Sie mit einer 200-seitigen Doktorarbeit quälen.

Ich muss auch gestehen, dass das heutige Thema nicht mich betrifft, sondern einen guten Freund von mir. Ein begeisterter Sportler. Schon in jungen Jahren im Handballverein aktiv. Er hatte sogar das Zeug zur Profiliga. Doch dann kam der Bänderriss… Der lange Ausfall hat dann der Handballkarriere einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber er ist wortwörtlich wieder aufgestanden und hat sich diesmal dem Fußball zugewandt – Nur als reines Hobby und Spaß an der Freude. Nebenbei kam auch noch Basketball dazu … bis einen weiteren Bänderriss den armen Jungen auf den Boden zurückholte. Irgendetwas auf dieser Welt wollte ihm damit wohl sagen: „Junge, hör auf damit!“  Die gesundheitliche Leidensgeschichte fängt damit aber erst an… Chronische Magenschleimhautentzündung, eine Covid-19 Erkrankung und diverse andere Leiden, die ich Ihnen nun lieber erspare.

Aber dennoch steht er immer wieder auf und geht tapfer seinen Weg weiter! Bemerkenswert, nicht wahr?

Eine schreckliche Diagnose

Die Person aus der heutigen wahren Geschichte hat eine ähnliche aber weitaus schlimmere Leidensgeschichte hinter sich: Wilma Rudolph.

Aufgewachsen in Tennesse im Süden der USA während der äußerst unerfreulichen Zeit der Rassentrennung. Wilma war ein Sorgenkind, denn es gab wohl keine Krankheit, die sie NICHT bekam: Masern, Mumps, Scharlach und Windpocken. Hausmedizin und die Liebe ihrer Mutter haben sie aber immer recht fix wieder aufgepäppelt. … Ich wünschte ich könnte hier die Geschichte beenden und sagen: „Hey, sie wurde wieder gesund und alle waren glücklich! Juhuuu!“ – aber dem ist leider nicht so. Mit vier Jahren kam die Diagnose „Kinderlähmung“.

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Unerwartetes Happy End

„Ihr linkes Bein wird immer verkrüppelt sein!“, hieß es. „Sie wird nie wieder laufen können!“

Ein Schock… Doch Wilmas Familie will das Schicksal des armen Mädchens nicht akzeptieren. Mit aller Macht helfen Sie Wilma, wo sie nur können… Nach vielen Jahren harter Arbeit und unermüdlichen Trainings ist es soweit. Wilma kann ohne jegliche Beihilfe wieder laufen. … Und wie sie das tut.

Wilma Rudolph gewinnt bei den olympischen Spielen in Rom 1960 mehrmals Gold im Sprint … und das obwohl man ihr prophezeit hat, dass sie nie wieder laufen werde.

Hey, ich habe Ihnen ein Happy End versprochen. ?

Liebe Grüße

Ihr Georg Bräutigam

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