Seit wann und warum applaudieren wir eigentlich?

Sie fragen - Wir antwortenSeit wann und warum applaudieren wir eigentlich?

In unserer Rubrik Alltagswissen beantworten wir jede Woche eine musikalische Frage nicht nur on air, sondern auch hier zum Nachlesen.

Hand mit Fragezeichen KarteFoto: Klassik Radio

Weltweit bedeutet es: "Gut gemacht!"

​​​​​​Egal ob am Ende eines Konzerts, Balletts oder Theaterstücks, wenn jemand etwas gut gemacht hat und wir unserer Begeisterung Ausdruck verleihen wollen, gibt es Applaus. Dies ist nicht nur ein Phänomen in unserem Kulturkreis, sondern eine weltweit verwendete Ausdrucksform.

Schon die alten Griechen applaudierten Künstlern und Schaustellern. In der griechischen Mythologie gibt es die Figur Krotos, er gilt als Erfinder des rhythmischen Beifalls zur Musik. Selbst sein Name deutet auf Applaus hin, denn übersetzt bedeutet Krotos klatschen. 

Überall auf der Welt ist Klatschen ein Ausdruck für große Freude und Begeisterung. 

Ein kleines Mädchen klatscht glücklich in die Hände
Foto: Photo by Patrick Fore on Unsplash

Eine lange Geschichte

Auch im alten Rom wurde nach Theateraufführungen geklatscht. Das Publikum wurde dazu sogar aufgefordert. Sobald eine Vorstellung vorbei war hieß es: "Plaudite!" Zu dieser Zeit kam es insgesamt zu mehr Interaktion zwischen den Zuschauern und der Bühne. Hereinrufe, Getrampel, oder Pfiffe während der Vorstellung waren ganz normal. 

Erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden die Publikumsreaktionen weniger und beschränkten sich nur noch auf den Beifall. Der Applaus lässt sich seit dem auch auf eine Art Bewegungsdrang zurückführen. Nach stundenlangem still Sitzen und Lauschen kann man seinen Gefühlen der letzten Stunden im Applaus freien Lauf lassen. Seit dem frühen 18. Jahrhundert ist es üblich, dass die Ensembles am Ende einer Vorstellung den Zuschauern nochmal gezeigt werden. Der Vorhang wird dabei so oft gehoben, wie der Applaus andauert.

Applaus ist des Künstlers Brot und die schönste Anerkennung die man geben kann. 

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