Ein Schuppen, um den sich viele Legenden ranken

ZauberflötenhäuschenEin Schuppen, um den sich viele Legenden ranken

In einem kleinen Gartenhäuschen soll Mozart seine Oper "Die Zauberflöte" geschrieben haben. Dieses kann man bald in Salzburg besichtigen.

Ein Schuppen, um den sich viele Legenden rankenFoto: Fritz von der Schulenburg

Entstanden in einem Gartenhaus

Es war wohl eines seiner wichtigsten Werke und vor allem die letzte Oper, die Wolfgang Amadeus Mozart komponiert hat: Die Zauberflöte. Die Geschichte, die hinter der Oper steckt, ist ebenso faszinierend wie das Werk selbst und wird nun in Salzburg erlebbar gemacht. Der letzte Akt dieser bedeutsamen Oper wurde von ihm nämlich nicht prunkvoll in einem großen, mit Seide behangenen Zimmer komponiert, sondern in einem kleinen, schlichten Gartenschuppen. Ein Schuppen um den sich zahlreiche Legenden ranken: das Zauberflötenhäuschen.

„Es stand ein Häuschen unmittelbar angrenzend an das Theater auf der Wieden und in diesem Theater wurde Mozarts Zauberflöte uraufgeführt. Wenige Tage vor dieser Premiere hat der Librettist Emanuel Schikaneder herausgefunden, dass Mozart das Stück noch nicht fertig hatte. Der Legende nach hat er dann Mozart in dieses Gartenhäuschen eingesperrt und dieses Häuschen ist dann eben als Zauberflötenhäuschen in die Geschichte eingegangen“, erklärt Linus Klumpner, Direktor der Mozart-Museen und der internationalen Stiftung Mozarteum im Gespräch mit Klassik Radio.

Während der Restauration des Zauberflötenhäuschens
Foto: Nadine Kroepfl

Von Wien nach Salzburg

Die Hütte wurde schon früh als der Ursprungsort der Zauberflöte bekannt. Mittlerweile steht sie nicht mehr in Wien, sondern in Salzburg, wo sie jetzt dann für Besucherinnen und Besucher zugänglich gemacht wird, im Hinterhof des Mozartwohnhauses. Bereits im 18. Jahrhundert hat der Schuppen seinen Weg von Wien nach Salzburg gefunden, erzählt Klumpner: „In Wien gibt es die Prachtstraße, den Ring. Als der gebaut wurde […] [drohte] das Zauberflötenhäuschen dem Verfall und die Stiftung Mozarteum hat dann im Jahre 1876 eine Initiative gestartet, hat das Häuschen gekauft und nach Salzburg gebracht.“

Es gibt zahlreiche Legenden, die sich entwickelt haben: Er hätte dort Chorproben gehabt und weitere Stücke dort komponiert. Die muss man aber alle vom Tisch wischen.
Linus Klumpner

Versteckt unter schwarzer Farbe

Bevor es nun frisch restauriert den Mozartbegeisterten eröffnet wird, wurde untersucht, wie viel von dem Gartenhäuschen wirklich noch aus der Zeit Mozarts stammt: „Die Untersuchung des Holzes hat ergeben, dass große Teile wirklich aus dem 17. Jahrhundert stammen. Wir haben also wirklich ein Häuschen aus Mozarts Zeit, das im originalen Zustand zu sehen sein wird.“ Bei den Untersuchungen kam außerdem heraus, dass die mittlerweile dunkle Farbe gar nicht dem originalen Zustand entspricht, sondern erst bei Restaurationsarbeiten hinzukam. „Restaurierungsmaßnahmen der 1950er-Jahre entsprachen nicht dem heutigen Standard. Irgendwann wurde das Häuschen mit einem schwarzen Teerstrich versehen. Wir haben jetzt mit dem Bundesdenkmalamt unterschiedliche Farbschichten freigelegt und haben festgestellt, dass es ursprünglich in einem malachitgrün angestrichen war“, erklärt Linus Klumpner.

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Mit Mozart verbunden

Im Häuschen selbst stehen ein Tisch und zwei Stühle, diese sollen Kopien sein von Möbeln, die angeblich zur Zeit der Entstehung der Zauberflöte dort gestanden haben sollen. Dies muss aber eher angezweifelt werden: „Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch, dass es wirklich ein Ort ist, der sehr eng mit Mozart verbunden ist.“ Im Häuschen selbst hat Mozart angeblich nur wenige Tage verbracht. Zur Vollendung der Oper hatte ihm nur noch ein Akt gefehlt und diesen hatte Mozart schon längst in seinem Kopf fertiggestellt. In der Hütte hat also nur noch Schreibarbeit stattgefunden. Trotzdem ist es ein Ort mit besonderem Flair, der Ort, an dem dieses weltbekannte Werk vollendet wurde.

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