Berührungslos gespielt: das Theremin

Berührungslos gespielt: das Theremin

Die junge Musikerin und Komponistin Carolina Eyck spielt ein Instrument, ohne es zu berühren und erzeugt so sphärische Klänge: das Theremin.

Carolina EyckFoto: carolinaeyck/instagram.com

Von der Schülerin zur Entwicklerin

Es ist schon ein seltsames Instrument: ein Kasten aus Holz mit zwei Antennen. Die eine ragt gerade nach oben, die andere ist kreisförmig gebogen: Das ist das Theremin. Das erste elektronische Instrument der Welt und bis heute ein Exot. Carolina Eyck spielt es, seit sie 7 Jahre alt ist: „Ich habe angefangen, Theremin zu spielen, da war ich sieben Jahre alt. Ich hatte vorher schon Geige gespielt und auch Klavier und dann haben mir meine Eltern das Theremin gekauft. Sie haben selber elektronische Musik gemacht, da lag die Idee nicht ganz fern und dabei bin ich geblieben", erzählt sie. Unterricht bekam sie damals bei der Großnichte des russischen Erfinders Lew Termen.  Doch Carolina Eyck tüftelte weiter an der Spielweise entwickelte eine Spieltechnik, die mit acht Fingerpositionen arbeitet. Dabei kann man mit der Länge einer Hand eine Oktave in der Luft ausmessen. Nach dieser Technik spielen heute die meisten Thereministen. 

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Hände in der Luft zaubern Töne

Doch wie funktioniert das Spielen des Instruments nun? „Das Besondere ist, dass man es komplett berührungslos spielt. Das heißt, während man das Instrument spielt, fasst man nichts an: man hat keine Seiten, man hat keine Tasten, man bewegt die Hände in der Luft und kreiert damit einen Ton. Mit der rechten Hand steuert man die Tonhöhe: Man nähert sich einer Antenne und je näher man an die Antenne kommt, desto höher wird der Ton. Mit der linken Hand bestimmt man die Lautstärke:  wenn man sich von einer Antenne entfernt,  wird der Ton lauter. Man interagiert also mit elektromagnetischen Feldern und beeinflusst damit den Ton“, erklärt die Musikerin. Das sei nicht unbedingt körperlich anstrengend, doch wichtig sei dabei eine konstante Körperspannung zu halten, da man ja, ähnlich wie bei einer Meditation, lange sehr ruhig dastehen müsse, denn nur die kleinsten Bewegungen haben Auswirkungen. 

Interesse wächst

Vor über 100 Jahren wurde das Theremin als erstes elektronisches Instrument erfunden - und bis heute ist es ein Exot. Doch einer, der immer präsenter wird, da ist sich Carolina Eyck sicher:  Das Interesse, das Theremin zu erlernen, steigt. Es ist so, dass ich immer mehr Unterrichtsanfragen bekomme, so dass ich sie gar nicht mal selber wahrnehmen kann, sondern viele Schüler an Kolleginnen abgebe. Auch die Community von Leuten, die Thermenin spielen, wächst. Es werden auch immer mehr Stücke geschrieben für das Instrument. Tatsächlich arbeite ich auch immer mehr mit jungen Leuten zusammen! Ja, momentan sieht die Zukunft des Theremins eigentlich sehr gut aus", schließt sie mit einem Lachen. Sie selbst trägt mit Online-Tutorials auf ihrer Website und wunderschönen Aufnahmen zu der Verbreitung ihrer Begeisterung für das Instrument bei. 

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