Die Wahre Geschichte der Woche: Operette

Ausgewählt von Klara JägerDie Wahre Geschichte der Woche: Operette

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: OperetteFoto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Klara Jäger:

Auch wenn ich in Nürnberg geboren bin, so habe ich doch dank meiner Mutter rheinische Wurzeln. Für das Studium zog es mich dann nach Köln und seit dieser Zeit ist mir diese Stadt ganz besonders ans Herz gewachsen. Unter anderem, weil die oft klischeemäßig bemühte „rheinische Lebensfreude“ dort sehr gelebt wird.

So hat mich auch diese Wahre Geschichte der Woche besonders angesprochen. Denn sie beginnt in Köln und handelt von einem Komponisten, der durch seine rheinische Lebensfreude gleich ein ganz neues Genre geschaffen hat: Jaques Offenbach.

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Keine ernste und schwere Musik

Ihm ist die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt worden: denn sein Vater war der Kantor, Komponist und Dichter Isaac Juda Eberst.  So lernte Jaques Offenbach mit sechs Jahren Geige, kurz darauf Cello und mit 14 Jahren wurde ihm eine ganz besondere Ehre zuteil: er wurde am Pariser Konservatorium aufgenommen. 

Doch auch wenn er den Traum vieler angehender Komponisten lebte, Jaques Offenbach hatte sich das Ganze anders vorgestellt.  Er wollte keine ernsten, schweren Stücke erstellen, sondern seinen rheinischen Frohsinn ausleben und sehnte sich ans Theater, wo er zuvor immer mal wieder musiziert hatte. So verließ er nach einem knappen Jahr freiwillig das Institut und arbeitete als Cellist in der Opera Comique in Paris. Nebenher komponierte er nach Lust und Laune und feierte mit seinen Stücken erste Erfolge.

Eine ganz neue Gattung

Die große Chance kam aber mit der Pariser Weltausstellung 1855. Zu deren Anlass bekam er ein Theaterprivileg, d.h. er durfte in einem eigenen Theater kleine Stücke aufführen. Am Eröffnungsabend wurde „Die beiden Blinden“ gespielt und feierten einen rauschenden Erfolg. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr und es folgten internationale Bühnenerfolge. Kein Wunder: war es doch das erste Mal, dass es eine Art Gesellschaftssatire für das Musiktheater gab.

Durch den bis dahin ungewohnten Mix aus Instrumentalmusik, Gesang und gesprochenen Dialogen hatte Jaques Offenbach ein neues Genre geschaffen, sozusagen „die kleine Schwester der Oper“: die Operette.

Eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht, den eigenen Weg zu gehen und einmal mehr zeigt: Um neue Wege zu gehen, muss man alte Pfade verlassen. Und das darf durchaus mit viel Vergnügen passieren.

Herzliche Grüße

Ihre Klara Jäger

Die Wahre Geschichte hören Sie immer Mo bis Fr um 9.10, 17.10 und auf Klassik Radio Plus.

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Weltstimme für die Weltmeisterschaft: Andrea Bocelli singt die WM-Hymne
Andrea Bocelli

Weltstimme für die Weltmeisterschaft: Andrea Bocelli singt die WM-Hymne

Eine der berühmtesten Stimmen der Welt trifft auf das größte Sportereignis der Welt: Andrea Bocelli ist Teil des offiziellen WM-Songs „DNA“ für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™. Gemeinsam mit David Guetta, Megan Thee Stallion und EJAE verbindet der italienische Tenor Oper, Pop und moderne Beats zu einer Hymne, die Millionen Fußballfans erreichen soll.

Lang Lang wird 44: Wie ein Junge aus China zum Superstar der Klassik wurde
Lang Lang

Lang Lang wird 44: Wie ein Junge aus China zum Superstar der Klassik wurde

Er ist einer der berühmtesten Pianisten der Gegenwart: Lang Lang hat die großen Bühnen der Welt erobert und zugleich Millionen Menschen erreicht, die mit klassischer Musik zuvor kaum Berührung hatten. Wie aus einem hochbegabten Kind mit außergewöhnlichem Ehrgeiz ein Künstler wurde, der wie kaum ein anderer für die moderne Seite der Klassik steht.

Kaffeehausmusik – für eine Atmosphäre zum Wohlfühlen
Gemütliches Kaffeehaus in dem Musik läuft.

Wissenswertes: Musik & Entspannung
Kaffeehausmusik – für eine Atmosphäre zum Wohlfühlen

Kaffeehausmusik erleben – gemütliche Melodien und sanfte Rhythmen bereichern Ihren Tag und schaffen überall eine einzigartige Wohlfühlatmosphäre. Mit dem Musiksender von Klassik Radio Plus genießen Sie Cozy Coffeehouse rund um die Uhr und ganz ohne Werbung. In diesem Artikel finden Sie Tipps und Empfehlungen für die ideale Musik zum Kaffeegenuss.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national