Beeindruckendes Experiment: Klassikfestival erweckt Bach zum Leben

Beeindruckendes Experiment: Klassikfestival erweckt Bach zum Leben

Seit Jahrhunderten begeistert Johann Sebastian Bach Musikliebhaber auf der ganzen Welt. Doch so viel wir auch über seine Kompositionen wissen, blieb sein wahres Gesicht stets ein Mysterium. Bis jetzt. Das Festival „Bachwochen Thun“ erweckt den Komponisten mit dem Projekt „Bach 2.0“ auf faszinierende Art und Weise zum Leben.

Johann Sebastian Bach GemäldeFoto: ©Elias Gottlob Haußmann/Wikipedia

Ein Gemälde als Zeitzeuge

Das Projekt "Bach 2.0" ist eine Weltpremiere. Basierend auf dem berühmten Ölporträt von Elias Gottlob Haussmann aus dem Jahr 1748 hat der iranische 3D-Künstler Hadi Karimi ein hochauflösendes, fotorealistisches Modell von Bachs Gesicht erstellt. Doch damit nicht genug: Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und der sogenannten Deepfake-Technologie wurde dieses digitale Abbild auf das Gesicht des Schauspielers Christoph Müller projiziert, der Bach in einem kurzen Film verkörpert.

In einem beeindruckenden Kurzfilm, der im historischen Turmsaal des Schlosses Holligen in Bern gedreht wurde, sehen wir Bach nicht nur als Porträt, sondern als lebenden Menschen – sogar mit authentischem Dialekt. Im Video steht Bach selbst Modell für den Maler Haussmann, doch seine Gedanken scheinen immer wieder abzuschweifen – er ist in Eile, eine Komposition muss dringend fertiggestellt werden. Schließlich wendet sich der "wiedergeborene" Bach in thüringischem Sächsisch an das Publikum und bittet auf charmante Weise um Unterstützung für die Aufführung des Collegium Musicum bei den Bachwochen Thun.

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Bach – nahbar und lebendig

Hadi Karimi, weltweit bekannt für seine digitalen Porträts, hat hier eine bemerkenswerte Arbeit geleistet. Produziert wurde der dreiminütige Film von der Berner Produktionsfirma Epic Lab unter der Regie von Andreas Graf. Der indische VFX-Künstler Mubin Khan steuerte die Deepfake-Technologie bei, die es ermöglichte, das Gesicht Bachs lebendig werden zu lassen.

Das Haussmann-Gemälde, das als Referenzbild für Bachs Aussehen gilt, befindet sich im Bach-Archiv Leipzig und ist eines der wenigen authentischen Abbildungen des Komponisten. Mit "Bach 2.0" haben die Bachwochen Thun und ihre Partner ein Projekt ins Leben gerufen, das Geschichte und Technologie auf spannende Weise miteinander verknüpft. Sollte diese Technologie Schule machen – wer weiß was in Zukunft noch alles möglich ist. Vielleicht sitzt eines Tages Bach sogar neben uns im Konzertsaal.

Die schönsten Stücke von Johann Sebastian Bach gibt es in unserem Klassik Radio Plus-Sender „Pure Bach“. Hören Sie gerne mal rein – und entspannen Sie zu seiner Musik.


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