Die Wahre Geschichte der Woche: Fesch!

Ausgewählt von Georg Bräutigam Die Wahre Geschichte der Woche: Fesch!

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Fesch!  Foto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Georg Bräutigam:

„Hey, Klassik Radio ist ja mal richtig fly! Die neusten Hits und heißesten Classic-Tracks richtig nice und smooth!“ 

Nein, ich bin nicht durchgedreht, um Ihnen diese Frage schon mal zu beantworten. Heute geht es aber um Wortneuschöpfungen, den sogenannten Neologismus.

Damals wie heute

Eine Wortneuschöpfung ist kein zeitgenössisches Phänomen der Neuzeit, sondern gab es schon vor vielen Jahren. Gerade wenn es darum ging, alltägliche Dinge beim Namen zu nennen, entfloh dem ein oder anderen ein flotteres Wort über die Lippen, welches dann von der Masse übernommen wurde.

Durch moderne Medien finden derartige Wortneuschöpfungen im allgemeinen Sprachgebrauch umso schneller Verwendung. Ganz gleich, ob es sich dabei um Jugendwörter, Popkultur oder diverse andere Jargons handelt. Der Neologismus ist allgegenwärtig.

Wortneuschöpfung „at it’s best“

Auch wenn die älteren Generationen heutzutage bei „Cringe, Brudi“ sich entweder fragend den Kopf kratzen oder kopfschüttelnd an der Intelligenz ihrer Enkel zweifeln, müssen sie sich auch an die eigene Nase fassen! Denn selbst unsere Ur-Ur-Großmütter und Väter haben sich damals zu solchen „hippen“ neuen Worten hinreißen lassen:

In Berlin und Wien tauchte damals ungefähr gleichzeitig ein Modewort auf, dass mit wachsender Begeisterung in den Sprachgebrauch aufgenommen wurde.  Wenn in England etwas modisch war, dann sagte man das dort direkt und frei heraus, nämlich: „Fashionable“. Im deutschen Sprachgebrauch wurde daraus dann mit der Zeit: „Das ist aber fesch!“

"Der Erlkönig" in der original Fassung mit den Worten von Goethe und der Musik schon Schubert

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Was würden Goethe und Schiller heute wohl machen?

Ich oute mich mal: Neologismen sind toll. Unsere Sprache wird sich immer weiterentwickeln. Damals wie heute. Man kann natürlich davon halten was man will. Ich ertappe mich auch ab und an dabei, wie ich kopfschüttelnd ein neues Jugendwort betrachte und mir denke: „Wie bitte?“

Aber wäre die Vorstellung nicht amüsant, die größten Dichter und Denker Deutschlands aus vergangenen Tagen in die Moderne zu versetzen?

„Wer chillt so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vadder mit seinem Kind; Er hat den Jungen nice im Arm, Er fasst ihn safe, er hält in warm [...] Erreicht den Hof nur mit struggle und Not; In seinen Armen das Kind war tot.“

… Wenn ich es mir recht überlege… nein, lassen wir das lieber…

Herzliche Grüße,

Ihr Georg Bräutigam

(12.03.2022/G. Bräutigam)

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