Robert Schumann
Röhnert Keystone Picture Alliance
Robert Schumann
Der Komponist zwischen Wahnsinn und Genie

Robert Schumann

Er zählt zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik, jedoch wurde seine Musik durch sein tragisches Lebensende oftmals verkannt. Glücklicherweise hat sich das inzwischen geändert.

Seine Kindheit

Robert Schumann kommt am 8. Juni 1810 in Zwickau zur Welt. Sein größter Wunsch: Klavier zu spielen. Dieser wurde ihm mit sieben Jahren erfüllt. Er liebt es zu spielen und zu komponieren, aber mindestens genauso leidenschaftlich schreibt er kleine Gedichte und Prosa. Die Literatur und die Musik sollen aber nicht die einzigen Dinge bleiben, die sein Herz höher schlagen ließen.

Seine Jugend und die erste Begegnung mit Clara

Nach seinem Abitur fing er das Studium der Rechtswissenschaften an der Leipziger Universität an. Allerdings brach er das Studium ab und schrieb in einem Brief an seine Mutter: „Folg ich meinem Genius, so weist er mich zur Kunst, und ich glaube zum rechten Weg.“ Damals war er 20 und landete dann bei Friedrich Wieck. Dort freundete er sich mit der 9 Jahre jüngeren Clara Wieck an, von deren Talent er beeindruckt war.

Seine kurze Karriere als Konzertpianist

Aus Aufzeichnungen in seinen Tagebüchern lässt sich herauslesen, dass Schumann Probleme mit seiner rechten Hand hatte. Er beschrieb schreckliche Schmerzen, die sich von seinen Fingern aus in den Arm ausbreiteten. Ihm wurde ein „Musikerkrampf“ diagnostiziert, aber seine Karriere als Konzertpianist war damit erst mal beendet. Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte er sich mehr auf das Komponieren von Stücken. Es wird gemunkelt, dass er mit einer Halterung seine Finger dehnen wollte, um eine größere Spannweite für das Greifen von Akkorden zu erreichen und sie geschmeidig zu machen.

Schumann und Clara

Nachdem Schumann von Friedrich Wieck wenig Verständnis für seinen Lebensstil hatte (Komponieren bis spät in die Nacht), zieht er aus. Aber Clara fehlte ihm und so schrieb er ihr Briefe. Daraus wurde ein intensiver Austausch, aber es dauerte zwei weitere Jahre, bis sie sich das erste Mal wieder sehen konnten. Die beiden wollen heiraten, doch Vater Wieck verbietet es. Tatsächlich setzten sie die beiden allerdings durch und lassen sich 1840 trauen.

Komponieren als Therapie

Schubert leidet unter Angstzuständen, Schwindelanfällen und depressiven Schüben. Um dagegen anzukommen komponierte er. Dabei entstanden unter anderem seine 2. Sinfonie oder die Werke für Pedalflügel.

Paul Badura-Skoda plays Schumann "Album für die Jugend" Op. 68
Paul Badura-Skoda plays Schumann "Album für die Jugend" Op. 68

Letzte musikalische Höhepunkte

Schubert hatte viele Stücke für seine Frau geschrieben und als die beiden 1853 in Holland unterwegs waren und Clara unter anderem das Klavierkonzert spielte, das Robert geschrieben hatte, war das Publikum begeistert. Seine Sinfonien wurden ebenfalls gefeiert und all das gab ihm nochmals einen Schub in seinem Schaffen. Allerdings konnte das alles nicht seine psychischen Leiden lindern.

Krankheit und Tod von Robert

Robert litt zunehmend an einer bipolaren Störung, der er ein Ende setzten wollte, indem er sich 1845 in den Rhein stürzte. Er wurde gerettet und auf eigenen Wunsch hin in die „Anstalt für Behandlung und Pflege von Gemütskranken und Irren“ eingewiesen. Über den genauen Krankheitsverlauf gibt es viele verschiedene Dokumente, aber letztlich sind sich Musikwissenschaftler über deren Bewertung uneinig. Clara sah ihren Mann ab dem Zeitpunkt der Einweisung kein einziges Mal. Erst zwei Tage vor seinem Tod wurde sie zu ihm gelassen. Am 29. Juli 1856 starb er in Endenich, heute Bonn. Clara überlebte Ihn um 40 Jahre.

Lang Lang -- Träumerei (Kinderszenen, Op. 15 No. 7), Schumann
Lang Lang -- Träumerei (Kinderszenen, Op. 15 No. 7), Schumann

Seine Musik und sein Erbe

Robert Schumann gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Romantik. Viele sind der Meinung, dass es weder stilistische Vorgänger noch Nachfolger gibt und die Musik Schumanns teilweise sehr fortschrittlich war. Er hinterlässt eine Oper, vier Sinfonien, Chor und Kammermusik und zahlreiche Musiken für Klavier. Er prägte die Musikwelt durch seine zahlreichen Werke, aber auch durch die „Neue Zeitschrift für Musik“, die er gegründet hatte und als Musikkritiker und Musikjournalist aktiv war.

(L. Bothor)