Carmen in der Ur-Fassung

Export-VersionCarmen in der Ur-Fassung

Die Premiere der heute erfolgreichsten Oper „Carmen“ war ein echtes Fiasko. Erst die abgewandelte „Export-Version“ führte zu ihrem weltweiten Erfolg. Jetzt kann man das Original 

Porträt Georges Bizet Foto: Gemeinfrei

Carmen, in ihrer Urfassung, ganz so wie es sich George Bizet eigentlich vorgestellt hat. Ein spannendes Experiment, das die Opéra Normandie Rouen gewagt hat. Die Version der Oper Carmen, die wir alle kennen und lieben, ist nämlich gar nicht die, die George Bizet geschrieben und auf die Bühne gebracht hat. In unseren heutigen Opernhäusern sieht man immer nur die sogenannte „Export-Version“, die nach der Premiere in Paris weltweit bekannt wurde, von Wien und Brüssel bis New York, Melbourne und Santiago. Diese „Export-Version“ unterscheidet sich deutlich von der ursprünglichen Version. Ernest Guiraud, ein Schüler und Freund des Komponisten, ersetzte die gesprochenen Dialoge durch gesungene Rezitative mit Orchesterbegleitung. Aus einer Mischform - dem Genre der "Opéra-Comique", benannt nach dem ursprünglichen Pariser Haus (heute zur Unterscheidung mit Bindestrich geschrieben) - wurde so eine vollwertige Oper. Glücklicherweise lenken Guirauds Rezitative nicht ab von Bizets mitreißender und emotionaler Musik. 

Und jetzt wurde die Ursprungsversion, die Version des Komponisten detailgetreu wieder auf die Bühne gebracht. Insgesamt sechsmal soll die Ur-Carmen gezeigt werden. Alles gleicht der damaligen Inszenierung: die ursprünglichen Kostüme, Bühnenbilder und Inszenierungen. In Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane, dem in Venedig beheimateten Zentrum für französische Musik der Romantik widmete sich die Opéra Normandie Rouen dafür einer ausführlichen Recherche. Alle erhaltenen Materialien wurden zusammengetragen von Notizbüchern zu den Kostümen, über Zeichnungen zum Bühnenbild. 

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Der Klang des Jahres: Wie die Jahreszeiten unseren Musikgeschmack prägen
Frau Kopfhörer Regen FensterFoto: @pexels/canva

Der Klang des Jahres: Wie die Jahreszeiten unseren Musikgeschmack prägen

Haben Sie sich je gefragt, warum eine Melodie, die im Winter Trost spendet, im Sommer plötzlich deplatziert wirkt? Unser Musikgeschmack ist so wandelbar wie die Natur selbst. Das bestätigt inzwischen auch die Wissenschaft: Wir wählen Musik nicht nur nach Gefühl – wir gestalten mit ihr aktiv mit, wie wir eine Jahreszeit erleben. Begleiten Sie uns auf eine Reise durch den Klang der vier Jahreszeiten.

Kleiner Star auf großer Bühne: André Rieu sucht junges Gesangstalent
André Rieu LiveFoto: © André Rieu Productions

Kleiner Star auf großer Bühne: André Rieu sucht junges Gesangstalent

Einmal vor mehr als 12.000 Menschen singen – und das gemeinsam mit André Rieu und seinem Johann Strauss Orchestra? Für ein Nachwuchstalent mit großer Stimme könnte dieser Traum schon in diesem Winter wahr werden.

Von schwierigen Freundschaften und Papierkämmen - die unbekannten Seiten des Claude Debussy
 Claude DebussyFoto: Félix Nadar (Gemeinfrei)

Zum 164. Geburtstag
Von schwierigen Freundschaften und Papierkämmen - die unbekannten Seiten des Claude Debussy

Debussy gilt heute als einer der großen Erneuerer der europäischen Musik. Sein Privatleben wirkt dagegen erstaunlich wenig feierlich: Er konnte sich langweilen, beleidigt sein, sich mit Freunden anlegen und über musikalische Konventionen lästern. Ein paar kleine Episoden zeigen einen Mann, der deutlich eigenwilliger war als das übliche Bild vom eleganten Pariser Komponisten.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national