Kirchendach
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Kirchendach
Carpe Diem

Eine Geschichte, die mit einem Floh begann

Mit "Carpe Diem" geben die evangelischen oder katholischen Kirchen immer montags bis samstags einen neuen Denkanstoß für Ihren Tag.

Die Geschichte einer Kirche

Flöhe sind schuld, dass in der kleinen Stadt Parchim in Mecklenburg-Vorpommern eine katholische Kirche steht. Wie es dazu kam? Im 19. Jahrhundert wurden in der Region südöstlich von Schwerin vermehrt Zuckerrüben angebaut. Die Arbeiterinnen und Arbeiter wurden in Polen angeworben und mussten in Parchim unter teilweise katastrophalen hygienischen Bedingungen leben. Sonntags konnten sie gemeinsam Gottesdienst feiern und damit sie bei der Gelegenheit gleich ihr Geld in der Stadt ausgaben, feierten sie den Gottesdienst eine Weile lang im großen Rathaussaal. Kamen am Montag dann die Ratsherren im Rathaussaal zusammen, wurden sie von den zurückgelassenen Flöhen gebissen.

Das führte dazu, dass man den Katholiken in Parchim ein Grundstück für den Bau einer Kirche schenkte. Seit 1913 gibt es deshalb in Parchim die Kirche St. Josef.

 

Ein Ort zum Zusammenkommen

Zwar steht nirgendwo in der Bibel, dass die zwei oder drei, die in Jesu Namen zusammenkommen, eine Kirche bauen sollen. Aber sie sind oft ein zu Hause für die Gläubigen – und Zeugnis der Glaubensgeschichte. In Parchim auch Erinnerung daran, wie lange es schon Erntehelferinnen in Deutschland gibt. Seit jeher oft unter prekären Bedingungen.

(19.07.2021)