Anna Netrebko distanziert sich von Putin

Sopranistin kündigt Auftritt anAnna Netrebko distanziert sich von Putin

Star-Sopranistin Anna Netrebko hatte viele Auftritte verloren, weil sie sich nicht von Putin distanzierte, nun erklärt sie sich neu.

Schwarz-weiß Portrait der Sopranistin Anna Netrebko Foto: Kirk Edwards

Zu Beginn des Krieges in der Ukraine wurden viele russische Künstlerinnen und Künstler, die in Europa auftreten, aufgefordert, Ihre Position zu Putin klar zu machen. Star-Sopranistin Anna Netrebko distanzierte sich nicht von ihm und verlor daraufhin ihre Auftritte und sogar ihr Management.

Nun scheint sie zurück zu rudern. Sie ließ gestern, am Mittwoch, über den Berliner Rechtsanwalt Christian Schertz verkünden, dass sie den Krieg gegen die Ukraine ausdrücklich verurteile und ihre Gedanken bei den Opfern dieses Krieges und deren Familien seien. Auch sei sie weder Mitglied einer politischen Partei, noch mit irgendeinem Führer Russlands verbunden, sie habe Putin nur eine Handvoll Mal getroffen – zu offiziellen Anlässen.

Kein Freifahrtsschein für Auftritte

Anna Netrebko kündigte an, im Mai wieder auftreten zu wollen, ein Konzert in Paris sei geplant.

Aber nicht alle empfangen die Sängerin mit offenen Armen nach ihrer Erklärung: die New Yorker Metropolitan Opera zum Beispiel will die Zusammenarbeit erst einmal nicht fortsetzen. Met Direktor Peter Gelb meinte, dass sie erst zeigen müsse, dass sie sich ernsthaft, komplett und langfristig von Putin distanziert habe, dann sei er zu einer Unterhaltung bereit.

(31.03.2022/ A. Baumgart)

Update vom 01.04.2022 - Kritik aus Russland:

Nach ihrer Distanzierung von Putin und dessen Handlungen wird die Sängerin nun von russischer Seite kritisiert. Ein Konzert am 02. Juni in Nowosibirsk wurde abgesagt. Vom dortigen Staatlichen Akademischen Opern- und Balletttheater heißt es: "Heute ist nicht die Zeit, Prinzipien zugunsten komfortablerer Lebensbedingungen zu opfern. Jetzt ist es an der Zeit, eine Wahl zu treffen. Das Theater beschloss, den Organisatoren die Durchführung des Konzerts zu verweigern. Wir sind sicher, dass die Wahrheit auf unserer Seite ist. Wir sollten keine Angst haben, dass es Kulturschaffende gibt, die ihre Heimat verlassen. Unser Land ist reich an Talenten, und die Idole von gestern werden durch andere mit einer klaren bürgerlichen Position ersetzt."

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