Neue Forschung zeigt: Es gibt den "Mozart-Effekt"

Mozarts heilende Kräfte Neue Forschung zeigt: Es gibt den "Mozart-Effekt"

Hat Mozart einen positiven Effekt auf unser Gehirn und sogar eine heilende Wirkung? Eine neue Forschung versucht Antworten zu finden.

Wolfgang Amadeus MozartFoto: Barbara Krafft

Die Wissenschaft streitet sich

1993 kam erstmals die Vermutung auf, dass das Anhören der Sonate in D-Dur für zwei Klaviere (KV 448) von Wolfgang Amadeus Mozart für eine bessere visuell-räumliche Verarbeitung sorgt und somit auch einen positiven Einfluss auf unseren IQ hat. Woran das genau liegen sollte, konnte niemand wirklich beantworten. Seitdem wird in der Wissenschaft gestritten. Mehrere Studien, die sich für den sogenannten "Mozart-Effekt" aussprechen, aber auch dagegen, wurden im Laufe der Jahre veröffentlicht.

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Neue Forschung im Bereich der Epilepsie

Eine neue Forschungsarbeit, an der unter anderem die Klinik für Neurologie in Hannover beteiligt war, führte nun mehrere Versuche mit Epilepsie-Patienten und Epilepsie-Patientinnen, bei denen bisher kein Medikament angeschlagen hat, durch. Bei der Krankheit Epilepsie senden die Nervenzellen zu viele Signale gleichzeitig, dies führt unter anderem zu Krampfanfällen.

Mozart beruhigt

Den Probanden wurden verschiedene Ausschnitte von Stücken, zwischen 15 und 90 Sekunden, vorgespielt und dabei wurden ihre Hirnaktivitäten beobachtet. Es zeigte sich, dass sich ab einer Hördauer von 30 Sekunden eine beruhigende Wirkung einstellt. Die Anzahl der Ausschläge in der Hirnstromableitung reduzierte sich um 66,5%. Das heißt, dass die für die Krankheit typischen Erregungszustände im Gehirn deutlich weniger werden und somit Symptome gelindert werden könnten.

Melodie und Emotionen sind wichtig

Die Auswirkungen waren am stärksten im rechten und linken präfrontal Kortex, das sind die Regionen im Gehirn, die für die emotionalen Reaktionen verantwortlich sind. Musik weckt in uns immer bestimmte Emotion. Die Untersuchung zeigte, dass der Effekt vor allem mit dem Vermitteln von positiven Gefühlen zu tun hat. Diese Gefühle scheinen beim Zuhörer eher bei besonders melodischen Stücken, wie Mozarts erwähnte Sonate, ausgelöst zu werden. Bei anderen, weniger melodischen Titeln, wie zum Beispiel Wagners Vorspiel zum ersten Akt der Oper "Lohengrin", konnten die Forscher den Effekt weniger oder gar nicht beobachten.

Wolfgang Amade Mozart
Foto: Bildnachweis: Salzburg, ISM, Mozart-Museen & Archiv

Mit seinen heilenden Kräften ist Mozart nicht alleine

Die Forscher gehen davon aus, dass nicht nur Mozart heilende Klänge komponieren konnte. Vermutlich haben auch andere Stücke, mit einer solch besonderen Melodik, eine derartige beruhigende Wirkung auf Epilepsie-Patienten und Epilepsie-Patientinnen. Eines wurde aber sicher wieder gezeigt: Musik hilft.

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