Die Wahre Geschichte der Woche: Coco Chanel

Ausgewählt von Florian SchmidtDie Wahre Geschichte der Woche: Coco Chanel

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Coco Chanel Foto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Florian Schmidt:

Coco Chanel hat das „Kleine Schwarze“ erfunden und das weltberühmte Parfum „Chanel No. 5“. Mit ihr verbindet man stilvolle Eleganz und Geradlinigkeit.

Ihr Motto war: „Weniger ist mehr“. Überhaupt mangelte es der Französin nicht an knackigen Aussagen: „Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit uns die Männer lieben; die Dummheit, damit wir sie lieben.“

Coco Chanel war eine modische Wegbereiterin, in einer Zeit, in der beengende Korsetts, Rüschen und Pomp angesagt waren. Wie aus dem Waisenkind Gabrielle die Moderebellin Coco wurde, das erzählt der Film „Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“. Und das war auch das erste Mal, dass ich mich etwas intensiver mit ihrem Leben beschäftigt habe. Man sollte sich nicht von dem schwer nach Rosamunde Pilcher klingenden deutschen Untertitel irritieren lassen, sondern den Film (gerade, wenn man noch nicht so viel über sie weiß) trotzdem schauen.

Audrey Tautou als Coco Chanel

Im Original heißt der Film schlicht und einfach „Coco avant Chanel“ und deutet damit bereits im Titel an, dass es um die ersten 28 Lebensjahre dieser bemerkenswerten Frau geht, dass es also um Coco geht, bevor diese zur „Chanel“ wurde. Er erzählt die Stationen ihrer Kindheit und Jugend, zeigt das Waisenkind, die Chanson-Sängerin, die Provinz-Näherin und schließlich auch die Anfänge der Modezarin. Und die Amelie-Darstellerin Audrey Tautou spielt sowohl leidenschaftlich und zerbrechlich als auch burschikos und bestimmend.

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Modeikone war auch Agentin

Man erfährt in diesem Film allerdings nichts über die etwas düsteren Kapitel im Leben von Coco Chanel, z.B. ihre Beziehung zu einem Nationalsozialisten, ihre Verhaftung als Kollaborateurin, die Zeit im Schweizer Exil und als Nazi-Agentin (was sie später erfolgreich verschleierte).

Darum geht es allerdings (in Ansätzen) in Friedrich Epensteins „Wahrer Geschichte“ über die spätere Modezarin, die in den 30er und 40er Jahren bestens vernetzt in den Kreisen der französischen Prominenz war. Sie hatte auch Kontakte zu hohen englischen Adelskreisen und war eine langjährige persönliche Freundin des britischen Premierministers Winston Churchill, den Sie im Zweiten Weltkrieg fast getroffen hätte.

Wie es dazu kam und was der Zweck dieser Begegnung hätte sein sollen, das hören Sie in der Folge „Modischer Patriotismus“.

Herzliche Grüße

Florian Schmidt

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