Die Wahre Geschichte der Woche: Die Hammond Orgel

Ausgewählt von Florian Schmidt Die Wahre Geschichte der Woche: Die Hammond Orgel

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Die Hammond OrgelFoto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Florian Schmidt:

Sie kann 253 Millionen Klänge erzeugen, die „Schweineorgel“ oder „Kinoorgel“, wie sie manchmal etwas despektierlich genannt wird. „Hemmungsorgel“ ist ein weiterer Spitzname des Instruments, das gar keine Pfeifen hat und insofern auch gar keine Orgel ist, sondern eigentlich die Weiterentwicklung der elektronischen Uhr des Amerikaners Laurens Hammond. Und da haben wir dann auch endlich den Namen dieses Instruments: Hammond-Orgel.

Vom Hip-Hop zum Jazz

Mein erstes „Erweckungserlebnis“ mit einem der stilprägenden Instrumente vor allem des Jazz hatte ich mit etwa 16, 17 Jahren. Ich war damals ein begeisterter Rapmusik-Hörer und begann mit meinen Kumpels auch eigene deutschsprachige Texte zu schreiben, das war so Anfang der 90er Jahre. Ein schöner Nebeneffekt meiner intensiven Beschäftigung mit diversen Hip-Hop-Alben war die daraus wachsende Begeisterung für alte Jazz-, Funk- und Soulplatten, die oftmals das musikalische Fundament amerikanischer und deutscher Rapmusik bildeten. Und so lernte ich eben auch immer mehr Jazzplatten kennen, vor allem die etwas funkigeren Aufnahmen des legendären Jazzlabels „Blue Note Records“ sorgten bei mir für große Augen und den ein oder anderen Aha-Effekt („Das gibt’s doch nicht, das Stück haben doch die Jungle Brothers gesampelt!“).

Meine Begeisterung für den Jazz hält bis heute

Bis heute drehen sich Scheiben von Jimmy Smith, seinem (nicht verwandten) Namensvetter Lonnie Smith oder auch von anderen großen (Hammond)-Organisten wie Jack McDuff, Brian Auger oder Richard „Groove“ Holmes auf meinem Plattenspieler. Ihre teilweise recht langen Hammondorgel-Soli sorgen zwar familienintern nicht immer für große Begeisterung (meistens signalisieren entweder meine beiden Kinder, meine Frau oder oft auch alle gleichzeitig ihre leider nur marginale Zustimmung zu dieser Art von Musik), aber wenn der „Muhammad Ali des Jazz“ (so wurde Jimmy Smith manchmal genannt) oder Richard „Groove“ Holmes loslegen, dann sorgt das bei mir fast automatisch für zuckende Körperteile.

Hören Sie sich mal „Groovin for Mr. G“ von Richard „Groove“ Holmes an

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

– ist schon ziemlich groovig, oder?

Dieses Stück übrigens haben wir damals gesampelt und in unseren Kinderzimmern dazu gerappt. Ich glaube, auf einer mittlerweile eingestaubten Kassette müssten unsere Bemühungen noch dokumentiert sein. Müsste ich eigentlich mal suchen gehen…

Herzliche Grüße

Florian Schmidt 

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft
Klassik-Dating

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft

Dating ohne App, dafür mit klassischer Musik: In Berlin wagt ein Klassik-Duo das Experiment und macht Liebeslieder zum Ausgangspunkt neuer Dating-Begegnungen. Während sonst digital gewischt und gematcht wird, setzt dieses Format auf das, was wirklich verbindet: Gemeinsame Hörerlebnisse, persönliche Gespräche – und die Chance, sich jenseits digitaler Algorithmen näherzukommen.

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand
Zwei kostümierte Frauen am Karneval in Venedig

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand

Von funkelnden Masken über laute Kanäle bis zu prunkvollen Opernhäusern: Im Venedig des 17. Jahrhunderts verschmolzen Feierlust und Kunst zu einem neuen Kulturerlebnis, das die Musikgeschichte revolutionierte. Der Karneval wurde zur Geburtsstätte der Oper – ein Spektakel für Zehntausende, die aus ganz Europa in die Lagunenstadt strömten.

„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit
Rüdiger Meng am Klavier

MENG - The Art Of LiveComposition
„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit

Wenn er sich ans Klavier setzt, ist alles möglich. Rüdiger MENG komponiert live auf der Bühne – ohne Netz, ohne doppelten Boden. Damit hat er schon Musiklegenden wie Quincy Jones, Phil Collins oder Simply Red beeindruckt. Im Interview mit Klassik Radio-Redakteurin Farah Losch erzählt er, warum diese Form der Live-Komposition für ihn die höchste Disziplin ist – und ein klares Statement gegen KI und durchgeplante Shows.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national