„Good Play Fair Pay“ fordert höhere Honorare

Musizieren für 12.000 Euro im Jahr„Good Play Fair Pay“ fordert höhere Honorare

Etwas mehr als 1000 Euro im Monat. Mit diesem äußerst kargen monatlichen Durchschnittseinkommen müssen freischaffende Musiker auskommen.

„Good Play Fair Pay“ fordert höhere HonorareFoto: Maren Strehlau

Um auf die prekäre Lage vieler Freischaffender aufmerksam zu machen, haben vor einer Woche etwa 100 festangestellte und freie Musikerinnen und Musiker in Münster einen "Musik-Flashmob" initiiert. Ein Kammerorchester, ein Solistenensemble aus Mitgliedern deutscher Rundfunkchöre, Gesangsstudierenden und freischaffenden Sängern sowie ein großer, hundertstimmiger Chor forderten mit einer aktuellen Fassung des Chorals „Himmelschreiende Sünde“ aus der Markus-Passion von Johann Sebastian Bach den „gerechten Lohn“ für hochqualifizierte musikalische Tätigkeiten.

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Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) fordert unter dem Slogan „Good Play Fair Pay“ höhere Honorare: „Die Freischaffenden haben unter der Corona-Pandemie besonders gelitten, weil sie von jetzt auf gleich keine Einnahmen mehr durch Konzertauftritte oder Unterrichten hatten, und dadurch ist diese prekäre Lage von Freischaffenden auch einer breiteren Bevölkerung deutlich geworden“, sagt Gerald Mertens, der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung. Es müsse im Bereich der sozialen Sicherung unbedingt etwas getan werden und auch die Honorare müssten dringend angepasst werden.

12.000 Euro im Jahr im Durchschnitt

So viel, oder besser gesagt, so wenig verdienen freischaffende Musikerinnen und Musiker laut Künstlersozialkasse aktuell im Durchschnitt. Festangestellte verdienen das Drei- bis Vierfache, erklärt Mertens. „Wenn man in Deutschland bei einem kleineren Orchester mit etwa 40 bis 50 Musikern in der Provinz anfängt, dann bekommt man zu Beginn etwa 3000 Euro brutto; wenn man in einem mittleren Stadttheater-Orchester spielt, sind es vielleicht 3500 Euro Anfänger-Gage und bis zu 4800 Euro nach ein paar Jahren.“

Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung
Foto: Maren Strehlau

Um diese große Lücke ansatzweise zu schließen, hat die DOV konkrete Vorstellungen von einem Mindest-Honorar. „Unsere Forderung nach einem Tagessatz von mindestens 250 Euro richtet sich vor allem an Bund, Länder und Kommunen bei öffentlich geförderten Musikprojekten. Sie richtet sich aber auch an alle sonstigen Veranstalter, die Freischaffende engagieren“, so Mertens. Dieser Tagessatz von 250 Euro wäre dann für die Probe am Vormittag, das Konzert am Abend und eine sicherlich mehrtägige Vorbereitung auf das zu spielende Repertoire.

Es ist höchste Zeit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, höchste Zeit für diese Mindesthonorar-Forderung, findet Mertens, denn „prekäre Lebensverhältnisse und kalkulierbare Altersarmut für freischaffende Musikerinnen und Musiker sind nicht länger tolerierbar“.

Das ganze Gespräch mit Gerald Mertens, dem Geschäftsführer der Deutschen Orchesterverinigung

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