Die Wahre Geschichte der Woche: Buddenbrooks

Ausgewählt von Alexandra Berger Die Wahre Geschichte der Woche: Buddenbrooks

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Buddenbrooks Foto: Photo by Ergita Sela on Unsplash
Ich bin noch ein großer Fan des schönen gebundenen Werks.
Alexandra Berger

Diese Woche kommentiert Alexandra Berger:

Diese Geschichte gehört in jeden Bücherschrank, auch wenn man sie sich heutzutage wahrscheinlich  in digitaler Form auf einem separaten Speicher heruntergeladen hat. Ich persönlich bin allerdings immer noch ein großer Fan des schönen gebundenen Werkes. Mit Seiten die man umblättert, etwas in der Hand hält und nicht zuletzt der Geruch des Papiers. Ich finde das ist mit nichts zu vergleichen.

Die Bilderbuch Familie

Es geht um ein Werk, das der Autor Thomas Mann, damals im Alter von 22 Jahren geschrieben hatte. Mit einem sehr klaren, scharfen und tiefsinnigen Blick für das Wesentliche.

Die Geschichte einer Lübecker Kaufmannsfamilie zwischen 1835 bis 1877. Es wirkt, auf den ersten Blick zumindest wie die pure Idylle. Eine Bilderbuchfamilie die zumindest nach außen hin perfekt funktioniert. Aber wie heißt es so schön „unter jedem Dach ein Ach“.

Familiäre Abgründe

Im Verlauf der Geschichte bröckelt die aufgebaute Fassade allmählich. Nicht nur aus „unternehmerischer Sicht“ auch innerhalb der Familie. Ehen zerbrechen, wohlgemerkt Ehen, die nicht unbedingt aus Liebe geschlossen wurden, sondern vielmehr aus wirtschaftlicher Sicht. Reine Vernunftsehen.

Ein familiäres Scheitern ist vorprogrammiert. Teils psychisch und physisch und nicht zuletzt ökonomisch. Dabei war man doch „nur“ auf der Suche nach innerem Halt, nach Erfüllung von Bedürfnissen. Die man an sich stellt und die man von außen gestellt bekommt.

Thomas Manns Meisterwerk

Manchmal hat man den Eindruck, es wäre fast eine Autobiographie von Thomas Mann gewesen. In gewisser Weise vielleicht. Allerdings ist dieses Meisterwerk so viel mehr. Zu Recht bekam Thomas Mann 1929 dafür den Nobelpreis für Literatur. Ein philosophischer Essay, ein Familien- und Gesellschaftsroman in einer historischen Epoche.

Dieses Buch ist zeitlos, man kann diese Geschichte immer und immer wieder lesen und sie passt jedes Mal anders, aber sie passt. Ein großes Stück Literaturgeschichte.

Beste Grüße,

Ihre Alexandra Berger 

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Mit „Amour“ wird sie zur Komponistin ihrer eigenen Gefühle
Esther Abrami sitzt malerisch am KlavierFoto: Sony Music/Fotograf Luc Braquet

Esther Abrami auf der Erfolgswelle:
Mit „Amour“ wird sie zur Komponistin ihrer eigenen Gefühle

Violinistin Esther Abrami hat sich nicht nur in der Musikszene einen Namen gemacht – sie ist auch auf Social Media ein Star mit mehr als 430 Tausend Followern. So bringt sie Klassik auch einem jungen Publikum näher. Nun ist ihr neues Album "Amour" erschienen - mit so vielen eigenen Kompositionen wie nie zuvor. Im exklusiven Klassik Radio Interview erzählt sie, warum der Opus etwas ganz besonderes für sie ist und was es für ein Gefühl ist, eigene Kompositionen zu interpretieren.

Eine Jahrhundertgeschichte auf der großen Leinwand – Klassik Radio lädt Sie zu „Heimsuchung“ ein
HeimsuchungFoto: Arthaus

Eine Jahrhundertgeschichte auf der großen Leinwand – Klassik Radio lädt Sie zu „Heimsuchung“ ein

Volker Schlöndorff erzählt in „Heimsuchung“ von einem Haus am märkischen See und den Menschen, deren Leben von den großen Wendepunkten der deutschen Geschichte geprägt wird. Klassik Radio schenkt Ihnen die Möglichkeit, diesen besonderen Film im Kino zu erleben.

„Ein langes Geständnis meiner Liebe zum Leben“: Yu-Peng Chen über sein erstes Klassikalbum
Komponist Yu-Peng ChenFoto: MOIN墨音

„Ein langes Geständnis meiner Liebe zum Leben“: Yu-Peng Chen über sein erstes Klassikalbum

Vom Komponisten eines Videospiels zum eigenen Klavierkonzert: Yu-Peng Chen hat mit „Genshin Impact“ Millionen erreicht. Jetzt erzählt er auf „The Poem of Life“ seine eigene Geschichte – von Bach als Lehrer, Rachmaninoff als Vorbild und der Angst, Erinnerungen zu verlieren.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national